Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 17 (26.2.1894)
- Date
- 1894-02-26
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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302 Ltttzug ist bei jeder Schlachtart und Vichgattung ausnahmslos untlisagt." „Das Prinzipielle über diese Initiative, die theils aus Humanitären, theils aus judenfeindlichen Motiven hervorging, ist in dem letzten Jahrbuche unter dem Titel die „Schächtfrage" behandelt worden. Die Gutheißung dieses sonderbaren Artikels, der sich, außer gegen die Juden allein, als sehr schwer ausführbar erweisen und daher seine wirkliche Natur bald zeigen wird, erfolgte mit 11V2 gegen 1O*/z Kantons- und 191,527 gegen 127,101 Volksstimmen." An anderer Stelle begegnen wir folgenden zutreffenden Bemerkungen: „Den Israeliten gegenüber nimmt die Strömung des sogenannten Antisemitismus immer noch zu, deraestellt, daß in Berlin ein großes antisemitisches Blatt gegründet werden soll, welches direkt und mittelalterlich-praktisch auch die Eroberung der Reichthümer dieses Volkes befürwortet. Auch in der Schweiz hat diese Strömung, wie die Abstimmung vom 20. August es zeigte, ihre ziemlich starke Vertretung. Für die orthodoxen Bekenner dieses Glaubens bestehen in ihren eigenen Schriften Stellen genug, die ihnen den Ausweg aus ihrer schwierigen Lage zeigen (Nehemia I, 5—9, Jeremias II 13—19, XVII, 5—8). Es ist eben immer das Gleiche mit diesem Volke, sein Gott schlägt es, wenn es von ihm im Herzen weicht. Vermöge der modernen allgemeinen Kulturfrciheit und Rechtsgleichheit entstand bei den Juden unserer Zeit die Versuchung, sich anderen Völkern durch einen größeren Skeptizismus in Bezug auf die Religion zu assimiliren; jetzt aber wollen die „Egypter" dennoch nichts mehr von dieser Gleichheit wissen und stoßen die Juden mit Gewalt von sich; nur wollen sie ihnen diesmal die goldenen und silbernen Gefäße nicht lassen. (2. B. M. XII. 33)." (Wir können uns nicht versagen die hier citirten Stellen aus Nehemia und Jeremia wörtlich anzuführen, sie bekunden nicht nur die Vertrautheit des Autors mit der Bibel, sondern auch mit unserer Lage und den Quellen, aus welchen unsere ganze Missre fließt. — — „Möge doch dein Ohr geneigt und deine Augen geöffnet sein, zu hören das Gebet deines Drenes, das ich jetzt vor dir bete Tag und und Nacht für die Kinder Israelis deine Diener und wie ich das Bekenntntß ablege wegen der Sünden der Söhne Israels, die wir gegen dich begangen haben; ich und mein Vaterhaus wir haben gesündigt. An deinem uns (anvertrauten Pfände) haben wir uns vergangen und haben nicht die Gebote, Gesetze und Rechtsordnungen gehütet, die du deinem Diener Moscheh aufgetragen. Gedenke des Wortes, die du deinem Diener Moscheh aufgetragen: Handelt ihr treulos, so streue ich euch unter die Völker, kehrt ihr aber zu mir zurück, hütet meine Gebote und erfüllet sie, wenn daun euere Verstoßenen am Ende des Himmels sich befinden, von dort werde ich sie sammeln und sie an den Ort bringen, den ich erwählt habe, meinen Namen dort walten zu Lassen. Sie aber bleiben deine Diener und dein Volk, das du befreit hast mit Deiner großen Kraft und deiner starken Hand. (Nehemia.) „Zweifachen Frevel hat mein Volk begangen, mich verließen sie, den Quell Lebendigen Wassers, um sich Gruben zu bauen, geborstene Gruben, die das Wasser nicht fassen. Ist Israel ein Sclave, oder ist es ein Hausgcborener? Warum ist es zur Beute geworden Daß gegen es junge Löwen brüllen, ihre Stimmen erschallen lassen, und sein Land zur Wüste machen, seine Städte verbrannt sind, leer an Bewohnern? Sogar die Söhne von Nof und Tachpanches zerschmettern dir den Scheitel. Geschieht das dir nicht, weil du verlassen den Ewigen, deinen Gott, in der Zeit, wo er dein Führer war auf dem Wege? Und nun, was hast du von dem Wege nach Mizrajim? Zu trinken Wasser des Schichor. Und was hast du von dem Wege nach Aschur? Zu trinken Wasser des Stromes. Züchtigen wird dich deine Bosheit und deine Abtrünnigkeit wird dich bestrafen, und du wirst erkennen und sehen, daß es böse und bitter war, daß du verließest den Ewigen deinen Gott, und keine Scheu vor mir haltest, ist der Spruch des Herrn, des Gottes der Heerschaaren." -„So hat Gott gesprochen: Fluch dem Manne, der auf Menschen sich verläßt und einen Sterblichen zu seinem Arme macht, und vom Ewigen weichet sein Herz. Er gleicht dem Vereinsamten in der Steppe, der es nicht gewahrt, wenn das Glück kommt, der im Dürren weilet, in der Wüste auf salzgetränktem Boden, der unbewohnt ist. Sage den Manne, der sich auf Gott verläßt, dessen Verlaß wird auch Gott sein. Er wird dem Baume gleichen, der gepflanzt ist am Wasser, und am Bache seine Wurzeln streckt, der es nicht gewahrt, wenn die Gluth kommt, und sein Laub bleibt grün, und in einem Jahr der Dürre ist er unbesorgt, und setzt nie aus, Früchte zu tragen." (Jeremia.) — Red.) Briefkasten der Redaktion. Herrn B in Zürich. Ein veikrachter Buchhändler und zwei Fürsprechs werden das historisch überlieferte Judenthum in der Schweiz nicht aus den Angeln heben. Wir könnten Ihnen eine ganze Zahl deutscher Antisemitenblätter zur Verfügung steilen, deren Skribenten sich die Hände vor Freude über die unverhoffte Mitarbeiterschaft dieser jüdischen Antisemiten reiben. Wir theilen vollständig Ihre Ansicht über