Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 24-25 (22.3.1894)
- Date
- 1894-03-22
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2448412-2448435--38230-2486330- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
MWWWWWW WWW Gerolstein Durch S. Baum: Von sich 5, Rothschild in Jünkerath 4, zus. 9 M. Groß-Schörrebeck (Mark). H. P. 3 M. H. H. in M. 40 M. J. F. in K. 30 M. Karlsruhe M. Gr. 10 M. Metz Eugene Fribourg 10 M. N. A. in H. 100 M. Mühlen M. St. 5 M. Nürnberg Aus dem „Hotel Monopol", von mehreren Reiseonkels: Erlös einer Versteigerung des pfttH rD“D 1 50, Gewinn bei einem Domino- Spiel 1.35, zus. 2.85 M. Spriugfielb (Ohio). D. Greenbaum 55 M. Für die freie Bereinigung für die Interessen des orthodoxen Judenthnms. K. M. in B. 5 M. M. fl. in B. 5 M. S. L. in 8. 10 M. Die Ebene des Philisterlandes. Von Gr. Gatt in Gaza. Palästina, d. h. das Westjordanland oder das alte Land Kanaan, hat drei Hauptebenen; dahin gehört die Ebene Esdrelon in Galiläa, die Ebene Saron, dem Meere entlang in Samaria, und die Ebene Sephela in Juda. Letztere ist ein Theil der ausgedehnten Ebene des Ph ilisterlan des. Dieselbe beginnt acht Stunden südlich von Gaza, bei Rapha, dem alten Raphia, und endet zehn Stunden nördlich von Gaza, bei Ramie. Die Entfernung vom Meere bis an die Vorberge von Juda beträgt fünf bis sechs Stunden. In Süd-Palästina erstreckt sich jedoch diese Ebene vom Mittelländischen Meere bis zum Todten Meere und bis zu den Bergen E d o m s mehrere Tagereisen weit. Dieser Theil der Ebene wird fast ausschliesslich von Beduinen bewohnt, während der nördliche Theil derselben grösstentheils von Fellachen besetzt ist. Ueber das Land der Philister herrschen mitunter noch recht alterthümliche Anschauungen; man kennt es eben nicht. Die Pilger erinnern sich höcnstens des Philisterlandes, wenn sie von Jaffa nach Jerusalem fahren oder umgekehrt. Bei dieser Gelegenheit heisst es dann: „Da drunten ist das Land der Philister, eine wüste und öde Gegend, wo die Beduinen hausen und Niemand seines Lebens sicher ist“. Was soll man aber denken, wenn sogar gelehrte Leute, die es sich zur Aufgabe gemacht, Palästina zu erforschen, und die das Land der Philister selbst gesehen, nur von Wüsteneien reden! So schreibt z. B. der Berichterstatter der Forschungskarawane der Dominikaner, die anfangs November 1891 das Land der Philister besuchte: „Zwischen Faludsche und Breir ist eine wahre Wüste.“ (Die Entfernung beträgt aber drei starke Stunden.) Wir übersetzten den Hügel, der die Oase von Gaza von der Wüste trennt.“ Von AskalonbisEsdud marschirten wir vier Stunden weit durch eine wahre Sandwüste.“ (Rcone bibliguc I, 265.) Was soll man dazu sagen V Die betreffende Karawane besuchte das Land der Philister, wie gesagt, Anfangs November vor Eintritt der Regenzeit, also zu einer Zeit, wo die Ernte schon eingeheimst, die Aussaat aber noca nicht bestellt war; die Getreidefelder waren also ohne Vegetation, der Berichterstatter glaubte, dass es immer so sei, und sah nichts als Wüste. Das Gesagte gilt auch von der Wüste zu Gaza. Unter der Wüste von Gaza versteht er die Getreidefelder von Gaza, und unter Oase von Gaza seine ausgedehnten Baumgärten. Wenn die genannte Karawane von Askalon nach Esdud durch eine wahre Sandwüste vier Stunden lang marschirte, so hat sie einfach den Weg verfehlt und ist durch die Sanddünen gezogen, anstatt dem rechten Wege zu folgen, welcher nur eine Viertelstunde lang durch Sand führt. „Aber im Gebiete der Beduinen findet man doch nur Weideplätze ohne Ackerfelder“, wie es auf allerlei Landkarten heisst. Ich kenne das Gebiet der Beduinen nicht, weiss jedoch, dass die Beduinen bei guter Ernte 100,000 Kameel - Ladungen Gerste zu Markte bringen und nahezu 2 00,000 F r a ncs an Steuer zahlen müssen. Was man demnach von der Wüstenei des Philisterlandes fabelt, ist rein erfunden. Die Wüste beginnt erst südlich vom Lande der Philister. (Fortsetz, folgt.)