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Der Israelit · 1894-04-19 · Heft 32-33 (19.4.1894) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 32-33 (19.4.1894)
Date
1894-04-19
Page
– (sequence 13)
Language
German
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sss angenehm sein, wenn ihm thatkräftige Hülfe seitens tüchtiger Kräfte wird; zu diesen rechne ich die besonders schätzbare Kraft des Herrn M. L., der damit auch ein Versprechen einlösen würde, welches er dem Schreiber dieser Zeilen vor mehreren Jahren gegeben hatte.*) — Was nun die Stellenlosigkeit selbst betrifft, so ist solche — dem Anscheine nach — nicht so groß als man vielleicht annehmen möchte**), das würde für die Existenzfähigkeit einer Versicherungskaffe sicher sehr gut sein; ich möchte aber nur daran erinnern, daß eine ganz bedeutende Herabminderung der Stellenlosigkeit erfolgen würde, wenn die jungen Leute sich es angelegen sein lassen würden, sich in den Berufsfächern einige Ausbildung zu verschaffen. Doppelte Buchführung, Sprachen, Stenographie gelten heute als nothwendig für das Fortkommen des Kaufmanns; mindestens aber sollten angehende Kaufleute richtige deutsche Briefe schreiben und einer guten, wenigstens leserlichen Handschrift sich befleißigen können. Leider ist es mit dem Streben nach Kenntnissen unter den Bewerbern bei den Vereinen sehr schlecht bestellt, und nur diesem Grunde zuzuschreiben, wenn junge Leute oft jahrelang Bewerber sind, ohne Stellung zu erlangen. — N. J. Preßburg, 12. April. Die Anregung, welche in Ihrer w. Zeitschrift behufs Errichtung einer Versicherungsrasse für stellenlose Handlungsgehilfen gemacht wurde, um der überhandnehmenden Sabbatentweihung Schranken zu setzen, muß von jedem noch jüd. fühlenden Israelit mit Freuden begrüßt werden. Der Hauptschwerpunkt in dieser Sache ist der materielle Faktor und gehen darin die bis jetzt gemachten Meinungen nicht auseinander. Dieser Standpunkt könnte nach meiner schwachen Ansicht folgenderweise ausgetragen werden. Wie bekannt, sind die Krankenkaffen obligatorisch so eingeführt, daß z. B. ein Principal verpflichtet ist für seinen Lehrling und Gehülfen so und so viel zu zahlen, was dem Gehülfen bei seiner Honorirung zum Theil in Abzug gebracht werden kann. Im Erkrankungsfalle erhält derselbe ärztliche Behandlung, Arzneimittel u. s. w. Dies würde mit einigen Modificationen auch hier angewendet werden können *) Das Richtigste wäre wohl die Frage der Verbesserung und der Centralisation der isr. Stellenvermittlung auf die Tagesordnung der nächstln Generalversammlung der „Freien Vereinigung" zu setzen und dazu auch recht viele Chefs größerer am Sabbat geschlossener Bureaux zu laden. Red. **) Sie ist unserer Ansicht nach deshalb nicht so groß, weil eine große Zahl Stellenloser leider in den ratP 7PTJ bereits getrieben wurde. Red. und zwar folgendermaßen: Es muß unter den religiös gesinnten Herren Principälen eine Bewegung eingeleitet werden, wonach jeder Chef vom Gehalte seiner Lehrlinge und Gehülfen ein gewisses „/°, sage z. B. 3 in Abzug bringt. Tritt ein Commis oder Lehrling in ein solches Geschäft ein, so hat er ohne besondere Abmachung es schon als eine Bedingung zu betrachten, daß ihm 3% von seinem Gehalte abgezogen werden wird. Es ist nicht anzunehmen, daß ein Commis deshalb einen Posten nicht annehmen würde. Heinrich Frtedmann. > Vermischtes. Leipzig, 9. April. Ein Beleidigungsprozeß von nicht nur lokalem, sondern von einem gewissen politischen Interesse wird sich am kommenden Mittwoch vor dem hiesigen Schöffengericht abspielen, nachdem die Verhandlung zweimal vertagt worden war. ES ist dies die Klage Bauer oootra Dr. Wesendonck, ersterer jetzt Herausgeber der Zeitschrift „Neuland", letzterer Verleger und Redakteur der reformerischen „Anti-Corruption". Die diesem Prozeffe zu Grunde liegenden Vorgänge sind den Lesern zum großen Theil durch frühere Berichte bekannt, sie gipfeln in mehreren Artikeln der „Anti-Corruption", in denen Erwin Bauer, der ehemalige deutschsoziale Parteiführer, der Hochstapelei, deS Kreditschwindels, des EhrenwortbrucheS, des SchuldenmachenS unter Vorspiegelung falscher Thatsachen, des RuinirenS von Parteigenossen rc. bezichtigt wurde Als eine Folge dieser Artikel war wohl die Thatsache anzusehen, daß Bauer seitens der Behörde aufgefordert wurde, nicht mehr den Doktortitel zu führen, daß die Centralleitung der sächsischen deutsch' sozialen Partei von Leipzig nach Chemnitz verlegt wurde, und daß die schon lange um ihre Existenz kämpfende „Reue Deutsche Zeitung" endlich ihr Erscheinen einstellen mußte, da Bauer Kredit nicht mehr fand. Die Verhandlung des auf zwei Tage berechneten SensationSprozeffeS leitet Herr Amtsrichter Winkler. Der beklagte Dr. Wesendonck hat 13 Zeugen für die Wahrheit seiner Behauptungen laden lassen. Bauer ebenfalls eine größere Anzahl. — Im Beleidigungsprozeß der Antisemiten Bauer-Wesendonck wurde Dr. Wesendonck zu einem Monat Gefängniß, Bauer zu 200 M. und Schöpfe! zu 50 M. Geldstrafe verurtheilt. i. naran ynbw by . n:pmn 2. , nnv? ♦ mbx umSjD Auflösung des Homonyms in Nr. SV: Grüne Farbe: Lattich,-Petersilie. Richtige Lösungen sandten ein: Aron Nadel in Königsberg, Daniel Dreyfuß in Uffheim, Else MoseS in Lessen, Lehrer Schlesinger a. D. m Mergentheim, S. M. Bachrach in ElmShorn.

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