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Der Israelit · 1894-03-08 · Heft 20 (8.3.1894) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 20 (8.3.1894)
Date
1894-03-08
Page
– (sequence 18)
Language
German
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368 Rabbiner S. Klein in M. Keresztes, Comitat Bthar (Ungarn). Die Vorzüglichkeit dieser Schrift wurde in jenem Bericht bereits gebührend gewürdigt. Wir erlauben uns nur wiederholt darauf hinzuweisen, daß der Ertrag dieser Schrift für den Bau einer Mikwa bestimmt ist, welche in der oben genannten Gemeinde aus Mangel an den erforderlichen Geldmitteln fehlt. — Außer dem Genuß, den das Studium der Broschüre: injn -im dem Leser bereitet, hat jeder, der diese Schrift für den Minimalpreis von 1 Mark direkt vom Verfasser bezieht, noch das Bewußtsein dieser hochwichtigen Gemeinde-Institution beigesteuert zu haben. — Möge diese Anregung die verdiente Beachtung finden. — Die Redaction des „Israelit" ist gern bereit, Gaben für diesen Zweck entgegen zu nehmen und dieselben an Herrn Rabbiner Klein weiter zu befördern. Berlin Nunmehr hat sich auch dahier ein Verein für jüdische Krankenpflegerinnen gebildet. Vorstandsmitglieder sind die Frauen Zerline Eisenmann. Dr. Frankl, Julie Gerson-Liebermann, Moritz Weigert und die Herren Rechtsanwalt Dr. Eugen Apolänt, San.-Ratb Dr. Blumenthal, Geh. San.- Rath Dr. Kirstein, M. Metzenberg, Alb. PH. Meyer, Geh. Mediz.-Rath Prof. Dr. Senator und Stadtverordneter Louis Sachs. Der Verein zählt gegen 900 Mitglieder mit einem Jahresbeiträge von ca. 10,000 Mark. Italien. Modena, 21. Febr. In der gestrigen Sitzung unseres Gemeinderathes interpellirte das klerikale Mitglied desselben, Pier Biagio Casoli, unseren Bürgermeister To si-B ellu mi, wieso er an einer städtischen Schule eine jüdische Lehrerin anstellen konnte. Diese Interpellation wurde vom ganzen Gemeinderathe mit Zischen und Johlen ausgenommen. Der Bürgermeister erwiederte nun ganz einfach. er habe gar keine Jüdin, sondern nur eine italienische Staatsbürgerin als Lehrerin angestellt. Der Interpellant schrie nun in voller Wuth: „Avete paura degli Ebrei!“ („Ihr fürchtet die Juden!") Daraufhin erklärte ihm der Bürgermeister, daß, wenn er nur noch Ein Wort spreche, so lasse er ihn mit Gewalt aus dem Saale entfernen. Diese strengen Worte des Bürgermeisters wurden vom Gemeinderathe und dem Gallerie-Publtkum mit tosendem Beifall begrüßt und Alles schrie: „Evviva il sindaco!“ („Es lebe der Bürgermeister!") Die Sitzung nahm hierauf ihren ruhigen Fortgang. Vermischtes. Der Kaffen - VerwaltungS - Bericht des Israelitischen Krankenpflege- und^Beerdigungs-Vereins zu Kattowitz für das Geschäftsjahr 1892/53 weist eine Einnahme von 11476 M. und eine Ausgabe von 5843 M. auf. In Sa« Paolo (Brasilien) starb am 13. d. Mts. Dr. Samuel Mesquita, der lange Jahre als Rabbiner fungirte. Sein Tod hat in jüdischrn, sowie in allen anderen Kreisen lebhafte Theilnahme erweckt. Er starb im 54. Lebensalter und war in Frankreich geboren. In Gegenwart ler Staatsbehörden und der Vertreter der Stadt und einer zahlreichen Schaar von Gästen wurde in Kotvno (Rußland) die neuerbaute prächtige AlterSversorgungS-Anstalt eingeweiht. Der fast 9Ojährige Gaon R. Jizchak Elchanan hielt die Einweihungsrede in hebräischer Sprache, der Kronrabbiner Schnittkind sprach nach ihm in russischer Sprache. Der Bau gereicht der Gemeinde zur großen Ehre. Sprechsaal. (Für alle unter dieser Rubrik erscheinenden Artikel übernimmt die Redaction dem Leserkreise gegenüber keine andere als die preßgesetzliche Verantwortung.) Aus dem rsrael. Lehrerverein für Bayern. In Nr. 16 dss. Bl. fühlt sich ein Herr N. W. veranlaßt, über die Unthätigkeit der Leitung genannten Vereins Klage zu führen. Durch seine Beweisführung stellt er sich jedoch kein günstiges Zeugniß aus, indem er deutlich zeigt, daß er über die Vorgänge innerhalb des Vereins vollständig sich im Unklaren befindet. Sein Beweismaterial schöpft er aus dem Jahresbericht von 1892, während er doch wissen sollte, daß mit dem l. Januar 1893 die Wirksamkeit der neu gewählten Verwaltung begann. Seine Auslassungen ricbten sich somit gegen Persönlichkeiten, die schon über ein Jahr nicht mehr an der Spitze des Vereins stehen. Wir fühlen uns zwar nicht berufen, zu deren Vertheidigung eine Lanze zu brechen, es soll nur dargethan werden, welcher Kampfesweise sich oft Unzufriedenheit und Unkenntniß bedienen. Wenn wir auch zugeben, daß bei regerem Eifer mancher Mitglieder das Vcreinsvermögen ein größeres sein könnte, so ist die Gegenüberstellung der Leistungen des Bayer. Volksschullehrervereins doch eine unrichtige. Möge der rechenkundige Herr N. W. dessen Mitgliederzahl mit den Jahren des Bestandes mulkipltziren und nicht nur in die jährlichen Spenden, sondern in das ganze Vermögenskapital dividiren, die betr. Ziffern müssen ihm ja als Lehrer bekannt sein, so wird er zu ganz anderen Resultaten gelangen, obwohl dem Bayer. Volksschullehrerveretn Quellen zugänglich sind, die für uns verschlossen bleiben. Wollten Sie jedoch, Herr N. W., mit Ihrer Beschwerde die Werbetrommel rühren und die Lässigen aus ihrer Lethargie wecken, so mag zwar Ihre Absicht eine löbliche sein, nur hätte die Ausführung eine andere sein müssen. Briefkasten der Expedition. I. S. in D -Szerdahely. Betrag erhalten. B. G. in Posen. Betrag empfangen.

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