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Der Israelit · 1894-03-22 · Heft 24-25 (22.3.1894) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 24-25 (22.3.1894)
Date
1894-03-22
Page
– (sequence 11)
Language
German
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UWM w H «ä. 441 Die Kurzeit der Pfleglinge betrug in der Regel 4 volle Wochen; bei Mehreren wurde dieselbe bis zu 6 Wochen, bet Einzelnen bis zu 8 Wochen verlängert. Jedem Kinde ist Wohnung, volle Verpflegung, erziehliche Aufsicht, ärztliche Behandlung, Bäder und andere Kurmittel bc-zw. Arzneien zu Theil geworden. Die Zahl sämmtlicher Verpflegungstage in der Anstalt belief sich auf 2450. Die Aufnahme der Kinder geschah serienweise. An einem Tage zog der eine Trupp ein und wurde nach Ablauf seiner Kurzeit zur selben Zeit entlasten. Das Haus und sämmtltche Einrichtung wurde dann in ein bis zwei Ruhetagen von Grund aus gereinigt und in Stand gesetzt, worauf die neue Serie in die gesunden Räume ihren Einzug hielt. Die Einnahmen betrugen 11903 Mk., die bis auf 6064 Mk. verausgabt wurden. > Vermischtes. «3- Berlin. Ein antisemitisches Blättchen, „Frei-Deutschland", welches bei Beginn des Jahres von Prof. Dr. Paul Förster begründet wurde, ist wegen „Druckschwierigkeiten" wieder eingegangen. Fürth, 11. Marz. Die Wahlen zum mittelfränkischen Landrath, einem die Interessen des Kreises wahrenden Institute, fanden in Fürth und Nürnberg von den je zu einem Wahlkörper vereinigten gemeindlichen Kollegien heute statt. Unter den in Nürnberg gewählten Landraihen befindet sich Fabrikant und MagiftratSrath Herr Michael Kobn, als Ersatzmann wurde Magistratsrath Herr Ernst Tuchmann gewählt. In Fürth wurde als Ersatzmann Kommerzienrath Herr Siegfried Ullmann gewählt. Karlsruhe, 9. März. In der Zusammensetzung des Großherzoglichen Oberrathes der Jsrael'ten, unserer obersten Kirchenbehörde, sind nachfolgende Veränderungen eingetreten: Herr Oberrath Willstätter, der frühere Rabbiner Karlsruhs, welcher seit 1875 Mitglied und gleichzeitig Sekretär des Oberrathes war, wurde mit Rücksicht auf seine leidende Gesundheit und sein hohes Alter in Ruhestand versetzt. An Stelle des jüngst verstorbenen Herrn Oberrathes David Aberle in Mannheim wurde Herr Simon Bensheim, Vorsitzender des Synagogen'athes in Mannheim, in den Overrath berufen: ferner wurden zu Mitgliedern dieser Behörde ernannt: Herr Dr. Albert Seeligmann, prakt. Arzt in Karlsruhe, und Herr Rechtsanwalt Dr. Stadecker in Mannheim. Gotheuburg, 9. März. Heute fand das Leichenbegängniß der am 6. d. M. nach langem, schwerem Leiden verschiedenen Kantors Baer statt. Sechsunddreißig Jahrelang hat der Verstorbene segensreich in seiner Gemeinde Gothenburg gewirkt. Gewissenhaftigkeit und Pflichttreue sind die hervorragenden guten Eigenschaften, die dem Verblichenen uachgerühmt werden muffen. Aber nicht nur in und für seine Gemeinde hat Herr Baer gelebt und gewirkt. Aus Liebe zu seinem Berufe und geleitet von der Einsicht, daß die jungen Kantoren oft rathlos dastehen den mannigfachen Verschiedenheiten des jüdisch-liturgischen Gesanges sowohl, als auch anderen den Kantoren obliegenden Pflichten gegenüber unterzog sich Herr Baer der Mühe, sowohl die altjüdischen polnischen, als auch die neueren Weisen zu sammeln, und die Früchte seiner langjährigen Thätigkeit der jungen Kantorenwelt in seinem Werke „Der praktische Borbeter" zu unterbreiten. Sein Name wird daher noch lange genannt werden. Auf dem Westfälischen Provinzial-Handwerkertag zu Ibbenbüren äußerte sich der Schreinermeister Mertens aus Münster dahin, daß die Handwerker fernerhin Juden unter ihren Innungen nicht dulden würden. Nach Beendigung des DelegirtentageS wurden an allen Schaufenstern und Gebäuden grüne Zettel aufgeklebt : „Kauft nicht bei Juden I" Prenzlan. Am 6. d. fand im Kurgarten Hierselbst unter der Firma der Deutschen Reformpartei eine antisemitische Versammlung statt, die sich eher als alles andere, nur nicht als antisemitische im Laufe deS Abends charakteristrte. der Einberufer, Herr Redakteur Wald aus Hamburg wurde mit seinem Vortrage von Rabbiner Dr. Bäer aufs glänzendste widerlegt, so daß die Versammlung folgende Resolution annahm: „Die Versammlung ist mit den Ausführungen des Redacteurs nicht einverstanden, weil dieselbe gegen Sitte und Moral verstoße." Käkhfel. ,nrai 'n jo r6o by ,rrpn , ny-ni bsb nons k\-t , nnw-in . n^on 2-i V'xb tm > rrwn . mnn n-rnn . rwStfm . nty -i2 tm , tt fntfbt&h Auflösung der rbv) Preisfrage in Nr 21: Kap. 4, 14 -iriDN "pBDl Unter den Einsendern von richtigen Lösungen wurden drei Loose gezogen und erhielten die drei Gewinner, die Herren Max Epstein in Straßburg i. E., Robert Guttmann in Buk (Westpreußen) und Lehrer S. Strauß in Borgholz (Westfalen) je ein Kistchen enthaltend: 1 Flasche Champagner und 1 Flasche Zwctscheubranntweiu, Beides nDD by "uto von der Firma Hugo Bondi 4t Co. in Mainz gratis und franco zugesandt. Auflösung des Arithmogriph iu Nr. 22: >n:n ,-nn »m /nnnn Auflösung des Meis-Wälyjets in jjfr. 22: - - - fDMB-mpn« ivm-tfriK Unter den Einsendern von richtigen Lösungen wurde geloosi und erhält der Gewinner, Jsak Hirsch in Koiomea Ein Gratis Abonnement auf den „JSraelit" für ein halbes Jahr.

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