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Der Israelit · 1894-02-22 · Heft 16 (22.2.1894) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 16 (22.2.1894)
Date
1894-02-22
Page
– (sequence 12)
Language
German
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8 82 aber scheinen solche Acte der Willkür und der Grausamkeiten ein Ende gefunden zu haben, denn der dirtgirende Senat in Petersburg hat kürzlich in dieser Sache für die Juden Partei ergriffen. Die christlichen Einwohner der Städtchen Wolkowinetz und Tokmak haben sich an die Gubernialveiwaltung von Podolien mit der Bitte gewendet, die Verwandlung dieser Städtchen in Dörfer zu veranlassen. Der Grund dieser plötzlichen Verwandlungslust lag darin, daß es einigen Antisemitenhäupilingen gelungen war. der christlichen Bevölkerung dieser Ortschaften einzureden, daß die Entfernung der dortigen Juden wünschenswerth wäre. Da sonst kein Mittel zur Verwirklichung dieses Planes zu finden war, so verfi 1 man darauf, die Obrigieit um die Verwandlung der Städtchen in Dörfer zu bitten, um sich dann auf „gesetzlichem Wege" der Juden zu entledigen. Die Gudernialverwaltung zeigte in dieser Angelegenheit ein bei russischen Beamten äußerst seltenes Entg'-qenkommnn: sie genehmigte die Vorschläge der Patenten und verfügte die sofortige Umnernung der Städtchen in Dörfer. Da jedoch diese Umnennung vom Senate gutgeheißen werden muß, so richtete die Gubernialverwaltung an denselben ein Memorandum, worin fie dies wärmftens befürwortete. Man kann sich leicht vorstellen, welche Bestürzung die Verfügung der Gudernialverwaltung unter der jüdischen Bevölkerung der erwähnten Ortschaften hervorgerufen hatte. Diesmal jedoch sollten die Judenfeinde eine schwere Niederlage erleiden. Im Senate wurde die Angelegenheit genau untersucht und eine Entscheidung getroffen, welche die Wiederholung solcher Fälle in Zukunft fast unmöglich machen dürfte. Die Entscheidung des dirigenden Senats, welche unter Nr. 11,927 an die Gudernialverwaltung unlängst abgegangen ist, führte unter Anderem aus, die Ortschaften Wolkowinetz und Tokmak seien als Städtchen bekannt, wo Juden sich stets ansiedeln durften. Die Juden seien in diesen Ortschaften eingebürgert, haben dort ihre Friedhöfe, Synagogen, Wohlthätigkeitsanstalten u. s. w. Eine Umnennung dieser Städtchen in Dörfer auf Grund von Gesuchen von Seite christlicher Bewohner könne schon deshalb nicht genehmigt werden, weil sie eine Lage schaffen würde, die mit den Forderungen der Gerechtigkeit und der Billigkeit in schreiendem Widerspruche stünde. Der Senat müsse zugleich die Behörden auch darauf aufmerksam machen, daß die Initiative zu derlei Umnennungen nur vom Senate ausgehen darf, so daß alle diesbezüglichen Versuche Anderer als ungesetzlich bezeichnet werden müssen. Die Verfügung der Gubernialverwaltung zur Umnennung der Städtchen Wolkowinetz und Tokmak sei deshalb sofort aufzuheben und die Rechte der Juden anzuerkennen. Diese Entscheidung des Senats hat in den judenfeindlichen Kreisen Rußlands große Verstimmung hervorgerufen. (Fr. Bl.) Amerika. New-Bork, 31. Januar. Bei den gestrigen Kongreßwahlen ging unser Glaubensgenosse, Herr Isidor Strauß, Bruder des früheren Gesandten in der Türkei, Herrn Oskar Strauß, als Sieger hervor. Strauß ist inMayern geboren, Schatzmeister des Montkfiore House und Vic Präsident des Manhattan-Hospitals. Strauße ist der ^einzige Jude im Congreß in Washington. vermischtes. Batesville (Ark.), 4. Febr. Dieser Tage wurde einige Stunden von hier eine unten näher beschriebene kupferne Medaille gefunden, die von dem jüdischen Reisenden ve Sotn aus Spanien, der vier Jahre in hiesiger Gegend umhergeirrt und sein Lager in der Nähe der Fundortes aufgeschlagen, herrühren soll. Sie böte also ein Zeichen, daß Juden bei der Erforschung ^des Innern von Amerika mitgewirkt haben. Die Münze hat eine sehr feine Prägung: 1. Seite: Brustbild von Aron mit Brustschild, die 18 Steine zeigend; Größe wie die eines Thalers. Inschrift:?ru.n ,pD .prw 2 Seite: Altar mit 2 Flügeln überschattet: Inschrift: DD-Q’l DJ?n ,nNj,priN , Ntf’l ist also 327 Jahre alt. Briefkasten der Expedition. B. W. in Aurich. Gewünschtes nicht mehr vorräthig. A. H. in Orb. Betrag empfangen. I. L. in Urmeny. Gewünschtes kostet 1 st. _ f* E n i e i fl g n. "WW _ mr Für den folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. S.&D.LÖWENTHALSilberwaaren ,76) Frankfurt a. 3L, Zeil 25, Israel. Cultusgegenstände.

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