Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 43 (31.5.1894)
- Date
- 1894-05-31
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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MWMWWWWW piüjpiji.(1IJ-J ■'"■■.«•■•»my m- 791 Kontrolle zu organisieren. So bleibt der sogenannte Schächtartikel, soweit er das Kleinvieh betrifft, ein toter Buchstabe, eine papierne Dekoration. Das einzige, was durch die neue Ve^fassungsvorschrift erreicht worden, ist, daß die Israeliten nun das Fleisch von jenseits der Schweizergrenze beziehen. Die in Luzern wohnenden Juden, die früher, so lange der Schächter seines rituellen Amtes walten durfte, das Fleisch von den städtischen Metzgern (Christen) bezogen — die letzteren kauften das Vieh und schlachteten es aus, der Schächter vollzog lediglich den Halsschnitt —, laffen dasselbe nun von Como und Luino kommen, und zwar das letzte Kilo. Wenn also der Bundesrat und die Kontonsregierungen den Schächtartikel der Bundesverfassung zum Vollzüge bringen wollen, müssen sie sich ganz anders „ins Geschirr legen", als eS bis jetzt der Fall ist. Die Frage ist freilich, ob sie hiezu große Lust verspüren und ob sie überhaupt im stände seien, die Landmetzger von ihrer bisherigen Schlachtmethode abzubringen. Vermischtes. Weffely a. d. M., 10. Mai. (Bürgermeisterwahl.) Gestern wurde Josef Ornstein, der vierzig Jahre Mitglied des Gemeinderathes der Stadt Wessely war und seit acht Jahren als Bürgermeister dieser Stadt bereits fungirt. nachdem er in der vorigen Woche bei der Ausschußwahl aus dem dritten Wahlkörper einstimmig in den Ausschuß gewählt worden war, einstimmig zum Bürgermeister wiedergewählt. Es ist dies eine verdiente Anerkennung seiner uneigennützigen Bestrebungen zur Förderung des allgemeinen Wohles und seines Humanitären Wirkens. Ornstein ist auch Mitglied des k. k. Bezirks-Schulrathes, wo er durch sein offenes, mannhaftes Auftreten und seine bewiesene Förderung des Schulwesens allgemeiner Beliebtheit und Anerkennung sich erfreut. Mähren hat bei über 3000 Gemeinden 3 jüdische Bürgermeister und zwar: Kuffner in Lundenburg, Reich in KraSna, Ornstein in Wessely a. d. M. Budapest. Wiederholt sind zahlreiche Fälle vorgekommen, daß in den Zeugnissen der Mit-elschulen die Vornamen den Schüler israelitischer Konfession anders lauteten, wie in den Geburtszeugnissen derselben, was daher rührt, daß manche Eltern den Kindern später eigenmächtig andere Vornamen beilegen, als welche in den Matrikeln eingetragen wurden, so z. B. statt Jakob: Jenö, statt Adolf: Andor u. s. w. Der Cultus- und Unterrichtsminister hat nun — um die hieraus entstehenden Unannehmlichkeiten zu saniren — an die Schuldistrikts-Oberdirektionen einen Erlaß gerichtet, des Inhalts, daß die Direktionen der Mittelschulen streng anzuweisen sind, bei den Einschreibungen darauf zu achten, daß die Vornamen der Schulkinder stets genau dem Geburtszeugnisse entsprechend eingetragen werden. London. Am 6. Mai wurden die Juden in Cork, Irland, von dem katholischen Pöbel angegriffen, weil dieser sie für rednerische Ausschreitungen der protestantischen Straßenprediger verantwortlich machte. Die Polizei schritt aber energisch ein, verhaftete die Rädelsführer und stellte sie sofort vor das Gericht, das dieselben zu mehreren Monaten Gefängniß verurtheilte. Die Juden empfingen von den Behörden und der Bevölkerung die Beweise größter Theilnahme und eine Anzahl protestantischer Geistlichen und Laien erbot sich freiwillig zum Ersatz des vom Pöbel angerichteten Schadens. Mr. Montagu wandte sich am 9. Mai an den Minister und die Führer der zwei großen irischen Parteien. Der Minister sagte energische Maßregeln zu und die beiden Nationalistenführer Redmond und Mc. Carthy verurtheilten die Ausschreitungen in offenen Briefen auf das schärfste. Dennoch zeigt der ganze Vorfall, daß auch in England der Jude wenigstens der Masse noch immer als Sündenbock gilt, wie correct auch das Benehmen der leitenden Personen war. Briefkasten der Redaction. Abonnentin 10O in Th. Gott behüte Sie vor dem schweren Unrecht, in einer Badewanne da? rituelle Tauchbad zn nehmen. Wenn eine solche noch so viel Wasser enthält, nützt eS nicht. Sie müssen unter jeder Bedingung eine von zuverlässigen Gesetzeslehrern eingerichtete Mikwah aufsuchen. Das fließende Wasser eines Flusses, der normal fließt und durch Regengüsse oder Thauwetter seine gewohnte Höhe nicht übersteigt, kann als Ersatz für die Mikwah gelten. Auch hier ist besondere Anfrage bei zuverlässigen GesetzeSlehrern angerathen. mr M n; e i g e n. _ Für den folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. S.&D. LÖ WENTHfiL.Silberwaaren, ,75) Frankfurt a. M., Zeil 25, Israel. €ultusgegenstände. JSr. Haushälterin auS gut. Fam., welche läng. I. ein. Haush. selbstst. führte, Ia. Zeugn. besitzt, sucht gleich od. später ähnl. Stelle, am liebst, b. Wittwer, ält.Herrn od.Dame. Ginge auch mit auf Reisen. Offerten unter F. 315 an A. I. Hofmaun, hebr.Buchhandl., F r a n k fu r t a. M. (39e ür m. Sohn, der z. Z. die 4. Klasse der Realschule besucht, suche ich eine kanfmän. Lehrstelle per 15. Juli mit der Bedingung Kost und Logis im Hause. Offert, u. Gegenbedingungen erbitte an meine Adresse M. Höchstädter, 3251) Nördlingen. Soeben erschien: (119a Mer-KM>Mr.20 Jsr. Prediger-Bibliothek. Ausführliches Vrrzeichniß von predigten u. Vorträgen. Interessenten steht derselbe gratis und franco zu Diensten. I. Kanffmann, Buchhdlg., Frankfurt a. M. GOGGGOGGGGO in militairfr. jung. Mann, der die Moll-, Weiß- und Mauufakturwarenbcanche genau kennt, sucht in einem SamstagS geschlossenen Geschäfte, gleichviel welcher Branche, Stellung als Reisender oder Verkäufer. Offerten sub 8. 8. 3266 an d. Exp. d. Bl.