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Der Israelit · 1894-04-09 · Heft 29 (9.4.1894) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 29 (9.4.1894)
Date
1894-04-09
Page
– (sequence 12)
Language
German
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.-Tf'-rT7, 7"< ' V 534 Mitglieder und Freunde, denn es gilt, das Vereinsvermögen mit der Zeit so zu stellen, daß wir auch event. an uns herantretenden größeren Ansprüchen zu entsprächen in der Lage sind. Die Einnahmen betrugen 9280,97 Mk., die bis auf 2756.94 verausgabt wurden; der Verein besitzt ein Vermögen von 157,949, 32 Mk. und einen Reservefond ein Betrage von 13.037.99 Mk. Berlin, 5. April. Seitende- „Komitee'- zur Abwehr antisemitischer Angriffe" wird soeben ein Druckwerk zur Ausgabe gebracht dessen bedeutsamer Inhalt für sich selbst spricht, eine sehr beredte Sprache spricht, welche manche- Borurtheil beseitigen, die Böswilligen zum Schweigen bringen und so einer tiefgehenden Beunruhigung, wie zuversichtlich gehofft werden darf, dauernd ein Ende machen wird. „Gutachten über jüdisch-rituelle Schlachtverfahren (Schächten)" so lautet der Titel deimposanten Druckwerke-, welches auf 36 Groß-Folio-Bogen die Zeugnisse von nicht weniger als 253 — sage zweihundertdreiundfünfzig fachwissenschaftlichen Autoritäten enthält. Es sind Träger klanAvoller Namen, anerkannte Leuchten der Wissenschaft und Männer der praktischen Erfahrung, welche hier ihr Votum zu Gunsten deS „SchachtenS" abgeben, in ihrer überwiegenden Mehrzahl sogar zu dem Schlüsse gelangen, daß das jüdisch-rituelle Schlachtverfahren aumannigfachen Gründen den Vorzug vor allen anderen TödtungSarten verdient. Die Gutachten sind erstattet von 50 Professoren der Physiologie, Pathologie rc. (23 aus Deutschland, 7 aus Oesterreich-Ungarn, 6 aus Holland, je 3 auS England, Dänemark, der Schweiz, Italien 2 aus Frankreich), 14 Direktoren von Thierarzneischulen, 34 Professoren der Thierarzneikunde, 16 Hof-, Landes-, Polizei- Thierärzten, 5 Veterinär-Assessoren bei den König!. Medizinal-Collegien ebensovieler Provinzen, 18 DepartementS- Thierärzten für ebensoviele Regierungsbezirke Preußens, 123 Bezirks-, Kreis-, SanitätS-Thierärzten, Schlachthof- Directoren rc. und 14 Metzger-Innungen, Großschlächtern rc. Man wird, ohne der Uebertreibung geziehen zu werden, behaupten dürfen, daß diese Gutachten-Sammlung das weitaus Hervorragendste ist, was in dieser Richtung jemals der Oeffentlichkeit unterbreitet wurde, daß sie in einer auch den Widerstrebenden überzeugenden Weise mit unbezweifelbarer Evidenz darthut, daß der Sturmlauf gegen das „Schächten" auf durchaus falscher Voraussetzung beruht, daß ein Verbot desselben nicht nur einen Eingriff in die Religionsfreiheit, sondern zugleich eine Mißachtung der Gesetze der Physiologie, ja der Forderungen wahren Thierschutzes bedeutet. Es erscheint undenkbar, daß das Gewicht dieser Thatsache ohne nachhaltige Wirkung, daß die Stimmen einesolchen Areopags von Gelehrten, vor deren wissenschaftlicher Autorität jeder Zweifel verstummen muß, unerhört bleiben könnten. Die antisemitische Internationale, welche sich der „Schächtsrage" für