Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 31 (16.4.1894)
- Date
- 1894-04-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2446951-2448412-2448441--38370-2486476- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
X1XT. Jahrgang. Der Israelit Ein Kenlrat-Zrgan für das orlhodoXe Zudenlyurn. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Montag, den 1«. April 5654 (1894). Leitender Artikel. Kagadah schek Weßach. Achte Serie. VI. Mainz, 15. April. DDV-)^ "IXE& D2Wb niD^ UmX p’D^> bi nx ubi utidn^ rwyv 'üb;“6dxdi nno^ pa'v nnn^ nnayo ux’äin ftxn d’djh . m^n ntnn n-pff vjb^j -idxji Pix:6 naytPDi nx1? „Deßhalb sind mir verpflichtet zu danken, zu loben, zu rühmen, zu preisen, zu erheben, zu verherrlichen, zu segnen, hoch htnzustellen und zu feiern, den, der unseren Vätern und uns alle diese Wunder gethan hat. Er hat uns herausgeführt aus der Knechtschaft zur Freiheit, aus Betrübniß zur Freude, aus Trauer zum Festtag, aus der Finsterniß zu großem Lichte, aus der Unterwürfigkeit zur Erlösung. Wir wollen vor ihm ein neues Lied sprechen: Hallelujah." Mit diesen Worten schließt der Ausspruch Rabbon Gamliels. Sie reihen sich äußerlich und inhaltlich dem vorhergehenden Passus an, welche für Jeden in jeder Zeit die Pflicht betont, sich als selber aus Mtzrajim gezogen anzusehen. Ist unser ganzes Leben in jeder Zeit und jeder Schicksalslage nichts als eine Conseguenz und Fortsetzung von Jeziath Mtzrajim, dann führt unser Zug, wie der unserer Väter, auch wenn er durch öde Steppen und Wüsten geht, uns in das gelobte Land unserer Bestimmung. Vor dieser Anschauung verliert die Wüste ihre Schrecken, ja ihre Schrecken sind die Erzieher für die sittliche Reife, ohne welche jedes gelobte Land uns zu einer Stätte des Fluchs würde. Deßhalb hat uns Gott vier Jahrzehnte laug leiden und hungern und uns einen wunderbaren Unterhalt in der Wüste finden lasten, um uns dann das den Vätern zugeschworene Land geben zu können. Das dürften die Worte unix x'2n poV neben nr6 pxn nx üb sagen wollen, wenn der vorangehende Abschnitt mit den Worten schließt: unix *)x x^x irapn Vxa ubi irnmx nx xVr umx tsan iyv^> Dtt'D ^nnn unixi idxjp onoy bw .U’maxb» jntcu iox pxn nx nn^> In diesem Sinne sagen diese Worte: Gott hat uns aus Egypten geführt, um uns dazu zu bringen, uns das Land geben zu können, welches er unseren Vätern zugeschworen hat. Dahin gebracht hat uns Gott durch die Beschwerden und Entbehrungen der Wüstenwanderung. Seine mnn maiö, seine herrlichsten Gaben gibt ja Gott nur piD' vp by, durch erziehende Leiden. Wie der Erdboden von der Pflugschaar verwundet und zerrissen werden muß, um das Saatkorn aufzunehmen und es zum Wachsthum zu bringen, so muß auch der Acker der Menschheit erst gelockert und durchschnitten werden, wenn das Heil und der Segen, die Hilfe und Erlösung erblühen sollen, welche der Vater der Menschheit aus dem Schoße der Zeiten reisen lasten will. n’Dsr p n’Dsn rryn? roadi nnoa xnnn pxa o . v'vyn bi nbnm npnx "7 'x Dann aber sind wir verpflichtet unfern Dank in allen Variationen, deren Menschen fähig sind, huldigend dem Lenker unserer und unserer Väter Geschicke zu Füßen zu legen. Das Land unserer Bestimmung ist uns durch einen den Vätern geleisteten Gotteseid verbrieft. Jeder Schritt durch die Jahrtausende führt uns diesem Hochziel näher und die Entbehrungen und Hindernisse auf unseren Lebenswegen sind die untrüglichen Bürgen dafür, daß wir auf dem rechten Wege sind, der von der Wüste ins gelobte Land führt. Es sind hier neun Ausdrücke freudiger Gotteshuldigung gebraucht, wofür die Erklärer der Hagada mehr oder weniger zutreffende Erklärungen geben.