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Der Israelit · 1894-05-10 · Heft 37 (10.5.1894) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 37 (10.5.1894)
Date
1894-05-10
Page
– (sequence 12)
Language
German
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her vorgerufen. Durch ein Gerücht, wonach die jüdische Händlerin Czeruajewtzki in O-Wiccim von Königstütte ein kleines Kind zu Ritualzwccken nach dort gebracht hätte, entstand in Oswiec'm eine arößere Aufregung. Hunderte von Landleuten sammelten sich vor den Häusern der dortigen Juden, und mußte die Behörde, um Ausschreitungen entgegen zu treten, die Gendarmerie der Umgegend requiriren. Eine bei der Händlerin Czernajewskt vorgenommene Haussuchung förderte ein Zicklein zu Tage, welches die Händlerin zum Osterbraten nach Haus mitgenommen batte. Hannover. Zum Direktor der hies. Lehrerbildungsanftalt wurde an Stelle Dr. Kroners der Rab biner Dr. L. Knoller aus Breslau gewählt. Schildberg. In einer am 14. v. Mts., Abends 81/* Uhr, in der Kaiser'schen Conditorei hierselbst abgehaltenen Versammlung wurde die Gründung eines Wohlthätigkeits- Vereins, den Namen „Eintracht" führend, beschlossen. Der Verein bezweckt hauptsächlich arme jüdische Schulkinder zu unterstützen. Der monatliche Beitrag beträgt 25 Pf. Außerdem sollen zur Unterhaltung der Mitglieder Leseabende, sowie Vorträge stattfinden. Dem Vereine gehören bereits 34 Mitglieder an. In den Vorstand sind gewählt worden die Herren Rabbiner Dr. Bamberger als Vorsitzender, Kaufmann Niclas als stellv. Vorsitzender, Büreauvorstcher Wolff als Schriftführer und Kaufmann Leopold Schwarz als Rendant. Italien. Rom. König Humbcrt empfing einen Sendboten aus Jerusalem, der Italien bereift um Gelder zu sammeln behufs Unterstützung der aus Marocco emgewanderten Juden, die in Palästina eine Colonte gründen. Der König spendete zu diesem Zwecke 5000 Lire. England. M. London, 6. Mai. Die für den 9. Mai anberaumte Sitzung des Gemeinderaths der tintied- Synagogue, in welcher über den beabsichtigten Kauf des Grundstücks in Oowwereial-Load behufs Errichtung einer großen Synagoge beschlossen werden sollte, ist infolge mehrerer Petitionen an Lord Rothschild seitens der Mitglieder verschiedener Synagogen verschoben worden. — In einem Abschieds- und Dankbriefe des Herrn Dr. Lerner an Herrn S. Montague, den Präsidenten der Federation of Synagogues bittet derselbe, ihn am 1. Juni cr. aus seinem Amte zu entlasten. Wie wir hören, soll dem künftigen Oberrabb'.ner von Altona und Schleswig eine Adresse sowie ein silberner Chanukah-Leuchter überreicht werden. — Seit vorigen Dienstag weilt in London der in weiten Kreisen Europas bekannte russische Arzt, Hofrath Dr. Dembo aus Petersburg. Derselbe hat einen 11 monatlichen Urlaub von seiner Anstellung am Hospital genommen, um Recherchen über die nichtjüdischen Schlachtmethoden in den verschiedenen Großstädten Europas anzustellen und hat, wie den Lesern des „Israelit" bekannt, bereits eine Broschüre herausgegeben, in welcher er die Fehler und Nachtheile derselben nicht nur vom chemischen Standpunkte, sondern auch von dem des p nachweist. Im Gegensatz dazu ist er von wissenschaftlicher Bewunderung für unsere hygienischen und diätetischen Gesetze erfüllt. Dr. Dcmbo hat seit kurzem seine lange v.rnachlässigten, aber nicht vergessenen hebräischen Studien wieder ausgenommen, korrespondiert gewandt und witzig in der heiligen Sprache und ist nicht nur ein internationaler Sachverständiger auf dem Schlachtgebiet im allgemeinen und dem der Schechita im besonder« geworden, sondern eine wirkliche Autorität, welchen der große Kownower Rabbiner Spector selbst gelegentlich über m» zu Rathe gezogen hat. — Von allen Seiten sind dem großen Gelehrten hier Auszeichnungen zutheil geworden, darunter verschiedene Einladungen in distinguirten Familien. — Herr Israel Gollancz. Sohn des langjährigen Vorbeters an der alten Hamburger Synagoge, ist zum Examinator für englische Sprache, Literatur und Geschichte an der Londoner Universität ernannt worden. Es ist dies eine besondere Auszeichnung für einen so jungen Gelehrten — Herr Gollarcz ist nicht rlter als 30 Jahre — wenn man annimmt, laß ihm der Vorzug vor mehreren recht bedeutenden Mitbewerbern gegeben worden ist. Profissor Hales, sein Vorgänger an der Universität, nennt die Stellung „die hervorragendste unter den jungen Gelehrten der Gegenwart." Privat-Telegramm des „Israelit". (Konnte nur noch in einem Theil der heutigen Auflage Aufnahme finden.) Jeeaateriuoslaw, 10. Mai, 11 Uhr 55 Min. Am Ostermontage (Russischen Styls) hat eine ernste Judenhetze stattgefunden. Sämmtliche jüdische Wirthshäuser und viele Kaufläden wurden demolirt und geplündert, 100 Personen wurden verhaftet, einer körperlichen Züchtigung unterzogen und dann wieder entlasten. Briefkasten der Redaetion. Herr I. N., Rabb.-Verw. in W. Rappoport in seiner ersten Note zu seiner Biographie KalirS bespricht schon ein-- gehend beide von Ihnen angeregten Punkte. Briefkasten der Expedition. S. H. Beul 10 M. empfangen. L. F. in Ncuhäufcl. Ungarische und österreichische Briefmarken nehmen in Zahlung.

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