Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 6 (18.1.1894)
- Date
- 1894-01-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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M 6 XXXV. Jahr,«g. Der Israelit. Et» Aenlrat-Hrgan für das orlßodore Iudenthum. Begrüntet »»« Dr. Lehm«» i» M«i»A. Donnerstage den 18. Januar 5654 (1894). Leitender Artikel. Wie gewinnen wir unsere Kinder für das Judentum? Bon Bezirks-Rabbiner Dr. Ehrmaun in Baden (Schweiz.) II. Auf Grund der bisherigen Ausführungen, daß wir unsere Kinder für das Judenthum gewinnen, wenn wir sie für die Thora gewonnen haben, wird man die Antwort auf unsere Frage doch zuallererst aus dem Munde ihrer bewährtesten Kenner, der Meister der Thora hören wollen. Wer könnte für die Beantwortung dieser Frage kompetenter sein, als eben ste, die im Studium der Thora alt und grau wurden, die selber tausende von Schülern ausgestellt und es verstanden haben ihnen die Gluth der Begeisterung etnzuhauchen, die in ihrer eigenen Brust flammte und ihr ganzes Leben verklärte? Sollen wir angesichts der zerfahrenen Rathlostgkeit unserer Zeit nicht einmal Rath und Belehrung für die Beantwortung unserer Frage bei einem solchen Meister der Thorakunde holen, der unserer Zeit angehört hat, ihre berechtigten und unberechtigten Ansprüche zu würdigen wußte und der umtost von den Brandungen einer erregten Epoche, seine Familie, seine zahlreichen Schüler so voll und ganz mit dem Geiste der Thora zu durchdrtngen wußte, daß heute schon ein drittes und viertes Geschlecht dasteht, welches das Panier der Thora hoch hält, wie sie es durch Lehre und Leben ihres leuchtenden Vorbildes überkommen haben. E.n solcher Mann war der Preßburger Rabbiner, Rabbi Mosche Sofer§"pin. In seinem posthumen Thora-Commentar rwo min 'd findet sich zu unserem Wochenabschnitte r6&a ein ganzer Exeurs, welcher der Beantwortung der Frage bestimmt ist, die uns hier beschäftigt. Das, was ihn mit seltener Klarheit erfüllte, was er mit unerschrockener UeberzeugungStreue einer ganzen Welt gegenüber vertrat, für jeden Schritt und Tritt des Lebens fand er Anleitung und Norm in der Thora selber. Seine Virtuosität und unerreichte Meisterschaft bekundete er jedoch darin, daß er eS wie von selbst fand an Stellen, an welchen andere eS nicht einmal suchen. Ein ganzes Eompendium der Pädagogik, eine vollständige Anleitung für den einzig ersprießlichen Thoraunterricht findet er ungesucht und ungekünstelt in den einleitenden Worten deS Wochenabschniltes: px “|~n 'x orn xVi ,oyn nx nyie »m □roxm Dyn am» 'm nox »3 Hin 3iip o o»nr^D .nOHSD 13BH ncn^D „Als Pharao daS Volk ziehen ließ, führte sie Gott nicht den Weg des Landes der Philister, denn er war nahe, denn es sprach Gott, das Volk möge sich eines anderen besinnen, wenn ste Krieg sehen und nach Egypten zurückkehren." Seine Ausführungen gipfeln in der Mahnung, die Kinder Thora zu lehren ganz in der Art und Weise, wie ste uns von den Altvorderen überkommen ist. Diese Methode hat auf den ersten Blick ihre bedenklichen, schwachen Setten. Er greift eine solche heraus, wie sie uns im Talmud Traktat Sabbat fol. 63 a. an einem conereten Beispiele borgeführt wird. mm p* 'io 'ion *n xm u xx-q m idx xyr xipo ]'xi xjyiö rn.i x^i d*»n m^> xjtdj ff»rx yoro xp ’xo xnrn ny ivivv ’to .-dd’^ mm „Rab Kahna sagte: Als ich achtzehn Jahre alt war und schon die gesammten sechs Sedarim der Mischna gelernt hatte, wußte ich noch nicht, daß der einfache Wortstnn eines SchriftverseS in erster Reihe zu berücksichtigen ist, bis ich es jetzt erfahren habe. Was soll uns damit gelehrt werden? Daß man sich zunächst die Ueberlieferung aneignen soll, — wie sie sich an den SchristverS V-V. ’i=. V /! üa