Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 14 (15.2.1894)
- Date
- 1894-02-15
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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54 Für die "rmnn mov man in Preßburg. Für die israelitische Prüparanden- Schnle in Bnrgpreppach. Weißenburg. Frau Samuel Gerschel 5 M. Von Ungenannten gesammelt 15 M. Was giebt es in Palästina auf dem Markte im Januar?*) (Schluss.*) -****>>>—■<L..<9^a«*aa53Effsss^>".'r=»—•e**-**-- Ein Stück verkauft man gewöhnlich um zwei Centimes; bei Ueberproduction muss man ihn noch billiger ablassen. Man pflanzt den Ckass zuerst in den Gärten, welche man bewässern kann, bei Beginn des Frühregens auch in anderen Gärten. In Gaza wird Chass in Masse angepflanzt, während ich in Jerusalem nie dergleichen sah. Der arabische Chass hat viele Aehnlichkeit mit dem Cichorien-Salat. Der europäische Salat (Ckass frandschi) gedeiht in Palästina ebenfalls, aber nur zur Winterszeit; bei den Arabern gilt er jedoch nicht viel, weil sie es nicht verstehen, ihn anzumachen; darum essen sie ihn roh, wie den arabischen, klagen aber, dass er bitter sei, während letzterer süss ist. Kopfsalat verwendet man nicht ungern bei der Machschi-Fabrikation. Der europäische Spinat gedeiht vortrefflicü in Palästina und wird ebenfalls zur Mackschi- Fabrikation verwendet, da die Araber es nicht verstehen, ein grünes Kraut zu bereiten. Die Araber pflanzen denselben nicht an, und ich Hess ihn wieder ausgehen, wie Rettig und Salat, da ich keinen sachkundigen Gärtner habe. Chass wird hier 3—4 Monate zu Markte gebracht; ich konnte demselben bisher keinen Geschmack abgewinnen und gehöre daher nicht zu den Chass-Vei'tügern. Als merkwürdige Nachzügler des abgelaufenen Jahres werden hier noch im Januar Paradies-Aepfel zu Markte gebracht. Die Araber nennen dieselben bonadorapomi d'oro. Die Wintersonne ist jedoch nicht im Stande, sie roth zu färben. An Petersilie fehlt es auch im Januar nicht; die Araber nennen dieselbe bagedunis. Die unvermeidlichen Maul beerfeigen oder Sykomoren werden natürlich auch im Januar feilgeboten, und zwar frische und getrocknete. Man nennt dieselben dsckumeiz* eine bessere Qualität ist unter dem Namen belamc bekannt. Seltene Vorläufer des kommenden Jahres sind auf dem Markte im Januar die jungen Zwiebeln bassal achdar. Nun ist noch ein ganz sonderbares Naturproduct zu erwähnen, welches die Araber *) S. Nr. 502. | Kar cd nennen. Es ist eigentlich ein Kürbis, welcher an den Wassergräben in den Gärten wächst, sich weit ausbreitet und sich an den Bäumen hinanschlingt. Dieses Gewächs zeitigt drei Arten von Früchten: kleine längliche Kürbisse, welche im Spätsommer zeitig werden und zur Machschi-Fabrikation verwendet werden, dann grosse längliche Kürbisse, welche auf dem Boden liegen bleiben und erst im Spätherbst reif werden, endlich Flaschen-Kürbisse, welche man tief in den Winter hinein an den Bäumen hängen lässt, damit sie reifen und Samen tragen. Die grossen länglichen Kürbisse wirft man im Garten zu einem Haufen zusammen, wenn sie reif sind, bis ein Händler kommt, sie zu kaufen. Derselbe liefert sie dann in seine Bude und verkauft sie nach und nach, aber nur stückweise. Man kocht dieselben als Zuspeise; ich habe jedoch nie dergleichen gekostet. Nun kommt die Reihe an die importirten Früchte. Hier sind zuerst die Orangen zu erwähnen, welche von Jaffa kommen; man nennt dieselben bordan bortukan ■potugalli. Dieselben liegen im Januar hier haufenweise herum; Stücke von besserer Qualität kauft man um drei Centimes, geringere Waare weit billiger. Citronen findet man im Januar auf dem Markte, gute und schlechte Waare. Eine Specialität von Gaza sind die süssen Citronen, limon helu genannt, welche im Januar noch gut zu haben sind. Die Orangen haben den Fehler, dass sie im Winter zeitig werden; würden sie im Sommer reif, namentlich im Frühsommer, so wären sie bedeutend werthvoller. Die Araber verwenden auch die dicken Schalen der grossen Orangen, indem sie dieselben in Stücke zerschneiden und in Zucker einmachen; man nennt dies datle bordan. Die Kartoffeln liefert im Winter meistens der Libanon über Tripolis, manchmal über Marseille; die Araber nennen dieselben patata. Man verkauft hier ein Kilo um zwanzig Centimes; vor zehn Jahren bekam man um diese Zeit ein Kilo kaum um vierzig Centimes. Auch arabische Kartoffeln werden im Januar hier feilgeboten,