Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 28 (5.4.1894)
- Date
- 1894-04-05
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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XXXV. Jahrgang. Zweite Beilage ju M 28 des „Israelit". Leitender Artikel. Eine takmudisch-grammatische Hyese. In Nr. 20 des „Israelit" wünscht Herr Dr. K. eine Meinungsäußerung der Fachleute über seine an die Stfrs Sutta-Stelle zu ymn nw pan np^i geknüpften Bemerkungen. Ich anerkenne gerne daß in dem Jalkut sich eine Couruptel etngeschltchen und es beim Cltat des S. S. np^p Ninv anstatt not»» Nnptf heißen muß. Hingegen muß ich entschieden in Abrede stellen, daß auch in StfiL npHr^ anstatt na^v zu lesen wäre. Denn „nbvi“ ist das eigentlich Vorgeschriebene, unpbtf„ wird nur geduldet als ein durch die Bezeichnung nicht gerade Ausgeschlossenes, (vgl. vp'foer n"n a'6 amav 'oin U’K np’frttQn ^"apn n *)ni n ann pava mn vb ">21!?is"a nmna nhv>) es kann daher unmöglich in ausschlteßend.m Sinne "npHv nbvn vn" heißen. Auch aus der Chullin 98d an diese Sisisstelle geknüpften Erörterung geht wiederholt hervor, daß tn Sif.6, wie sich tn allen Ausgaben findet, na^p und nicht npibv zu lesen ist. Hinsichtlich des Begriffes „pHv" scheinen der babylonische und der palästtnansische Sprachgebrauch zu divergieren. Nach elfterem bedeutet es „übermäßig gekocht", nach letzterem hingegen soll das gerade Gegentheil, nämlich „unzulänglich gekocht" darunter zu verstehen sein. (Stehe n"o '"v mann ivaa» m «n und die hierangeknüpfle Bemerkung des r"Ni: „nby Nach dem einen wie dem anderen Sprachgberauch bezeichnet also pbv eine abnorme Kochart, während die normale Kochart gewöhnlich durch tea auszudrücken ist. Hieße es nun, wie eigentlich, congruent mit ynn, erwartet werden sollte, an unserer Stelle: pannppi ntoean so werde darunter gewiß der normal gekochte Bug zu verstehen sein. Da aber das Wort nicht den Artikel hat, so ist es nicht als Attribut, sondern als deteminirender Satz für fich, als Apposition aufzufassen, und ist füglich unsere Stelle zu übersetzen: es nehme der Priester den Bug, wie immer gekocht dieser sei, von dem Wdder, es wird also hier jede Kochart als zulässig erklärt, auch eine übermäßige oder unzulängliche. Dies die grammatische Auffassung des S. S.: npito Nnrw, es kann wie immer gekocht sein, und stimmt dieselbe vollständig überein mit der Mischnah Nastr 45 d in a’aton pn ^raa "n IP^ir in, wozu Nascht bemerkt: nv' ^>naa irw, und hierzu die oben erwähnte B.merkung der Tos. Pes. 39 b: ^»>a nmna Nxr iZ'N npitean. In S. S. bleibt sonach die in Sifrä mitgetheilte Controverse zwischen dem p'p und -avn vollständig unberührt. Der Deduckion, daß die Lesart Ha pVr»r tm Unterschiede von Haa pbv'tr auf ^naa mm nb inna nb Hinweise, kann ich eine grammatische Berechtigung nicht zuerkennen. Die Frage, ob n^> ^cgb rm inno oder nb pna mm n'p Vbod bleibt hier ganz dahingestellt, sondern es wird nur gesagt, daß ebenso wie r6ffa, wie oben dargelegt, jede Kochart. auch die abnorme, für den Bug etnschließe, so auch durch ^nh p jede Kochart, auch bte abnorme, für den ganzen Widder eingeschloffen ist, da doch durch p ^nh darauf hingewtesen ist, daß ynt und t>’N, gleichviel ob tm Ganzen oder in getrennten Theilen, unter allen Umständen zusammen in einem und demselben Gefäße gekocht werden, es kann also für Beides nur die gleiche Kochart gelten. Die Richtigkeit dieser Erklärung springt sofort in die Augen, so nur der Ausdruck Ha pbw pn niani> ^’ni p nicht außer Acht gelassen wird, wodurch doch ganz deutlich gesagt ist, daß ^nh p jede Kochart, auch die der np'bv, für den ganzen W.ddernanv sei.— Zurückgreifend auf die dieser Dlscusston den ersten Impuls gebenden Ausführungen des Herrn Dr. H. in No. 17 des „Jsrael't", sei mir gestattet zu bemerken, daß ich seine Auffaffung von den Worten der Tosaphoth, wonach n^a im Sinne von *7 zu begreifen wäre, für entschieden unrichtig halte. Abgesehen davon, daß der Ausdruck a7 grammatisch nicht zu rechtfertigen ist, da es doch iw* ^2 heißen müßte, und daß 'Din wohl auch, im Hinblick auf das bet *7 V* auf 2 Wörter zu verthrilende Doppellamed, nicht nsnrn H, sondern H n^va gesagt hätte, abgesehen ferner von der Schwierigkeit, daß auf die dritte Person „npW die zweite Person des Imperativ „V»' folgt, leidet diese Erklärung auch an logisch n Gebrechen. Denn welcher gesunde Sinn, frage ich, wäre auch in den gewundenen Satz: „Und es nehme der Priester den Bug— koche ihn dann, so wie er ist! — vom Widder" hineinzudenken? Welcher Jdeengang sollte die Veranlassung sein, die Parenthese „koche ihn dann, so wie er ist!" mitten in den Satz „und es nehme der P iester den Bug von dem Wtdder" hineinzuketlen? Es ist aber in 'Bin nichts V», sondern unverkennbar *7?? zu lesen, d. h. wie 'am selbst gleich erläuternd htnzufügt, nb vrw iaa, Ninr iaa, tn der ihm, dem Bug, eigenen Beschaffenheit, in seinem ursprünglichen Zustande der Ganzheit. Man könnte etnwenden, daß ja dennach in dem Worte nbv2 gar nicht vom Kochen die Rede wäre, allein es gilt hier selbstredend die allgemeine Regel ibwej »td nsi* Nipa vn,