Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 22 (15.3.1894)
- Date
- 1894-03-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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DWMWWWWWWWWMYM *Y XXXV Jahrgang. jys 22. Der Israelit. Ein Genirak-Hrgan für das orthodoxe ZudenLHum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den LS. März S«S4 (1894). Leitender Artikel. Wir Rabbi Abiba dir KWser welkte. (Zum Purimfeste.) I. Mainz, 14. März. Im Midrasch zu Paraschat Chaje Sara wird uns berichtet: E9'3 . o\jajna Qbiyrw nun ,wnm yn' ttypy »an □nwyi hnd by -pSonw nrns nren na ,nax .pmj/S nnr Sw nm ni xnn wn nnn wnpn nvx mno yaw □nwyi hnd by “pSom ü’jw ya«n onwyi rkva ntrnw .nuno yawi Rabbi Akiba saß und lehrte. Da sah er, daß die Welt einschlief und er wollte sie wecken. Er sprach: Was zeichnete Esther aus, daß sie über hundertsiebenundzwanztgLänder herrschte? Der Heilige gepriesen sei, er hat gesagt: Es komme die Enkelin Saras, die 127Jahre lebte und herrsche über 127 Länder. Es bedarf wohl nicht erst des Hinweises auf das Schwierige, Räthselhafte dieses Ausspruchs. Auch wenn man sich nur an den einfachen Wortstnn desselben halten wollte, bedarf es der Erklärung, was unsere Ueberlieferung an dieser Thatsache Wichtiges zu erzählen hat. daß Rabbi Akibas Publikum bei den Lehren des Meisters einschlafen wollte, und welche Kraft der hier mitgetheilten Lehre Rabbi Akibas wohl innewohnte, um die Schlafenden zu wecken. — Der Schlüssel des Räthsels muß in einer Parallele Liegen, die einerseits zwischen Sara und Esther besteht und in den Beziehungen, die andererseits zwischen diesem Moment und dem Zeitalter Rabbi Akibas bestehen. Den Zeitgenossen Rabbi Akibas muß das Bewußtsein von der Bedeutsamkeit dieses Moments abgegangen sein. Dieser Mangel hatte ihre Lässigkeit und Schläfrigkeit zur Folge, welcher R. Aktba durch seinen Hinweis entgegentreten wollte. Von Sara wissen wir, im Verhältniß zu ihrer hervorragenden Bedeutung nur sehr weniges, und dieser Umstand ist wohl das am meisten für unsere Ahnmutter Charakteristische, na'js iSv na miaa Sa Ihr königlicher Adel des Geistes und des Herzens, der Gesinnung und Handlung bekundete sich eben darin, daß er sich nicht an die Oeffentlichkeit drängte, sondern sich scheu vor ihm zurückzog. Wir erfahren eigentlich erst das Leben Saras gelegentlich der Erzählung ihres Todes. Aber wenn wir auch nicht durch unsere Ueberlieferung wüßten, nmax n\nw nx»a» nnte6 Sdd, oaß fogar der prophetische Blick Abrahams demjenigen seiner Sara nachstand, aus jedem mit dem Lebensgeschicke Abrahams verflochtenen Zuge seiner Lebensgefährtin leuchtet uns deren sittliche Größe in unverkennbarer Weise entgegen. Wenn irgendwo, so trifft hier jener Zug aus dem Preis des wackeren Weibes zu, der die Triumphe, die der Mann in der Oeffentlichkeit feiert, derart aus das Conto seiner zu Hause schaltenden Gattin setzt, daß der Mann draußen in seinem segensreichen Wirken, als ihr Mann gekannt und gefeiert wird. nSyn onyra ynu Abraham hätte nicht Abraham werden, hätte kein solches mustergiltiges Leben und Wirken entfalten können, wenn ihm nicht eine Sara zur Seite gestanden hätte. Die Selbstlosigkeit, die Gastlichkeit, die hingebende Aufopferung Abrahams wäre an der Sette eines Weibes, das diese Tugenden nicht voll und ganz gethetlt hätte, undenkbar gewesen. Ihre Selbstverleugnung in des Wortes wörtlicher Bedeutung strahlt in noch verklärterem Glanze als diejenige Abrahams. Wenn das ganze Leben Abrahams in der Verwirklichung der göttlichen Verheißung nana nvn, ein Segen für die Menschheit zu werden aufgeht, so hat ihn wenigstens die öffentliche Anerkennung für die Erfüllung dieses Hochberufs belohnt un