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Der Israelit · 1894-04-12 · Heft 30 (12.4.1894) · page 40

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 30 (12.4.1894)
Date
1894-04-12
Page
– (sequence 40)
Language
German
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so Mitgliedern der Umsturzpartei zu machen. So kam es denn, dass trotz der Ungunst äusserer Verhältnisse die „Zionsfreunde“ binnen kurzer Zeit einen so festen Untergrund geschaffen hatten, dass sie im November 1884 daran denken konnten, einen Kongress ihrer Gesinnungsgenossen nach Kattowitz in Oberschlesien zu berufen. Derselbe war von 86 Notabein aus Russland, Deutschland, Frankreich and England besucht. Das Programm dieser Männer und der zahllosen hinter ihnen stehenden Anhänger ihrer Bestrebungen, das Ideal der „Zionsfreunde“ ist niedergelegt in den hebräischen Protokollen über die Verhandlungen auf dem Kongresse. Wir entnehmen diesen Aktenstücken folgende Worte, die von dem Vorsitzenden gesprochen, auch für Westeuropa bedeutsam sind: (Fortsetzung folgte Das Land G-ilead. (Aus dem Werke „The Land of Gilead“ von Laurence Oliphant. In’s Deutsche übertragen von 8. Glaser in Jungbunzlau.) (III. Fortsetzung.*) Die Kosten der Ansiedelung. Der ehrw. Mr. Neil, ein protestantischer Priester, früher in Jerusalem wohnhaft, sagt aus eigener, auf mehrjährige Beobachtung gegründeter Erfahrung, dass sogar im Westen des Jordans der Landbau eine ausserordentlich lohnende Beschäftigung sei, und meine eigene Beobachtung einiger ausgedehnten Landwirtschaften bestätigt seine Meinung. Er giebt den Arbeitslohn der Männer mit 5 bis 6 Schill, wöchentlich, den der Frauen mit 3 und den der Mädchen mit 2 Schill, an. Die landwirtschaftlichen Geräte sind die denkbar rohesten und höchst primitiv; ein leichter Holzpflug, den ein Mann leicht lenken und ein einziger Ochs ziehen kann, wird die Erde genug lockern, um eine gute Ernte zu erzielen. Es unterliegt keinem Zweifel, dass durch verbesserte Wirthschaftsgeräthe auch reichere Ernten erzielt werden möchten, und bei geregeltem Landbau das Düngen und Eggen, die jetzt ganz unbekannt sind, zur Geltung kämen. Die Haustiere sind westlich vom Jordan im Ganzen wohlfeil. Pferde kosten von 8 bis 10, Maultiere von 12 bis 15, Kameele 20 bis 30, Esel 3 bis 6, Ochsen 8 bis 15 Pfund Sterling, Schafe von 10 bis 12 Schill., und Ziegen noch billiger. Östlich vom Jordan ergeben sich noch niedrigere Preise. Das Viehfutter besteht vorzüglich in Gerste und Häckerling, und vier Pferde können jährlich für 30 bis 40 Pfund Sterling erhalten werden. Neben Häcksel, der das wichtigste Viehfutter bildet, giebt es viel aus Sesam gepresste Ölkuchen, wie überhaupt Sesamöl ein wichtiges Produkt des Landes ist. Da es hier zwischen dem „frühen“ und „späten Regen“ nicht regnet, d. i. zwischen Mai und Oktober, muss die Ernte nicht in *) 8. Nr. 508. ) Schober gegeben werden, sondern sie wird aufgehäuft und gedroschen in offenen Tennen. Weitere Wirtschaftsgebäude sind nicht nötig, ausser Viehställe und Speicher. Für ersteren Zweck reichen bei dortigem mildem Wetter offene Schuppen hin, während natürliche Höhlen und Gruben häufig als Kornspeicher benutzt werden. Einfriedungen, Zäune u. s. w. sind unbekannt. Sogar auf unbewässertem Boden gedeiht zuweilen reiche Ernte; doch wird man auf gutem, wohl bewässertem Boden wohl viermal jährlich ernten können. Das Land östlich vom Jordan ist noch viel reicher, und der Preis des Viehes und Futters um so viel geringer, dass ein gewisser Abu Jabr auf der einzigen grösseren Farm, die hier existirt, ein grosses Vermögen ansammelte, trotz dem Umstande, dass er den Arabern eine grosse Kopfsteuer zu zahlen hatte und seine Produkte auf dem Rücken der Kameele ziemlich weit zu schaffen hatte. Für den Fall, dass die Ebenen Moabs und das Land Gilead zur Ansiedelung erwählt würden, wäre der westliche Theil der Kolonie kaum eine Tagereise von Jerusalem entfernt, woher man anfänglich alles Nöthige beziehen könnte, wogegen der Hauptexport aller Produkte nach dem Hafen von Haifa, das unter dem Berge Karmel gelegen ist, ginge. So malte sich meine lebhafte Einbildungskraft die Zukunft dieser fruchtbaren und interessanten Landstriche aus, und am Abend meiner Abreise aus dem Lande Gilead war ich versichert — trotzdem ich es versäumt hatte, es vom Berge Nebo, wie ich anfangs gehofft, zu betrachten —, dass ich von der höchsten Spitze seiner Berge ein Land überschaute, dem die Zukunft gehört. — (Fortsetzung folgt.) Druck der Joh. Wirth’schen Hofbuohdruckerei, Actien-Gesellsch&ft, Maine.

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