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Der Israelit · 1894-03-22 · Heft 24-25 (22.3.1894) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 24-25 (22.3.1894)
Date
1894-03-22
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXXV. Jahrgang. Erste Beil, ju M 24 & 25 örs „Israelit“. Leitender Artikel. E Statistisches. „Ueber die preußische Bevölkerung nach ihrer Muttersprache und Abstammung" verbreitet sich eingehend der Statistiker Frhr. von Fircks und gtebt dabei auch interessante Daten über die preußischen Israeliten. Vieles davon dürfte weitere Kreise interefftren. Wenn im Königreich Preußen 372,059 Israeliten gezählt werden, so giebt diese Zahl nur Diejenigen an, die sich zur mosaischen Religion bekennen. Die Ziffer erhöht sich naturgemäß, wenn Diejenigen mitgezählt werden, die selbst, oder deren Eltern den Glauben geändert haben. Die Muttersprache der jüdischen Bevölkerung ist in Preußen fast durchweg die deutsche, nämlich bei 365,357 oder 982 pro Mille. Daneben giebt es in kleinen Bruchthetlen polnisch (2969), ruffisch (856), holländisch (741), englisch (659) und magyarisch (414), redende Israeliten. Nach der Abstammung verthetlen sich die preußischen Israeliten wie folgt: dem orientalischen Zweige gehören nur 212 oder 0,57 pro Mille, dem spanisch-portugiesischen Zweig nur 769 oder 2,07 pro Mille, dem deutschen Zweige alle übrigen an, also 997,36 pro Mille. Was das Geschlecht angeht, so gehören von der Gesammtsumme 182 739 oder 491,2 pro Mille dem männlichen und 189 320 oder 508,8 pro Mille dem weiblichen Geschlecht an, ein Verhältniß, das ungefähr mit dem überhaupt für den preußischen Staat und auch für das deutsche Reich festgestellten Ueberschuß an weiblichen Personen übereinstimmt. Dagegen überwiegt in der Zahl der Juden des Stadtkreises Berlin und derRegierungsbezirke Potsdam, Stralsund, Liegnitz, Magdeburg, Merseburg, Erfurt, Lüneburg, Stade, Aurich, Trier und Aachen das männliche Geschlecht. In den Berufsclaffen der Landwirthschaft, Forstwirthschaft, des Bergbaues, der Industrie der Steine und Erden, der Metallverarbeitung, der Verfertigung von Maschinen und Werkzeugen der chemischen Industrie, der Textilindustrie, der Papter- und Lederindustrie, der Industrie der Holz- und Schnitzstoffe, des Baugewerbes, der Gewerbe unbestimmter Art, der Post, des Fuhr- und Frachtwesens, des Wafferverkehrs, des Hausdkenstes, des Heeres und der Marine, der Berufslosen und der Dienstboten finden wir vom Tausend aller erwerbsthätigen Israeliten 112, vom Tausend aller erwerbsthätigen Evangelischen bezw. Katholiken 746,8 bezw. 797,6. In den Gewerben der Leuchtstoffe, Fette und Harze, in der Kunstbtldnerei, in der Verwaltung und in der Rechtspflege stellt sich dies Verhältniß auf 10,3 Israeliten, 14,4 Evangelische und 9,3 Katholiken. Dagegen in folgenden vorzugsweise städtischen Berufsklassen: Industrie der Wohnungs- und Genußmittel, Gewerbe der Bekleidung und Reinigung, Buch- und Kunstdruck, Maaren- und Productenhandel, Geld- und Credithandel, Buch-, Kunst- und Mustkalienhandel, sonstige Handelsgewerbe, Versicherungsgewerbe, Beherbergungs- und Schankgewerbe, Religionspflege, Erziehung und Unterricht, Gesundheits- und Krankenpflege, Schriftstellerei, Musikausübung und öffentliche Schaustellungen sind vom Tausend aller erwerbsthätigen Israeliten 877,7, vom Tausend aller erwerbsthätigen Evangelischen aber nur 238,8 und vom Tausend aller erwerbsthätigen Katholiken nur 193,1 Personen zu finden. Außerdem sind von tausend Israeliten 129 Rentner, Penstonaire oder Insassen von Anstalten. Was die sociale Stellung innerhalb der einzelnen Berufsclaffen angeht, so ist ebenfalls zahlenmäßig nachgewiesen, daß unter den Israeliten die selbständig Erwerbsthätigen fast durchweg einen höheren, ja zum Theil sogar einen wesentlich höheren Procentsatz als das Verwaltungs- und Arbeitspersonal einnehmen, während in der übrigen Bevölkerung das umgekehrte Verhältniß hervortritt. Die örtliche Vertheilung der Israeliten über das Staatsgebiet ist sehr verschieden. Berlin hat die höchste absolute Zahl: 79,286 i. I. 1890 (ganz Frankreich nur rund 50,000), dann folgen die Provinzen in nachstehender Reihe: Schlesien, Rheinland, Hessen-Nassau, Posen, Westpreußen, Westfalen, Hannover, Ostpreußen, Brandenburg, Pommern, Sachsen, Schleswig-Holstein und Hohenzollern. Dagegen ergiebt sich, wenn wir das Verhältniß „pro Taustnd der Bevölkerung" zu Grunde legen, folgende Reihe: Berlin 50,22 pro Mille, Hessen-Nassau 2S,75 pro Mille, Posen 25,32 pro Mille, Westpreußen 15,17 pro Mille, Schlesien 11,36 pro Mille, Rheinland 10,03 pro Mille, Hohenzollern 10 pro Mille, Pommern 8,05 pro Mille, Westfalen 7,89 pro Mille, Ostpreußen 7,36 pro Mille, Hannover 6,63 pro Mille, Brandenburg 5.42 pro Mille, Sachsen 3,08 pro Mille und Schleswig-Holstein 2,93 pro Mille. Von der Gesammtbevölkerung Preußens machen die Juden 12.42 pro Mille aus, was im Deutschen Reich nur von Hamburg (28,7 pro Mille), Hessen (25,7 pro Mille), Elsaß-Lothringen (21,6 pro Mille), Baden (16,1 pro Mille), von dem linksrheinischen Bayern

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