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Der Israelit · 1894-04-12 · Heft 30 (12.4.1894) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 30 (12.4.1894)
Date
1894-04-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXX.V. Jahrgang. jfa go. Der Israelit. Ein Kenlrat-Hrgan für das orlhodoXe IudenLhum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 12. April 5654 (1894). Leitender Artikel. Kagaday fchek Weßach. Achte Serie. V. Mainz, 11. April. Ntn i^xa loyy nx nwi^> oix ym rrr in ^aa naya idn$> xinn ora *pa^ rmm idxjp o’iudd xir hm ia^»a irmax nx ans»» ’nxya 'b m mpy m tssin uniRi idwip onoy aro ums rjx nVn .Tapn yaiw ipx pxn dn ub t-\nb um« Nran am M'vnxb „In jeder Zeit ist Jedermann verpflichtet sich selber anzusehen, als sei er aus Mizrajtm gezogen, denn es ist gesagt: Verkünde deinem Sohn an demselben Tage, damit er es weiter sage: um Dieses willen hat Gott für mich gewirkt, als ich aus Mizrajtm zog, denn nicht unsereVäter allein erlöste er, sondern auch uns hat er mit ihnen erlöst, denn es ist gesagt, uns hat er von dorthinausgeführt, um uns dahin zu bringen, uns das Land zu geben, das er unseren Vätern zugeschworen." Dieser Passus bildet die Fortsetzung des Ausspruchs von Rabbon Gamliel. Der zweite Thetl dieses Abschnittes ist ein späterer Zusatz, den der Baal Hagadah auf Grund der Gemara Pesachim, fol. 116 d., noch eingefügt hat. ym «an iox dwd tmn urow ivx'v. Der Ausspruch schließt sich auch inhaltlich dem obigen an. — Eigenthümltch scheint die Fassung: bin a"n ini in ^aa, zu jeder Zeit ist man verpflichtet, während die gewöhnliche Form lösty nx niNib oix a"n doch scheinbar vollkommen genügt hätte. Erwägen wir zunächst die Forderung, die hier Rabbon Gamliel stellt, so verlangt sie, wörtlich genommen, etwas ungemein Schweres, wenn nicht gar Unmögliches. Um sich selber als aus Mizra jim gezogen anzusehen, ist es in erster Reihe er forderlich, das, was uns Jeziath Mizrajim bedeutet sich in seiner ganzen bedeutsamen Tragweite klar zu machen. Zu diesem Zwecke ist es erforderlich auf den Moment zurückzugreifen, in welchem die Knechtschaft Israels in Egypten zum erstenmal ausgesprochen wurde. Es geschah dies in der nächtlichen Erscheinung bei dem „Bündniß zwischen den Op s er stücken", wie es im 15. Capitel des I. B. M. berichtet wird. Daflelbe beginnt mit der Verheißung: „Fürchte dich nicht, Abraham, Ich bin dein Schild, dein Lohn wird sehr groß sein" und fährt dann fort: „Wissen sollst du, daß Fremde deine Nachkommen sein werden, in einem Lande, das ihnen nicht gehört, man wird sie zu Knechten machen, man wird sie quälen 409 Jahre, aber auch das Volk, dem sie Knechte sein werden, richte Ich, und nachher werden sie mit großer Errungenschaft htnausgehen.-An diesem Tage hat Gott mit Abraham ein Bündniß geschlossen, um damit auszusprechen: Deinen Nachkommen habe ich dieses Land gegeben." Diese düstere Aussicht auf das nach Jahrhunderten zählende, thränenreiche Sklavenloos seiner Nachkommen würde schlecht in den Rahmen einer Verheißung passen, die mit der Ankündigung eines ungemessenen Lohnes beginnt und mit der Stiftung eines Gottesbündniffes schließt, wenn dieser Aussicht in der That jede Lichtseite abginge. Vergegenwärtigt man sich jedoch, daß Abrahams ganzes Leben in der einen Sehnsucht aufging, das Bewußtsein von Gott in immer weitere Kreise zu tragen, daß diese Sehnsucht ihm den Wunsch nach einer zahlreichen Nachkommenschaft weckte, welche das ge stige Vätererbe immer m hr und mehr zum Gemeingut der ganzen Menschheit machen sollte, daß endlich dies allein der Sinn des Segens ist, den Abraham und feine Nachkommenschaft allen

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