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Der Israelit · 1894-01-18 · Heft 6 (18.1.1894) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 6 (18.1.1894)
Date
1894-01-18
Page
– (sequence 28)
Language
German
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-.'VWW' WMWWMWWWMWW 48 ' ' Rüben kauft man um 70 bis 90 Centimes; Rettig ist etwas ftheurer, aber manchmal müssen die Fellachen wegen Ueberproduction auch eine Eselsladung Rettige um denselben Preis ablassen. Die Rettige werden 2—3 Monate lang zu Markte gebracht, im Frühjahr werden sie immer schlammig. Europäische Rettige kommen hier ganz gut fort, schlagen jedoch leicht um. Die gelben Rüben, welche die Araber Gesar nennen, werden gekocht und roh verspeist. Sie haben eine dunkelrothe Farbe; die europäischen Carotten sind schmackhafter, werden aber in Palästina nicht angebaut, obwohl sie daselbst sehr gut gedeihen könnten. Die rothen Rüben werden von den Arabern selten angebaut. Hier kommen sie gar nicht vor, wohl aber in Jaffa, woher man sie bezieht; man kocht sie und verspeist sie als Salat. Alle diese Gewächse werden schon im November in den Gärten angebaut, die man bewässern kann; sobald der Winterregen beginnt, hört die Bewässerung auf. Die rothen Rüben nennen die Araber Schamander. Auch die in Palästina gebräuchlichen Kohlgewächse werden meistens schon im Januar zeitig, namentlich wenn der Frühregen zeitig beginnt. Der Kopfkohl wird hauptsächlich in Jaffa angebaut; hier in Gaza wenigstens kommt er nicht vor, man bezieht ihn darum von Jaffa. Die Araber nennen denselben Malfuf (eingewickelt). Die Fabrikation von Sauerkraut ist hier ganz unbekannt; man verwendet daher den Kopfkohl zur sogenannten Mr^^är'-Fabrikation. Man löst nämlich die einzelnen Blätter los, füllt sie mit Reis und gehacktem Fleisch, und wickelt sie wieder zusammen. Darauf wird das Ganze gesotten. Ein Melfuf-Machschi gilt den Arabern als Leckerbissen. Der Blumenkohl, welchen man in Jerusalem Karnabit, in Gaza Krumb nennt, wird schon im Spätsommer angepflanzt und anfangs bewässert, jedoch erst vom Frühregen gezeitigt. Der Blumenkohl ist in Palästina viel grösser als in Europa, namentlich in Gaza; man hat oft an einem Stücke ordentlich zu tragen. Die Blätter des Blumenkohls dienen manchmal auch zur Machschi-Fabrikation, allein sie stehen den Blättern des Kohlkopfs weit nach. In der arabischen Küche verwendet man noch einige Gewächse, welche ebenfalls schon im Januar zeitig werden; dahin gehören die Blätter einer Art rother Rüben, von den Arabern Silk genannt; ferner der arabische Spinat Namens Sabanegh und die Malven. Silk und Sabanegh werden zu Markte gebracht, die Malven aber suchen sich die Weiber und die Kinder selbst in der Umgebung der Stadt. Alle diese Blätter werden gesotten, danngmit gekochtem Reis vermischt und so gegessen. Reis mit Sabanegh ist gar nicht übel. Alle diese Gemüse werden im Laufe des Winters, etwa drei Monate lang zu Markte gebracht. Im Januar kommt auch der sogenannte Chass, die eigentliche Leibspeise in Gaza, zum ersten Male auf den Markt. Der Chass ist nichts Anderes als der eigentliche Salat (laetuca), jedoch in hohem Grade aus der Art geschlagen. In Europa gebraucht man nur die Blätter, und wirft das Andere weg. Im Orient wirft man die Blätter weg, und verzehrt nur die Stengel und das Gerippe der Blätter. Der Stengel ist stark und markig; der Chass macht keine Köpfe, schiesst jedoch erst im Frühjahr auf. Die Farbe desselben ist grün, nicht gelb. Man verzehrt den Chass roh, ohne jede Beigabe, als Salat ist er nicht gut. In bedeutender Quantität genossen wirkt er betäubend. Wollen sich die Gazenzer im Winter einen vergnügten Tag machen, so begeben sie sich in einen Garten hinaus, lassen sich einen Haufen Chass bringen und verzehren ihn in aller Gemüthlichkeit; Mancher ist im Stande, 5—6 Stück zu vertilgen. (Schluss folgt.) Briefkasten. An alle meine geehrten Herren Correspondenten die ebenso höfliche als dringende Bitte: 1. Die Spenden-Liste von den brieflichen Mittheilungen stets getrennt zu halten. 2. Die Spenden-Liste, mag sie selbst noch so bescheiden sein, nicht auf dem Coupon der Postanweisung, sondern auf einem Blatte Papier verzeichnet einzusenden. 3. Für die Spenden-Liste niemals die jüdische Currentschrift in Anwendung zu bringen, und falls die Spenden für verschiedene Rubriken und Zwecke bestimmt sind, sie auf ebenso vielen einzelnen Blättern zu verzeichnen. 4. Nur wo eine Spezialbescheinigung unbedingt nöthig, — beispielsweise zu Belegen bei Gemeindeakten u. dgl. mehr — eine solche zu verlangen, sonst jedoch davon gütigst absehen und das sofort, oder einige Tage nach der gemachten Geldsendung erhaltende neueste Spenden-Verzeichniss als Empfangsbestätigung betrachten zu wollen. Die gütige Beachtung dieser bescheidenen Bitte von Seiten meiner geehrten Herren Correspondenten würde mir viele unnöthige Mühe und Zeitverlust ersparen, eine Rücksichtnahme, die gewiss jeder billig Denkende als eine vollkommen berechtigte und dringend gebotene bezeichnen wird. Jedem sie mir Gewährenden schon im Voraus den herzlichsten Dank dafür! M. J. K. in P. Ich bitte Sie wiederholt höflichst, die Spendenliste in Znkanft deutsch zn schreiben und dieselbe gefälligst so zn ordnen, wie Sie Ihr letztgesandtes Verzeichniss demnächst veröffentlicht finden werden. JH. M. in ß. Die 30 M. habe ich auf die bestmögliche Weise für p'TlN verwendet. Ich hätte Sie, da mir das viele Schreiben überaus schwer fällt, gewiss nicht mehrmals um ein Verzeichniss der Spenderinnen ersucht, wenn Sie mich nicht selber in Ihrer w. Postkarte vom n"") darauf mit den Worten verwiesen hätten: „Die Liste der Spenderinnen sende ich Ihnen nach D"’ zu“. In Zukunft senden Sie mir gefälligst das Verzeichniss mit der Post-Anweisung gleichzeitig. Druck der Job. W i rt h * sehen Hofbuchdrnckerei, Actien-Gesellschaffc, Mainz.

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