Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 22 (15.3.1894)
- Date
- 1894-03-15
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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397 vom Vaterunser die Rede fein dürfe, das ist mir doch etwas zu stark!" Der Abgeordnete Professor Förster endlich sagte: . Ich weiß nicht, warum gerade den jüdischen Soldaten das Vaterunser verhaßt sein sollte. In den sieben Bitten steht doch nichts, was nicht jeder Mensch ruhia beten könnte." Aus diesem Anlaß geht der „Nat.-Ztg." von dem Provinzial-Rabbiner Dr. Munk folgende Zuschrift zu: „Wie die Juden selbst über die Frage denken und wie sie sich zu derselben geäußert haben, wurde von keiner Seite erwähnt. Und doch sollten sie, meine ich die kompetentesten Beurtheiler darüber sein, ob sie „das Vaterunser zu beten im stände sind." Wir Juden befinden uns diesmal in der auffälligen Lage, allein den Standpunkt des Antisemiten als den unsriaen erklären zu müssen. Wir wissen in der Taat keinen G und, „warum gerade den jüdischen Soldaten das Vaterunser verhaßt sein sollte." In den sieben Bitten steht nicht nur nichts, was nicht jeder Jude ruhig beten könnte, sondern die sieben Bitten des Vaterunser sind in ihrem Inhalte, wenn auch nicht in derselben Form, in den Gebeten der Juden enthalten. Jeder, der der deutschen Sprache kundig ist, kann sich aus den Tausenden mit deutscher Uebersetzung versehenen jüdischen Gebetbüchern hiervon überzeugen. So wenig, wie bei den christlichen Bekenntnissen, die nicht „Vaterunser", sondern „unser Vater" beten, ist bei uns Juden der Gedanke aufgetaucht, daß in der Forderung, der Soldat solle sein Vaterunser beten, irgend eine Spitze gegen uns liegen könne. Die einzige jüdische Zeitung, welche meines Wtffens überhaupt zu dieser Frage Stellung nahm, ist „Der Israelit" tn seiner Nummer vom 30. November 1893. Dieser schrieb: „Alle, welche wie diese Blätter im Dienste einer positiven Religion stehen, . . . alle müssen die Gesinnung achten und ehren, aus welcher diese kaiserliche Kundgebung fließt, und auf's sehnlichste wünschen, daß sie allenthalben richtig ausgefaßt und beherzigt werde. . . . Man müßte mit wahrheitswidriger, splitterrichtender Spitzfindigkeit an diesem Fürstenworte deuten, wollte man ihm unterstellen, er wünsche nur christliche und z. B. keine jüdischen Soldaten." Tritt hier „die Anmaßung" hervor, „daß auf die Juden besondere Rücksicht genommen werden soll, daß nicht mehr vom Vaterunser die Rede sein dürfet" & Vermischtes. 4 Breslau, 9. März. Für die Reichstagsersatzwahl in Meseritz-Bomst arbeiten die Antisemiten mit Hochdruck. In Meseritz trat den antisemitischen Agitatoren Landrath v. Roell entgegen und sprach sein Befremden über den planmäßigen Uebersall des Wahlkreises durch die Antisemiten aus. Auf die 50,000 Einwohner des Kreises Meseritz entfielen nur 750 Juden, und es sei gerechterweise anzuerkennen, daß die jüdischen Einwohner des Kreises ruhig und still ihrem Berufe nachgingen und in keiner Weise zu Klagen Veranlassung gäben. Briefkasten der Redaction. In Nr. 17 des „Israelit" war in einer Briefkastennotiz von einem „verkrachten Buchhändler" die Rede. Ein Herr Bernheim von Basel hat diese Notiz auf seine Person bezogen. Wir stehen nicht an, hiermit zu erklären, daß der genannte Herr nach von uns eingezogener Information seinen kaufmännischen Verpflichtungen bisher stets nachgekommen ist. Auf verschiedene Anfrage«. Man beginnt selbstverständlich auch in diesem Jahre das Les n der mit Eintritt der Nacht, frühestens ganz wenige Minuten vor Nacht. Der allerfrüheUe Termin hierfür ist nach hiesiger Uhr (M. E. Z.) 7 Uhr 15 Mlnnten. Briefkasten der Expedition. S. Jaulus, Papa, Ungarn. Wir bitten um Angabe Ihrer genauen Adresse, da die Ihnen gesandten Bücher mit dem Vermerk: Adressat unbekannt retour kamen. A. K. in Lvtc« Betrag empfangen. n "i n Arithmogriph. ■frön -cnc s'2 123456 ♦ -rorn nroSi ■tob: d*d 2 •rrntr tpSj? npnjH vxib 536 toö 'T', Test? vrt* 'n ':sh 1 2 6 %rh$v Tp* Egeisbach. E. Agulnick. sotto ,rrrn : nian nw njitr&nn jrmm , nSy; bz by , rtntp*nrr , nbyz:n mnx . mtrn ♦ nana [2 nznz rrr? Unter den Einsendern von richtigen Lösungen wird geloost und erhält der Gewinner Ein Gratis-Abbonnemeut auf de« „JSraelit" auf ein halbes Jahr. Unserer heutigen Nummer liegt ein Circular des „Deutsch Israelitischen Kinderheims" in Diez a. Lahn bei und bittet man genau auf die Adresse zu achten.