Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 45-46 (7.6.1894)
- Date
- 1894-06-07
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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7. Juni 1894] lNr. 4. %\ 4j Eine jüdische Mutter. Wir führen den freundlichen Leser in eines jener alten Häuser der „Gildegaffe" und bemühen ihn drei alte wackelige Treppen hinauf, welche keiner der 5 „Hausherrn" repariren will, weil Jeder dem Andern das Recht und die Ehre des hiezu berechtigten „Hausherrentbums" vindiziert. Und da wir endlich am Ziele, zu einem Dachstübchen gelangt find, so halten wir ausruhend inne. Die zerbrochene Fensterscheibe, durch welche die Nachmittagssonne eines heißen Julitages unverwehrt die volle Gluth ihrer Strahlen sendet, gestattet uns den Blick in ein so dürftig möblirteS Zimmer, daß eS fast einen „Diogenes" Don Bernard Auerbach. (5. Fortsetzung.) HauSttche Szeue i» «alizieu. Aus „Jüd. Leben in Wort u. Bild" v. Sacher Mafoch (Verlag BenSheimer, Mannheim). entzückt hätte. Der Schläfer, der auf der harte« Bank, j lernen müßte und das mtt halb liegend,. halb sitzend, der Ruhe genoß u. in schnarchenden Athemzügen sein Traumleben kund that, schien vielleicht dieser „Philosophie" gehuldigt zu haben, denn zu seinen Füßen lag „Krugs Philosophie" augenscheinlich der Hand des Schlummernden entfallen. Wir wollen nicht erst nachgrübeln, ob die Hitze oder die „Philosophie" diese einschläfernde Wirkung auf den „vorliegenden" Rabbtnatskandidaten Joachim Kopal ausgeübt; es ist ja nichts Kleines an einem heißen Tag den^ unvermeidlichen „Krug" zu studieren, den man lieber noch mtt einem Kruge frischen Bieres vertauscht hätte, wenn nicht jeder Rabbiner „Philosophie" Recht — sie ge-