Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1894-03-22 · Heft 24-25 (22.3.1894) · page 28

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 24-25 (22.3.1894)
Date
1894-03-22
Page
– (sequence 28)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2448412-2448435--38225-2486325
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

458 Vädagog. Kenntnisse zu dem Amte eines Schulinspektors befähigt seien und beklagt die traurige Unfruchtbarkeit derselben auf dem Gebiete der jüd. Schulbücher-Literatur. Was das Berhältniß zu dem jüd. Kollegen anlange, so beklagt Res. den so vielfach hervortretenden Mangel an Collegialität und Corpsgeist, der hauptsächlich durch Neid hervorgerufen sei. Er erhofft eine Besserung von einem Zusammenschluß aller jüdischen Lehrer D.'s zu einem großen Verein. Als wirksamstes Mittel zur Beseitigung der im jüd. Lehrerstande bestehenden materiellen Noth schlägt er vor, allen Eltern abzurathen, ihre Kinder diesem Berufe zu widmen; es müffe Lehrermangel entstehen, wenn dem Mangel der Lehrer abgeholfen werden sollte. Er stellt folgende Thesen auf: 1) Das Verhalten des Lehrers in und außerhalb der Schule sei stets mustergiltig, damit Leben und Lehre im Einklang stehen. 2) Jeder Lehrer muß Berufs- und Standesintereffen über sein persönliches Interesse stellen. 3) Die Stellung des jüd. Lehrers in Hessen entspricht nicht der hohen Wichtigkeit seines Berufs. 4) Die gegenwärtige Vorbildung der jüdischen Lehrer kann gegenüber den heutigen Anforderungen an den Lehrerberuf nicht als genügend anerkannt werden. 5) Der jüd. Lehrer soll in seiner Amtsthätigkeit nur durch Fachmänner beaufsichtigt werden. 6) Vorbedingung eines erfolgreichen Wirkens ist ein auskömmlicher Gehalt, definitive Anstellung und Pensionsberechtigung. Nachdem der Vorsitzende dem Ref. für sein sorgfältiges und umfangreiches Referat gedankt, schlägt Marx-Alsheim vor, den mit so großem Beifall aufgenommenen Vortrag nicht durch eine Diskussion zu zerpflücken, sondern sich mit demselben einverstanden zu erklären und auch die Thesen en bloc anzunehmen. Gegen das letztere wendet sich Ehrmann-Friedberg, da die Thesen im einzelnen zwar richtig, aber nicht dem Thema entsprechend seien. Die Versammlung erklärt sich jedoch fast einstimmig auch mit den Thesen einverstanden. Kurz vor Schluß der Versammlung beehrte noch H. Charles- Hallgarten dieselbe durch seinen Besuch. Er begrüßte die Lehrer als wackere Bundesgenossen in der Bekämpfung des Antisemitismus, forderte dieselben zur Gründung von Bildungsvereinen in ihren resp. Gemeinden auf und versprach ihnen dabei Unterstützung durch Rath und That. Der Vorsitzende dankte dem verehrten Gaste für das den Lehrern entgegengebrachte Vertrauen, drückte die Bereitwilligkeit derselben, den Wünschen des Vorredners nachzukommen, aus. und schloß hierauf die Versammlung. Der Schriftführer: H. Ehrmann. Aus Westpbalen. (Protest!) In dem „Bericht über die Thätigkeit des Verbandes der Synagogengemeinden Westfalens während seines zweiten Geschäftsjahres, April 1892—93", werden die Lehrer Westfalens in ganz unerhörter Weise vor der Oeffentlichkett, vor ihren Gemeinden und der Behörde, leichtfertig denunzirt. Es wird ihnen vorgeworfen, auf dem wichtigsten Unterrtchtsgebiete, dem Religionsunterrichte, bisher nach „planloser Willkür" verfahren und dadurch einen „lrostlosen Zustand" geschaffen zu haben. Gegen eine solche Denunziation, die nur von einer Seite ausgehen kann, welche mit den verschiedenartigen Verhältnissen unserer Schulen durchaus nicht vertraut ist, legen wir entschieden Verwahrung ein. Die Lehrer Westfalens sind sich bewußt, auch auf dem Gebiete des Religionsunterrichtes immer nach „wohlerwogenen, aber auch den besonderen Verhältnissen angepaßtem Plane" verfahren zu haben. — Was die in dem „Berichte" erwähnte „Inspektion" betrifft, so erklären wir, daß wir eine „Inspektion" überhaupt nicht scheuen, wohl aber die Art und Weise, wie die qu. zustande gekommen ist und ausgeführt werden soll, für gänzlich verfehlt halten. Im Auftrag: L. Baum-Rheine. A. St ein weg-Rheda. Preis der viergespaltenen "\ f» (* f r Der Preis jedes Inserats Petitzeile oder deren Raum demselben in [ecfigen] Klammern In dieser Rubrik werden nur Inserate betr. An- und Verkauf alter Bücher ausgenommen. Jnseraten-Aufträge an die Expedition des „Israelit", Schottstraße 2. Leitfaden für die Vorbereitung zur Bar Mizwoh von Haddiner L Höxter, Direktor der Religionsschule Beth Zion. 6865) — Preis 0.40 Pfg. — Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, sowie vom Verfasser. Schutzrnappen für den „JSraelit" in hocheleganter Ausführung mit Goldprefsung liefert per Stück Mk. 1.50 Pfg. die Exped. dsS. Bl. Berantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition deS „JSraelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschast in Mainz.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.