Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 42 (28.5.1894)
- Date
- 1894-05-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXV. Jahrgang. M 48. Der Israelit. Ein Genlrak-Hrgan für das orthodoxe ZudenIHum. Begründet von Dr. Lehman« in Mainz. Montag, den 88. Mai 5654 (1894). Leitender Artikel. Sprüche der Jäter. Fünftes Buch. XVI. Mainz, den 27. Mai. Bevor wir die am Schluffe unserer jüngsten Betrachtung angedeutete Parallele ziehen, wollen wir noch kurz die übrigen Kriterien präctstren, welche den con von dem d^u unterscheiden. — Das bereits behandelte erste Erkennungszeichen des vollendeten Weisen und des unfertigen Wtffers tritt zu Tage bcvor resp. sobald beide den Mund öffnen. Der asn, der nicht und der rtm der wohl das Wort zuerst ergreift, auch wenn Größere an Weisheit und Erfahrung zugegen sind, haben damit sich selber charakteristrt, und zwar ohne Rückficht auf den inneren Gehalt oder die Gehaltlosigkeit ihrer Worte. Hat der an Weisheit und Erfahrung Ueberlegene nun das Wort zuerst ergriffen, so bietet sich sofort als zweites Merkmal für den bescheiden zurückgetreienen orn oder den laut sich vordrängenden die Art und Weise des Verhaltens. Der hervorragende seine Ansicht entwickelende un von ran nm -pnb djdj, der Weise fällt dem Redner nicht in's Wort. Hat der erste Redner seine Darstellung beendet und der Genosse gelangt nun zum Wort um etwaige Anschauungen des Vorredners richtig zu stellen, so geschieht auch dies ohne überstürzende Hast 2'«^ braj Wenn der Redner wirklich ein von ist. so übereilt er seine Entgegnung nicht. Hat er sie aber einmal begonnen, so bleibt er bet der Sache, für deren Richtigstellung er ja lediglich das Wort ergriff n hat, er sucht nicht durch Abschweifungen vom eigentlichen Thema seine Vielseitigkeit zu zeigen, sondern er ist no^no o'lvv pjjD er trägt zur Sache und entscheidet nach Gesetz. In dieser Beschränkung, die er nicht nur nach außen, sondern auch nach innen, in der Anordnung und Gruppirung des Themas bekundet, zeigt sich der Meister \mvn pr*n by ivm Tnrw vnn« lieber das was ihm im Lause der Darstellung selbst dunkel und zweifelhaft geblieben ist, geht er seine Unzulänglichkeit vertuschend nicht schweigend hinweg, sondern yor no by ’nyor nb von dem was er nicht versteht, sagt er ich verstehe es nicht, oder das was er nicht durch Ueberlieferung gehört hat, erklärt er als ihm unbekannt. Es ist ihm ja nicht darum zu thun zu siegen in dem Geistesturnter und den Gegner zu überwältigen, sondern die Wahrheit und nur die Wahrheit will der Weise ermitteln. Deßhalb nniv neun by sträubt er sich nicht nur gegen die Wahrheit, sondern er erkennt sie an, von wem er ste auch hört. Das Gegenthetl von alledem kennzeichnet den v^v. Wir sehen hier die sieben Merkmale des von und übu genau nach der Reihenfolge aufgezählt, wie sie bei jeder Dtscusstou zu Tage zu treten pflegen, von dem ersten Beginn btS nach Schluß derselben. Wieso die Zurückhaltung, welche in dem Streit der Meinungen den an Erfahrung reicheren zuerst reden läßt, denjenigen, der sie übt als von bekundet, haben wir bereits am Schluffe der vorhergehenden Betrachtung zu erklären versucht. Das zweite Erkennungszeichen des v^a nicht demjenigen in's Wort zu fallen, dem er einmal den Vorrang eingeräumt hat, hat gewiß nicht nur eine Unterbrechung im Auge, welche dem Redner entgegen treten, sondern selbst eine solche, die ihn unterstützen will. Der Weise hört schweigend die Ausführungen seines Partners an und beginnt erst zu entgegnen oder zuzustimmen, wenn derjenige, dem der Widerspruch oder die Zustimmung gilt, vollkommen zu Ende gesprochen hat. Jede Unterbrechung, auch die zustimmende, stört die Disposition des Redners und gefährdet die Klarheit der Wiedergabe. Der wirklich Weise, der nicht in der Redeschlacht glänzen