Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 34-35 (1.5.1894)
- Date
- 1894-05-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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XXXV. Jahrgang. Zweite Seil. M M 34 & 35 des „Israelit". Leitende Artikel. Zur talmudifch-grammatischen Wese. Da die in Nr. 28 des „Israelit" von der verehrltchen Redaction als in einer der nächsten Nummern zu veröffentlichenden „zwei wetteren hierher gehörigen Aeußerungen von sehr geschätzten Gelehrten" bisher nicht erschienen sind, sei hier den Herren Dr. B. Königsberg er in Breslau und Rabbiner Alexander Fischer in Karlsburg (Siebenbürgen) die ihnen schuldige Antwort, um dieselbe nicht zu sehr zu verzögern, gegeben. Die Talmudwiffenschaft dürfte Herrn Dr. K. für seinen in einer Handschrift gemachten Fund dankbar sein, zugleich jedoch mit gewissem Stolze sich weigern, in der Tradition festwurzelnde nvjio auf Grund einer in einer an sich fraglichen Handschrift sich findenden Variante einer Kritik zu unterwerfen. Herrn Rabbiner A gelte folgendes als Erwiederung : Zunächst wird von ihm eingewendet, daß „der Ausdruck a? grammatisch nicht zu rechtfertigen sei, da es doch n91M heißen müßte." Bildet denn das Talmudische nicht im Allgem.-'nen den Akkusativ durch Vorsatz von b, wie es ja auch z. B. an der Stelle selbst in der hidi heißt: "jnriD nb mm nb? Die Tosafisten wollen doch jedenfalls im Sinne des p"n den pentateuchischen Vers deraschisch erklären. Selbst exegetisch so gefaßt, dürfte derselbe nach dieser Richtung hin keine sonderliche Schwierigkeit bieten. Nicht selten bedient sich schon das Klassisch- Hebräische des b zur Bezeichnung des Akkusativ, z. B. »V (II Sam. 3. 30), ^2 ^'.«'2 (Hiob 5, 2), «3? *:n 157 (II Chr. 17, 7) W ml WW. (III. Mos. 19, 18. s. auch 34.), vgl. V* «TM (Rieht. 16, 26) und '? «P'M (II. Mos. 32, 10), bald mit Akkusativ, bald mit b verbunden. F.rner wird von Herrn Rabbiner F. gerügt, daß „'Din wohl auch, im Hinblick auf das bei n7 auf 2 Wörter zu vertheilende Doppellamed, nicht 7w:n 'b, sondern 'b gesagt hätte". Warum muß denn durchaus ‘b gesagt werden? Das Dagesch ist doch eben das der Verstärkung, Verdoppelung eines Konsonanten dienende Zeichen. Siehe Raschi zu III. Mos. 26, 35 pw .norn 'v' bi 0»»B i>DD O1PN0 'DJ7 0"»1 MDDD. Drittens wird von Herrn Rabbiner F. geltend gemacht, daß „auf die dritte Person npbi die zweite Person des Imperativ folge und somit diese | Erkärung auch an logischen Gebrechen leide. Denn welcher gesunde Sinn, frage er, wäre auch in den gewundenen Satz: „„Und cs nehme der Priester den Bug — koche ihn dann, so wie er ist! — vom Widder"" hineinzudenken? Welcher Jdeengang sollte die Veranlassung sein, die Parenthese „koche ihn dann, so wie er ist!" mitten in den Satz „und es nehme der Priester den Bug vom Widder" hineinzukeilen?" Dieser letzte Einwand mit dem ganzen Aufgebot seiner Redekraft dürfte nichts mehr als müßig und hinfällig erscheinen, wenn derjenige, welcher hier dem Imperativ seine Berechtigung abzusprechen für nöthtg hält, V? einfach als Infinitiv faßt, eine Kombtnatin, die keinen besonderen Scharfsinn erheischt. Der Vers — natürlich nur, wie hier noch einmal nachdrücklichst wiederholt sei, in seiner deraschischen Erklärung seitens der tya 'Din — würde sich somit folgendergestalt darstellen: „Und es nehme der Priester den Bug, um ihn später zu kochen, vom Widder." Uebrigens sei darauf aufmerksam gemacht, daß selbst im Klassisch-Hebräischen die Konstruktion von einer Person zur anderen des Oefteren überspringt. Vgl. na^n rnt n«] nfiifrn pao nnnan m dti plan pn« (IV Mos. 17, 2), nnn ü^npa »<an bn oiea (I. Moz.' 49,' 6, siehe Raschi hierzu)/?\m (Habak. II, 15) u. v. a. m. Herr Rabbiner F. glaubt nun. in 'Din nicht n1 sondern n??> lesen zu müssen, kann aber nicht umhin, selbst zu bekennen, daß hier in dem Worte gar nicht mehr vom Kochen die Rede sei. Unverkennbar erscheint demgemäß die Erklärung des tosafistischen a? W* als dem Wortsinn entsprechend vorzuziehen, zumal in Hinsicht auf die gleich hinzugcfügte Erklärung zu dem anscheinend schwierigen n?: 7\b itrv idd .xthp idd. Endlich bedaure ich konstatieren zu müssen, daß Herr Rabb. F. in Karlsburg (Siebenbürgen) die ,,Erklärung der wi für nicht richtig hält". Zum Schluß sei noch bemerkt, daß die in Nr. 17. des „Israelit" veröffentlichten Ausführungen der 'Din, ohne für sich allein den Vorzug der Richtigkeit in Anspruch zu nehmen, nur zu weiteren Erklärungen anregen sollten. twi nmn Hr. Ostrowo Dr. Leo Hirschteld, cand. rabb. Zur Lösung der Schwierigkeit px nVtto stelle ich Folgendes zur Verfügung. Vorausschicken will ich, daß Herr Dr. Hirschfeld ganz recht hat, wenn er die xnnte des »m p"n auf die sprachliche Abnormität des nbwi zurückführt. Ich füge der diesbezüglichen Ausführung des Herrn