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Der Israelit · 1894-05-07 · Heft 36 (7.5.1894) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 36 (7.5.1894)
Date
1894-05-07
Page
– (sequence 17)
Language
German
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mmtFmmmmm' T?r. ^yZ^r-'r’^7^7- XXXV. Jahrgang. Zweite Seilaze zu M 36 des „Israelit". Literarische Berichte. Sechs Festpredigten für Peßach und Schowuos von Rabbiner Dr. H. Sänger. Frankfurt a. M. I. Kau ff mann 1894. Der Verfasser der vorliegenden Predigtsammlung ist den Lesern des „Israelit" durch dessen langjährige Mitarbeiterschaft in so vortheilhafter Weise bekannt, daß dessen literarische Productionen nicht erst der Empfehlung bedürfen. Es genügt auf die Schrift hinzuweisen, um sicher zu sein, daß dieselbe von allen Bekannten des Autors gern gelesen wird. — Was uns an den Predigten besonders anmuthet, ist die kernige Kürze und die ganze Form und Sprache, welche mehr an den klar denkenden Geist als an das Gemüth appelliren. Wir wünschen den gesunden, präcis gefaßten Gedanken der vorliegenden Predigten recht vielseitige Verbreitung. * * * me J*nn *dti im D"fcnnD nV'ltf i&d dib-ih rvi> «am , ppeen p*pnaN b"ui "JJ7PD pflfc* .'"Z me '"y Dieses von den Rabbinen in Preßburg, Ungvar, Rabb. Sal. Spitzer u. a. approbirte Werk, bürgt schon durch den Namen seines Verfassers für dessen allseitige Gediegenheit. Der Verfasser, ein prniv Tt^n des dbd, behandelt in den vorliegenden mzmsn mit einer an seinen großen Lehrer erinnernden Meisterschaft, die schwierigsten Probleme und zu Theil Materien, welche die Neuerungen innerhalb der heutigen Judenheit zum Gegenstände haben. — ©ennnwn ist ein trefflicher Kommentar der nimpei D'jn* (d nriffo beigegeben, welcher glänzendes Zeugniß für die Vielseitigkeit und den tiefen Scharfsinn des Verfassers ablegt. Besonders aber hat uns die 11 Folioseiten umfassende Einleitung unter dem Titel: prw rmn angesprochen. — Die innige Gottesfurcht und die ungewöhnliche Bescheidenheit, die aus jeder Zeile diese Abhandlung sprechen, machen dieselben zu einem uuieum, welches allein die Anschaffung des werthvollen Werkes empfiehlt. — Wir sind überzeugt, daß kein min p dieses kostbare Werk ohne volle Befriedigung aus der Haud legen wird, und erlauben uns recht angelegentlich hiermit aufmerksam zu machen. Zeitungsnachrichten und Correspondenzeu. Deutschland. Berlin, 23. April. Professor Dr. Wilhelm Löwenthal ist am 20. d. M. hier an einem Herzschlag in Folge eines Jnfluenzaanfalles plötzlich verstorben. Ein noch nicht langes, aber überaus bewegtes Leben bat damit seinen Abschluß gefunden. Zu Rybnik im Jahre 1850 von jüdischen Eltern geboren, war Löwenthal von Hause aus Mediziner, hatte nach längerem, wissenschaftlichen Zwecken gewidmeten Aufenthalt im Kaukasus hier in Berlin die „Bürgerzeitung" übernommen uno machte auch als Erfinder eines Sparmarkensystems von sich reden. Dann übersiedelte der Heimgegangene nach der Schweiz, wo er als Professor in Lausanne thätig war. Aber nicht lange darauf sehen wir ihn als Beauftragten des Baron Hirsch in Argentinien, um dort die Verhältnisse zwecks Ansiedlung russischer Juden zu stndiren. Seine in Argentinien gemachten Erfahrungen hat er zur Zeit im „Israelit" niedergelegt und erregten dieselben bet deren Erscheinen allenthalben das größte Aufsehen. Nachdem er sich mit Baron Hirsch entzweit, wendete sich das Interesse des vielseitigen Mannes einem neuen Gegenstände zu. Er glaubte, ein Mittel gegen die Cholera entdeckt zu haben, und die französische Regierung gab ihm in Tonking Gelegenheit zu praktischen Versuchen. Schließlich zeigte der Wegweiser seines Schicksals wieder nach Berlin. Hier, wo er Mitinhaber des Verlages des „Berliner Adreßbuchs" war, widmete Löwenthal sich der Förderung humanitärer Anstalten und stand auch zu Gunsten der Frauenbewegung in der ersten Reihe der Kämpfer. Nun ist der unermüdliche Wanderer gar schnell zur ewigen Ruhe gelangt. M a r o c c o. Marokko. Seit einiger Zeit erhält das Central- Comite der All. Jsr. sehr betrübende Nachrichten über die Lage der israelitischen Gemeinden des Innern. Die Hungersnoth wüthet in verschiedenen Gegenden Marokkos, namentlich in Fez und Mequinez. Man wird sich ein Bild von dem Elend machen?, das in Fez herrscht, durch folgende Auszüge aus Briefen des Direktors der Allianceschule in jener Stadt. Die Heuschreckenplage, die Trockenheit, welche die Einwohner gefährdeten, haben im Jahre 1893 eine wahre Hungersnoth in den Provinzen des Innern hervorgerufen. In Fez ist die Zahl derjenigen Israeliten groß, die ihren einzigen Broderwerb darin fanden, daß sie in den Dörfern und arabischen Ansiedelungen Handel trieben. Da nun aber die Bauern nichts mehr zu verkaufen hatten, konnten sie auch nichts mehr kaufen. Daraus entstand ein allgemeines Elend, welches die Zahl der bedürftigen Israeliten unserer Stadt in furchtbarer Weise vermehrt hat. Auf eine Bevölkerung von 5000 Seelen, gibt es deren mehr als 1400,

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