Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 21 (12.3.1894)
- Date
- 1894-03-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXV.Jahrgang. ' M 21 Der Israelit. Ein Aenlrat-Zrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Vr Lehmann in Mainz. Montag, den 12. März 5654 (1894). Leitender Artikel. Gedenke, lösch aus und vergiß nicht! Von Rabbiner vr. H. Sänger. .p^»y rwy ntw nx nor roffn *6 Q’orn nnno p^cy idi nx nnon. „Gedenke, was dir Amalek gethan ... lösch aus das Andenken Amaleks unter dem Himmel, vergiß nicht." Scheinbar tiefer, unauslöschlicher Haß wird uns mit diesen Worten ans Herz gelegt von Gott, oer uns in demselben Abschnitt gebietet aynn vb unxa rpv; "w d ns» aynn ,wn 1'rix '3 'O1X „verabscheue nicht den Edomiter, denn er ist dein Bruder; verabscheue nicht den Egypter, denn ein Fremdling warst du in seinem Lande." Und noch zweimal steht in demselben Abschnitt nay »a man ans» mn. „Und du sollst gedenken, daß du Sclave warst in Egypten" und darum gegen den Fremdling gut und milde und barmherzig sein. Und Amalek war doch auch ein stammverwandtes Volk, war ja ein Nachkomme Edoms! Wir haben gegen Amalek gekämpft, es ist uns aber nicht gelungen, diesen erbitterten Feind zu beseitigen. Man sollte also erwarten dürfen, daß Gott uns helfen werde, da wir nichts ausrichten konnten, um so mehr, da Amaleks Feindschaft sich gegen den Namen Jisroel richtet. Nicht um Haß zu säen in unser Herz, legt uns Gott die Pflicht auf, „zu gedenken", „auszulöschen" und nicht „zu vergessen", was Amalek uns gethan, sondern zu gedenken der Ursachen, warum Amalek uns Schaden, Böses zufügen konnte. Das sollen wir auslöschen, daran nicht vergessen. Schlimm ist und war es stets für uns, wenn wir daran je vergaffen. Denn, wie die Erfahrung lehrt, werden und wurden wir durch den alten Feind stets daran erinnert. So wie in der Wüste zum erstenmal Amalek ohne Grund seinerseits unserem Volke hinterlistig nachstellte; so wie Haman ohne Grund unsererseits dem jüdischen Volke den Untergang schwor: so stellt man uns auch heutzutage noch nach, läßt uns nicht vergeffen, daß ein steter Feind uns auflauert, alle unsere Schritte bewacht, jede Schwäche an uns benutzt, um uns beizukommen und ohne Unterschied, Kinder und Frauen, das ganze Volk mit einschließt in seinen Haß und auf unser Verderben sinnt. Ich muß hierbei auf einen früheren Vorgang in unserer Geschichte Hinweisen. In jener Nacht, bevor Jakob auf seiner Heimreise von Laban mit seinem Bruder Esau zusammentraf, rang bekanntlich der wy hw iw „der Schutzengel Esau's" mit ihm und sprach, als er ihm nicht beikommen konnte und der Morgen, wo seine Machtspbäre aufhörte, anbrach, zu Jakob: ’jriana dx »3 “jn^« noxn “int^n r6y »3 nexn „Entlasse mich, denn der Morgen ist angebrochen; er (Jakob) aber sprach: Ich entlasse Dich nicht, es sei denn, daß Du mich segnest" ns *]tw „Und er sprach zu ihm: was ist Dein Name?" apjr iüN’1 „und er antwortete: Jakob, apy» *6 iowi ^08” dn '3 for “ny Und er sprach: „Nicht Jakob soll ferner Dein Name genannt werden, sondern Israel." i>3irn nrtwx nyi crp^x oy mr o „Denn Du hast um den Vorrang gestritten mit göttlichen Wesen und mit Menschen und hast gesiegt." ■ps? nj htjh noxn 3py „Da frug Jakob und sprach: Sage mir doch Deinen Namen." dp irnx ^xtpn ni nvxn „Und er sprach: Warum doch frägst Du nach meinem Namen. Und er segnete ihn dort." Der Name apy bedeutet: etwas h inde rn; so ruft Esau aus v'vys rn oapy’i apy w >np »an „Ist vielleicht deshalb sein Name Jakob, daß er mich schon zweimal gehindert, mir ein Hinderniß geworden?" Und als Jakob jetzt im Begriffe steht, in