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Der Israelit · 1894-04-05 · Heft 28 (5.4.1894) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 28 (5.4.1894)
Date
1894-04-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXV Jahrgang. . Der Israelit. Ein Aenlrak-Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Begründet von Vr. Lehmann in Mainz. Donnerstag. de« 5. April 5654 (1894). Leitender Artikel. Kagadcch schel ^eßach. Achte Serie. III. Mainz, 4. April, pmi kV» üw by? m dw by ybDia vn& v nxd ’d^d cnty; ny p’cn-6 uwa« Sp Dpscs ix’sn nr» psai na wx'i üb*o> mpn D’Dyon X1?! DHSDD Itsnj O ,yon x^) O niSD OUy D’IBDD . on^ wy ab ms oji nononnt) „Diese Mazzah weßhalb genießen wir sie? Deßhalb, weil derTeig unserer Väter nicht zurGährung kommen konnte bis sich ihnen enthüllte der König der Könige der Heilige gesegnet sei er, und sie erlöste. Denn so ist es gesagt: Sie bucken den Teig, den sie aus Mizrajim gebracht hatten, zu ungesäuerten Kuchen, denn er war nicht gegohren, denn sie wurden aus Mizrajim vertrieben und konnten nicht zögern und auch Nahrung hatten sie sich nicht bereitet." Das Peßach-Opfer verewigt den Gottesschutz, der schonend, reitend, liebend über den Häusern Israels wacht, und die Seder-Nacht zu einer b'b onw» zu einer Nacht gestaltet, in welcher Gottes fürsorgende Hut noch heute über unseren Häuptern waltet. Während dieses Opfer-Symbol aber mit der Opferstätte aufgehört hat, haben wir die Mazzah, das Brod der Armut, ganz so wie es die Väter aßen noch heute in unseren Händen. Mazzah in unseren Händen sagt uns: So mußten die aus hundertjährigem Druck in einer Mitternachtftunde Befreiten ihr Brod genießen, weil der Heilige gesegnet sei Er sich vlötzltch offenbart und sie erlöst hat. So unvorbereitet kam ihnen die Erlösung, daß sie nicht einmal Zeit hatten ihren Teig gähren zu lassen, sie mußten ihn ungegohren mit hinaus nehmen und hatten für Weib und Kind nicht ein« mal eine andere Wegzehrung für die Wanderung in die ungastliche Wüste. Gibt es doch heute noch nach tausenden von Jahren in unserer Mitte, unter den Nachkommen der aus Egypten Erlösten, eine große Zahl, welche dieses unmittelbare Eingreifen Gottes in die Geschicke seines auserwählten Volkes nicht in seiner ganzen Tiefe zu erfassen vermag. — Wenn auch kein Den« kender, historisch Gebildeter die Thatsache von Jeziath Mizrajim in Abrede stellen möchte, so ist doch das Bewußtsein von Gottes wundermachttgem Walten, wie es sich hier so offenbar bekundete, vielfach getrübt. Allerdings erkennt man den ganzen Vorgang als von Gott ausgehend an, aber nur insofern, als alles in der Welt mittelbar Gott sein Dasein verdankt. Dieser Anschauung sind die zehn von Gott gesandten Plagen nichts als Naturerscheinungen von vielleicht mehr als gewöhnlicher Jtensität. Sie denken bei der Plage vom Blut an den sogenannten Blutregen, bei Fröschen, Ungeziefer u. s. w. an Landplagen, wie sie auch sonst Vorkommen, bet dem Spalten des Meeres an Ebbe und Fluth, die durch einen starken Sturmwind vielleicht größere Dimensionen angenommen hat, und glauben mit diesen gedankenlosen Verflachungen noch etwas ganz Superkluges geleistet, keinesfalls aber sich von einer rationellen Auffassung der biblischen Darstellung entfernt zu haben. Sie berufen sich dabei noch auf das Psalmwort va rmvo ninn nteny 12.1H, wonach die Stürme als Engel und die lodernden Feuerflammen als die Diener Gottes bezeichnet werden. Die Erklärung des geschichtlichen Vorgangs an und für sich macht ihnen ebenso wenig Schwierigkeit. Es ist dies ja eine oft in der Völkergeschichte wiederkehrende Erscheinung, daß die Gluth der Begeisterung plötzlich ein geknechtetes Volk ergriff und die Ketten brach, die es Jahrhunderte widerwillig getragen. Und wenn auch dieser Ausweg durch die biblischen Urkunden verlegt wird,

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