ihre Hetzzwecke bemächtigt hat, wird eine Zeit lang weitertoben, aber die verwirrende, zerstörende Macht ihrer Tiraden, der Lüge von der „Thierguälerei des SchächtenS" ist gebrochen, nachdem sie nunmehr durch die Urtheile der Fachmänner in die richtige Belauchtung gerückt wurde. In Bautzen (Sachsen) soll ein jüdischer Betsaal errichtet werden, denn die Zahl der dortigen Juden hat sich innerhalb der letzten 25 Jahre von 1 auf 60 vermehrt. Bereut, 27. März. Schon lange hat unsere Stadt keinen so großen und imposanten Leichencondukt wie am heutigen Tage gesehen. Wir haben das älteste Mitglied unserer Gemeinde, den 93jährigen Greis Herrn Josef Fleischer zu Grabe getragen. Das Leichenbegängnis gestaltete sich zu einer herrlichen Kundgebung der Liebe und Achtung, deren sich der Verblichene zu erfreuen hatte. Auch viele angesehene christliche Mitbürger und mehrere Gutsbesitzer aus unserer Umgegend folgten dem Trauerzuge. Mit hinreißenden, beredten Worten schilderte unser Rabbiner Herr Dr. I. Münz am Friedhofe den Lebenslauf und den braven, schlichten Charakter des Verstorbenen. n''35Un Bon der Iller (Unliebsam verspätet.) Am 9. Adar I. starb in Buchau Herr Josef Mayer, der ganz in der Fürsorge für seine Gemeinde, deren Führer er ein Jahrzehnt gewesen, aufging; durch Errichtung namhafter Stiftungen, auch für die christlichen Armen hat er wahres DtCM BTip geübt. Es war ihm vergönnt seinen 70. Geburtstag vor nahezu 3 Jahren im Kreise seiner Lieben festlich zu begehen. n"2Bjn. _ Zur Notiz. Herr Lazarus Golds chmtdt,dessen Nrr-D ich in Nr. 24 und 25 unter der Ueberschrift «Eine plumpe literarische Fälschung" besprach, suchte mich auf und betheuerte mir, daß ihm jede Misstonsabstchr fern gelegen habe und das Buch nicht bestellte Arbeit sei. Diese Schrift sei ursprünglich in äthiopischer Sprache geschrieben und sei als solche gedruckt nebst einer deutschen Uebersetzung; er selbst habe alsdann diese Schrift unter Auslassung einiger Stellen ins Syrische übertragen. Ich versprach, dieses zu veröffentlichen, was ich hiermit thue, bemerke jedoch gleich, daß dies die Anklage der Fälschung nicht abschwächt. 8. Briefkasten der Expedition. G. F. in Oeileukirche» Betrag empfangen. Mit Poststempel New-Pork 9. März erhielten wir M. 10.30 und bitten wir den unbekannten Absender, uns den Zweck, wofür der Betrag bestimmt ist, anzugeben. Anzeigen. "W« Für den folgenden Theil ist die Rcdaction nicht verantwortlich. Für Hotels. Ein junger Mann wünscht in einem feinern, streng rituellen Hotel das „Kochen" zu erlernen. Off. u. Nr. 7183 beförd. d. Exped. dss. Bl. ür meinen Sohn suche eine Lehrstelle in einem flotten Detail-Manufacturwaaren- Geschäft, das Samstags geschloffen, bei freier Station im Hause. 8. Beeter, Stamm he im (Oberhessen.) (7174 txtn geb. j.Mädch. im HäuSl. u. Handarb. erf., s. Stellg. b. Kind., selb. i. befähigt d. Schulaufg. u. Mustküb. ders. z. beaufstch. Off. sud«. Z. 6764 bef. Rudolf Mosse Hamburg. Schiduchim.rangst.' DiScretion vermittelt. Gefl. Anfragen beliebe man unter Nr. 1590 an die Exped. d. Bl. zu richten. OOOOOOOOODOOOOOOO i 'I

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