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Der Israelit · 1894-06-04 · Heft 44 (4.6.1894) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 44 (4.6.1894)
Date
1894-06-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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X.XXV. Jahrgang. ' V„ AA Der Israelin Ein Genlrat-Hrgan für das orthodore ZudenLHum. Begründet von Dp. Lehrnann in Mainz. Motttag, den 4. Juni 5654 (1894). Leitender Artikel. Sprüche der Mäter. Fünftes Buch. XVI. Mainz, den 1. Juni. Die Parallele zwischen den nvr<n 'Dan und den iprn ist zu lehrreich, als daß man sie nicht auch für die noch übrigen Merkmale ziehen sollte, an welchen man den Dan und den D^ erkennt. Das vierte Characieristicum eines wirklichen Weisen ist na^na tipdi pp bxi» „Er fragt zur Sache, und antwortet dem Gesetze gemäß." Noch mehr als durch die Antwort, die sie geben, legitimiren sich der oan und nb',z durch die Art und Weise, wie sie ihre Fragen stellen. Wenn Jemand nicht gerade die erwartete, corrccte Antwort zu geben vermag, so ist diese Unfähigkeit noch kein zwingender Beweis dafür, daß der Angefragte kein Dan ist. Das rechte Wort zur rechten Zeit zu sprechen, ist eine besondere Gnade Gottes, und wir wissen, D'jpi Dpi d>jdn^ iw tod np', daß Er auch den Bewährten zu Zeiten das rechte Wort entzieht und selbst den Erfahrenen die zutreffende Begründung nimmt. Die rechte Antwort zu geben, das liegt nicht immer in der Möglichkeit des Angefragten, wenn derselbe auch ein noch so großer oan wäre. Er kann unbeschadet seiner noan über den Gegenstand nicht genügend informtrt, er kann durch äußere Umstände wenig zu einer richtigen Antwort disponirt sein. In der Frage dagegen spricht sich ungezwungen die ganze Individualität und geistige Begabung aus. Ein jhv tJ'N, Jemand der nicht zu fragen veisteht, ist der eigentliche Gegensatz zum Dan, insofern es sich um Charakterisirung der tntellectuellen Seite der Eigenthümlichkeiten eines solchen handelt. Dagegen ist — nawn ’sn Dan — die Frage eines Dan schon eine halbe Antwort. Die Frage eines Dsn ist das, wofür sie sich ausgibt, sie sucht aufrichtig nach Belehrung und Aufklärung, deßhalb bleibt sie bei der Sache. Sie unterscheidet sich von der Gelehrten-Eitelkeit des d>u wie Tag und Nacht. Der fragt nicht um eine Antwort zu erhalten, sondern um keine zu erhalten. Dafür bietet er einen ganzen Apparat auf. Sei es altmodischer Pilpul im schlimmen Sinne, sei es gelehrt sein sollender Notizenkram, Spiegelfechtereien sind es immer, welche dazu dienen, die Wahrheit zu verdunkeln und das eigene Ich in ein recht gefälliges, Geistesblitze sprühendes Licht zu setzen. Derselbe Geist documentirt sich auch in der Antwort des Dan; sie ist na^na. Sie dreht sich fortwährend um das Gesetz unseres Lebens, dem das ganze Lernen und Forschen geweiht ist. Wie unsere großen weisen Vorbilder ihre Forschungen immer mit der Frage besiegelten, .xnaSn ’nd^ jtj’D NpBj, welchen Einfluß auf das Gesetz haben diese Untersuchungen zur Folge, was kommt für das praktische Leben dabei heraus, so ist die immer erneuete Rückkehr zur thatsächlrchen Erfüllung des Gottesgesctzes die eigentliche Blüthe und Frucht aller Weisheit D'aiD D'ipyDi nautn noan n^an. Die anderen treiben archäologische, linguistische, historische und literarische Studien. Zu diesem Zweck nehmen sie unsere heiligen Urkunden des Gesetzes und der Überlieferung in die Hand und durchftöbern dieselben. So können über alle diese Hilfswissenschaften auch ganz gut Bescheid wissen, vielleicht besser als der Dan alten Schlags, aber wenn man sie nach einem einfachen p, nach einer gewöhnlichen Norm des Gesetzes fragt, dessen Folianten sie doch zum Gegenstand ihres Studiums gemacht haben, so stehen sie in schülerhafter Hilf- und Ratlosigkeit da. nabn^> antworten — ja das vermögen sie nicht. Sie ediren das Machsor und beten seine Gebete nicht, sie studiren den Talmud um die Botanik, Medizin und Zoologie seiner Autoren zu er-

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