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Der Israelit · 1894-03-05 · Heft 19 (5.3.1894) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 19 (5.3.1894)
Date
1894-03-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXV. Jahrgang. M 18. Der Israelit. Ein Sentral-Hrgan für das orthodoxe ZudentHum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Montag, den 5. März 5654 (1894). Leitender Artikel. Moderne Märtyrer. (Fortsetzung.) Mainz, 4. März. „Wegen dieses Artikels also haben die Rabbinen den Ben Jehuda in Bann gethan, sein Haus zerstört, seine Familie dem Elende preisgegeben? Die alte Geschichte von dem schnellfertigen Vannstrahl! Ist das nicht, bei aller Verwerflichkeit der Tendenz jenes Geschreibsels, eine allzuharte Strafe, die nur eben aufs Neue wieder die Gkfühlshärte .".^^Tntoleranz des Jerusalemer Rabbinats erweist?" Kalt Blut, lieber Leser, Du stehst Gespenster. Trotz dieser und ähnlicher journalistischen Klopffechtereien, trotzdem derartige Taschenspielerkunststückchen verwirrend auf die urtheilslose Menge wirken mußten, haben die Rabbinen an sich gehalten, haben, mürbe gemacht durch die Erfahrungen früherer Vorgänge, die scharfe Waffe des Bannes von dem Haupte des Schuldigen zurückgehalten und ihn und sein Treiben nur mit dem Lohne, den sie verdienten, mit stiller Verachtung bedacht! „Ja, was bedeutet aber alsdann die Stimme jener Sippe in unseren Ohren, die in geifernder Wuth den „Fanatismus der Bettelrabbiner" nicht, fgenug lästern und des Mordes und Verrathes die „schwarze Heuchlerbande" bezichtigt, weil sie um eines Artikels willen den armen Ben Jehuda vernichtet habe?" Höre, lieber Leser, und richte. »Am 15. Kislew — so erzählen den Vorgang jene Blätter — erschien in dem Blatte des Ben Jehuda, Hazewi, ein Chanukahartikel, der sich in einem Schwulste von Worten über die nationale Bedeutung der Ehanukahhelden, >or Allem Juda Makabi's, und ihren pädagogischen Werth für die Jetztzeit erging. Zu verletzen vermochte derselbe in der Geschmacklosigkeit seiner Bilder und seiner Ueberschwänglichkeit allenfalls das ästhetische Gefühl, kein anderes sonst. Trotzdem brachten es die Rab* biner der Aschkenasim und der Sephardim. wüthend darüber, daß Ben Jehuda in seinem Blatte stets der Shalukah zu Leibe ging und so jene Etnnah. men störte, fertig, aus jenen Zeilen landesverrätherische Tendenzen herauszulesen und beeilten sich natürlich, die günstige Gelegenheit, den Störenfried für immer unschädlich zu machen, zu benützen. Auf Anordnung des Rabbinats wurde, um die Aufmerksamkeit der Behörden auf den Uebelthäter zu lenken, damit nur ja der Effekt des Schurkenstreiches nicht gestört werde, durch Anschlag an allen Ecken Jerusalems bekannt gemacht, daß die Rabbinen die Verantwortlichkeit für den genannten Artikel ablehnen müßten, und von demselben keine Kenntniß vor Erscheinen gehabt haben. Zugleich reichten sie eine Klage gegen Ben Jehuda und seinen Schwiegervater Jonas, den Verfasser des Artikels, bei den Behörden ein, des Inhalts, daß darin die Juden zur Revolte gegen die Regierung aufgefordert würden. Der gewünschte Erfolg blieb denn auch nicht aus: Ben Jehuda und sein Schwiegervater wurden zu je einem Jahr Zuchthaus verurtheilt, das Blatt unterdrückt. Da Ben Jehuda brustleidend istso bedeutet dieses Unheil neben dem materiellen, seinen physischen Tod und diesen Justizmord haben die Rabbmer von Jerusalem auf dem Gewissen." — So die Darstellung jener Blätter, die unsere Objektivität in der Wiedergabe ihrer Angaben wohl nicht zu bestreiten wagen werden. Statt diese unerwiesene Behauptung nun in längerer Ausführung zu widerlegen, geben wir in Folgendem eine Reihe von Briefen und Aktenstücken, die uns, auf unsere Bitte um Aufklärung, von Jerusalem zugegangen sind, in Uebersetzung wieder, überzeugt, daß die Sprache der Töne ttefinnerltchster, berechttgster Empörung, die aus denselben uns entgegenschallen, in dem Herzen unserer Leser den gewünschten Widerhall finden und das Lügengewebe zerfetzen werden, welches in durchsichtigster Absicht

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