Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 41 (25.5.1894)
- Date
- 1894-05-25
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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749 Zeittt«gs«achrichten und Correspoudeuzen. Deutschland. Mainz. Ein ganz unerhört er jüdischer Pfaffen trug ist es, über welchen uns Herr Rabbinats Kandidat Dr. Leo Hirschfeld in Ostrowo eingehende Mittheilung macht. Der Onkel des Einsenders, Herr Rabbiner Dr. Pleßner hat einen uns abschriftlich vorliegenden Brief einer Dame erhalten, an deren Wohnort sich keine .-npv befindet und für welche die Benützung einer solchen mit vielen Umständen und Kosten verbunden ist. Dieselbe hat sich nun an Jemanden mit der Anfrage gewandt, ob sie nicht von dieser Pflicht dispensirt werden könne. Dieser Jemand aber ist ein Betrüger, welcher die Stirne hat eine jedenfalls religiöse, gewissenhafte Frau durch die verlogene Vorspiegelung zu dupiren, durch ein von einem Almosen begleitetes Gebet dürfe man sich über einen ms *iid% also über ein Verbot der Thora hinwegsetzen, auf dessen Uebertretung die Ausrottungsstrafe gesetzt ist! " Der schamlose Jmpostor hatte nun die Stirne ein solches Gebet zu fabriclren. Dasselbe hat folgenden Wortlaut: .TpO D'pÖS HVON J>'N Vd’ UW D13N IX HipD l'NP ’D .mrmn QTp ni nDN’ mpos '7i -jns:D n« nss'.Dx: 'ss y.'pas pnis tenp-tt^ nspru ü nsrni wnnp m yan 'rpi dpsp ,—ind D’ysn« bar minta Tiipvs 'nb:o ibsD >b •vn nnjs 'bvvb ’nspj nmn p n»ö^ y"N mwo unp .vyr 'Tin D’D^iyn tu 'n ms dps Hernach spricht man: . . . ^NIP» DS^PN y"1 “IÖN 'n “jns'D r« nss'Dtfi *bs yppis ymx ich v,~> pmN s’ns »pn vs pm« j/dpd yi'pjs pm« s’nsn Pfo dts rsrm isp vby rbyuar -imb wn np-nb ’bs SBU bD ^Sü „Bitte dieses Gebet zu prüfen", fügt „die Frau in ihrer Anfrage an Herrn „Dr..Pleßnerbei, ,,eö ist meines Erachtens „hocherhaben und bin der Ansicht, daß „ebenso gut, wie das Opfer durch Gebet „ersetzt wird, auch diese fromme Hand- „lung im höchsten Nothfalle durchGebet „ersetzt werden kann." Herr Rabbiner Dr. Pleßner hat die Frau über ihre Pflicht und über den Betrug, dem sie verfallen ist, aufgeklärt. — Da die Dame die Angelegenheit als geheime Ehrensache behandelt wissen will, so theilt der Einsender nur mit, daß dieselbe in Westpreußen wohnt, verschweigt aber den Wohnort. — Der Name des frommen Schwindlers ist dem Einsender nicht bekannt. Vielleicht trägt diese Veröffentlichung dazu bei auf seine Spur zu führen, dam't wir ihn an den Pranger stellen können, an den alle Fälscher und Betrüger gehören. Berlin, 22. Mai. Die Verbreitung der Jaden im Deutschen Reich wird durch eine neue Kurte in der im Erscheinen begriffenen fünften Auflage von Meyers Konversation-Lexikon sehr interessant veranschaulicht. Das vorzüglich gestochene und sauber ausgeführte Blatt, das zum Artikel „Deutschland" gehört, ist gemeindeweise bearbeitet und vermag somit auch über die Vertheilung in den statistisch kleinsten Gebieten genaue und zuverlässige Auskunft zu geben. Die Karte hat, wie die „Post" bemerkt, als einzige und erste in ihrer Art hervorragendes geschichtliches, politisches und zeitgemäßes Interesse. Cassel, 22. Mai. Ich würde mich zum Worte betreffs Errichtung einer Versicherungskaffe für stellenlose mp 'ivip - Handlungs Commis nicht gemeldet haben, wenn es mich nicht drängen würde Ihnen mein volles Einverständniß mit dem Artikel „Aus Bayern" in Nr. 37 Ihrer gesch. Zeitschrift auszudrücken. Will man etwas bessern, so muß man den Heerd der Krankheit zu erforschen suchen; einzig und allein ist eine Besserung zu erzielen, wenn Prinzipäle der am v"i mp geschloffenen Geschäfte mit ihrem Vorrath an solchen jungen Leuten aufräumen, denen nichts daran liegt, daß sie „zufällig" v"i mp feiern können, und nur solche junge Leute einstellen, denen es wirklich heiliger Ernst ist msi pm den mp zu halten. Wenn durch Ihre gesch. Zeitschrift eine derartige Bewegung in's Leben gerufen und stets der Mißstand gerügt wird, daß frommePcinzipäle junge Leute beschäftigen, die N'DTnm mp ^noi rvano »toi« sind, so glaube ich, daß diese Geschäftsinhaber sich endlich ermannen und so auf die einfachste Weise Abhülfe schaffen werden. Sie brauchten nicht zu fürchten deshalb für unduldsam verschrieen zu werden; denn umgekehrt ist es v)bx \jd nns, daß ein frommer junger Mann in einem am mp geöffneten Geschäfte, an diesen Tagen von der Arbeit dispensirt ist. Der Erfolg der vorgeschlagenen Bewegung kann nicht ausbleiben, und in diesem Falle dürfte die Institution einer Versicherungskaffe für stellenlose mp noip Commis, deren Lebensfähigkeit ich überhaupt bezweifle, illusorisch werden. Gerade in Frankfurt a. M., welche Stadt eine ^tnp’s dni tv zu sein beansprucht, und als solche ein gewisses „Prä" zu haben glaubt, giebt es Hunderte von nichtreligiösen jungen Leuten in am tr'i mp streng geschlossenen Geschäften. Wenn in dieser Beziehung aller Orten Remedur geschafft wird, wird die Zahl der stellenlosen mp 'ivip-Commis bald auf ein Minimum reduztrt sein; daß das recht bald etntreten möge, wünscht »nn» PW in Hessen.