Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 21 (12.3.1894)
- Date
- 1894-03-12
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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381 ■ry_ Zeitungsnachrichten und Correfpondenzeu Deutschland. Mainz, 8. März. Unsere Religionsgesellschaft hat einen großen Verlust erlitten. Am ersten Neumondstage wurde Frau Henriette Simon, eine der edelsten und besten Frauen, eine!?'n r\wn im wahrsten Sinne des Wortes diesem Dasein entrückt. Monate langes Krankenlager ging ihrem Tode voraus, und hatten ihre Freunde und Bekannten Gelegenheit die Geduld und wahre Gottergebenheit der schwer leidenden 76jährigen Greisin zu bewundern rm r6^a 7>22' mS deren Geisteslicht auch in der Nacht der Leiden nicht getrübt wurde und die aus dem reichen Schatze ihres Gemüthes und Wissens fast bis zum letzten Augenblicke noch gar Vieles mitzutheilen wußte. Frau Simon stammte zwar aus einem kleinen Orte, trotzdem gelang es ihren Eltern, die sie in echter Gottesfurcht erzogen, die richtigen Lehrer für sie zu finden, um ihr die Früchte moderner Bildung zukommen zu lassen. Ihr vor acht Jahren verstorbener Gatte, Herr Moses Simon, einer der Gründer und begeistersten Anhänger unserer Reltgionsgesellschaft, war einer solch hervorragenden Gattin würdig. Diese treffliche Mutter verstand es, ihren Sohn und ihre drei Töchter ü"nb i^a> zu wahrhaften Jehudim zu erziehen. Bei dem imposanten Leichenbegängniß am zeigten sich die Liebe und Verehrung, welche die Dahingeschiedene allenthalben genoß. Des Neumondstages wegen konnten die Verdienste derselben nicht in einer Trauerrede gepriesen werden, doch wenn irgendwo Worte der Erinnerung entbehrt werden können, so war es hier der Fall, denn im Herzen All' derer, die ihr das Geleite gaben, sowie bei Allen, die sie kannten und zu schätzen wußten, wird das Andenken an sie beispielgebend sortbestehen. Frau Simon war auch die langjährige, unermüdliche Vorsteherin des hiesigen Frauensvereins (W,pn.) rraiun Berlin, 5. März. Die Reichstagskommisston für den Handelsvortrag mit Rußland setzte heute ihre Berathungen fort. Zunächst interpellirte Abg. Lotze (D. Reformp.) die Vertreter der Regierung über eine durch die Presse gegangene Meldung, daß der „Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" in einer Audienz beim Staatssekretär Freih. von Marschall über die Behandlung der russischen Juden Zusicherungen erhalten habe. Staatssekretär Freih. von Marschall gab zu, mit einer Deputation des genannten Vereins über die Stellung der russischen Juden in Deutschland gesprochen zu haben, mit den russischen Delegirten sei jedoch über diese Frage nicht verhandelt worden. Nur der Wunsch wäre zum Ausdruck gebracht worden, daß die deutschen Juden in Rußland nicht schlechter behandelt würden, als die russischen. Amerika. Rew-Nork. Rabbiner Morais in Philadelphia hat dem von ihm hier gegründeten Rabbiner- Seminar — dasselbe wird bekanntlich im orthodoxen Sinne geleitet — das o"v gespendet, das der verstorbene Professor am Rabbiner-Seminar in Padua, Hillel della Torre Hakoben, volle vierzig Jahre bet seinen Vorträgen daselbst benützt und auch mit zahlreichen Anmerkungen versehen hat. Türkei. Jaffa, 8. März. Man telegraphirt der „Jüd. Pr.": Die Herren Ben Jehuda und Jonas wurden gestern von dem Appellgericht in Beirut vollständig freigesprochen. > Vermischtes. BenSheim. Einem Manne Namens I. wurde sein ganzes erspartes Geld, in Summa 1000 Mark gestohlen. Der Arme war der Verzweiflung nahe. Herrn Zacharias Bendheim gelang es, den ganzen Betrag durch freiwillige Gaben in BenSheim zu sammeln und dem Manne so aus seiner Noth zu helfen. itüd rbv Preisfrage. Aus Paraschath Bereschith ist bekanntlich „Haman" ersichtlich (3. 11.), wo aber befindet sich in der gleichen Stdrah auch Esther? Unter den Einsendern von richtigen Lösungen werden drei Loose gezogen und erhalten die drei Gewinner je 1 Flasche Champagner und 1 Flasche Zrvetfchenbrarrntweirr Beides nos by “itio von der Firma Hugo Bondi 4k Co. in Mainz gratis und franco zugesandt. Auflösung des Aäiysels in Ar. 16: Auf Grund der rabbinischen Sentenz: nanapnno >7a j’N oitowi p im* witc^ und des Ausspruchs: ,trv ,vz,7 ry ‘i n« *pa»'n. Di7tb; ohne Anfangs- und Endbuchstaben "b Richtige Lösungen fattbiett ein: S. M. Bachrach in Elmshorn, Jsaac Rosenthal in Wronke, A. Davidsohn in Rastenburg, Samuel Kahn in M. Sziget, Daniel Dreyfuß in Uffheim, Leopold Fischer in Neuhaufel, D. L. Tobianöky, Lehrer in Frankfurt a. Main, Zosef Berger in ZaSdrocz, Carl Freudmann in MatterSdorf.