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Der Israelit · 1894-05-10 · Heft 37 (10.5.1894) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 37 (10.5.1894)
Date
1894-05-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXV. Jahrgang. . / Jfs 87. Der Israelis Ein Kenlrat-Hrgan für das orthodoXe Iudenthum. Begründet von Dr. Lehman» in Mainz. Donnerstag, de« IO. Mai 5654 (1894). Df* Die nächste Ausgabe des „Israelit" erfolgt Mittwoch veu 16. Mai. ~VNE Leitender Artikel. Sprüche der Wäter. Fünftes Buch. XIII. Mainz, 7. Mai. Wir haben am Schluffe unserer vorigen Betrachtung darauf hingewiesen, warum die in Rede stehenden Dinge gerade in der Dämmerstunde des Sabbat-Eingangs geschaffen wurden, und wie ste sich von dem, was wir gewöhnlich mit „Wundern" bezeichnen, unterscheiden, d’dj, Wunder sind Beweise, daß Gott die Gesetze der irdischen Natur, des gewöhnlichen Weltlaufs jederzeit aufheben kann und aushebt, wenn es die höhere Ordnung der Dinge erfordert, für welche die ganze irdische Welt ins Dasein getreten ist. Hier aber handelt es sich um Dinge, D'-oi, die schon seit Beginn der Welt bestehen, die den Schlußstein der irdischen Schöpfung und somit die Brücke zwischen der niederen, sinnlichen und der höheren, sittlichen Welt bilden. Für uns sind diese Schöpfungen erst in die Wirklichkeit und Wahrnehmung getreten, als der Moment gekommen war, für den ste bestimmt waren. Wir wollen dies nun an einzelnen der zehn hier namhaft gemachten Dinge zu veranschaulichen suchen. Erstens pwi >e>, das ist die Oeffnung oder Mündung her Erde, wörtlich der Mund der Erde, mit welchem dieselbe Korach und seine Genossen mit Hab und Gut verschlang. Man kann sich diesen Vorgang nicht so denken, daß die Erde sich plötzlich geöffnet habe, wie dies bei Erdbeben und vulkanischen Bewegungen vorzukommen pflegt. Bei solchen Vorkommniffen bilden sich allerdings auch Riffe, die aber gewöhnlich offen bleiben und die Katastrophe überdauern, der sie ihre Entstehung verdanken. Hier hat sich die Erde geöffnet und nachdem ste Korach verschlungen, wieder in einer Weise geschloffen, daß keine Spur der Oeffnung zurückgeblieben ist, also ganz so wie sich der Mund öffnet und schließt. Dieser Mund der Erde, mit der Fähigkeit sich zu öffnen und zu schließen, ist am Schluß der sechs Schöpfungstage geschaffen worden. Er gehört somit der Erde an, trat aber erst zur allgemeinen Wahrnehmung an die Oeffentlichkett gelegentlich der Katastrophe Korachs. Die Stellen der Thora, welche den Vorgang schildern, bestätigen diese Thatsache mit jedem Worte, nnem!tb m pinn hie Erde öffnete ihren Mund, den sie also längst besaß und der uuu jetzt zur Wahrnehmung gelangte, während er bisher verborgen und verhüllt war. Für gewöhnliche irdische, niedere Ziele und Zwecke hätte die Schöpfung eines Erdmundes keinen Sinn. Er war seit der Weltschöpfung dazu bestimmt, der verletzten göttlichen Autorität und ihrer Vertreter Moscheh und Aharon zu ihrem Rechte zu verhelfen, als ste durch den Empörer Korach vor dem ganzen Gottesvolke in Frage gestellt wurden. — Wir müffen es uns versagen, die einschlägigen Schriftstellen hier anzuführen und den Beweis für die Richtigkeit dieser Auffassung damit nachzuweisen. Wir verweisen für diesen Zweck die tiefer eindringenden, aufmerksamen Leser aus den Aboth- Commentar von Rabbi Herz Wesel, dessen besonders lichtvollen Erklärung dieser Mischnah wir hier im wesentlichen folgen. Das zweite der Dnavi rrwy ist ■wan «: der Mund des Brunnens. Es ist das der Mirjamsbrunnen. der in einem Felsen verborgen war und durch Berührung des MostsstabeS sichtbar wurde, sich öffnete, das Gottesvolk und feine Heerden mit Waffer versorgte und sich dann wieder schloß. Er gleicht also nicht andern aus Felsen sich ergießenden Quellen, deren Waffer fortwährend fließt, sondern der in Rede stehende Wüstenbrunnen war mit einem Munde ausgestattet, der sich zur

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