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Der Israelit · 1894-01-15 · Heft 5 (15.1.1894) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 5 (15.1.1894)
Date
1894-01-15
Page
– (sequence 17)
Language
German
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WHWU SSSSPl Brrhodo/e MudenlhumÄ 15 Jan. 1894.] lNr 1 €i N^MSUWMStO Inhalt: Das Hästers-Richter'sche Lesebuch für die Obe» klaffen. — Aus Stadt und Land: Weilburg a. d. Lahn. Das Hästers-RichterM Lesebuch für die Oberklassen, für jüdische Schulen bearbeitet von M. Blumenfeld, Hauptlehrer. — Unter Anführung von Proben beurtheilt von H. Reuß-Neustadtgödens. Mittels dieser gcsch. Blätter, die so oft schon ihre warnende oder tadelnde Stimme zum Nutzen des Judenthums erhoben haben, sei der Ocffentlichkeit das Folgende übermittelt und ich hoffe fest, daß meine Stimmenichtungehört verhalle, sondern daß fte erfolgreich dazu beitrage, das nach mehreren Seiten hin verderblich wirkende obengenannte Lesebuch in seiner jetzigen Gestalt, aus der jüdischen Volksschule zu verbannen. Ich betrachte es als ein verdienstliches Werk um unsere Schule, au der Hand von Proben den Werth des Buches nachzuweisen. Die Schädlichkeit desselben zu kennzeichnen, ist auch von anderer Seite versucht worden. Vor 3 Jahren schon ist das Buch aus einer Konferenz in Emden zum Gegenstand einer Besprechung gemacht worden, ohne daß man jedoch die Stellen gründlich bloß gelegt hat, die das Buch für die isr. Schule unmöglich machen. Im vergangenen Jahre hat ein sehr hochgeschätzter, unter den jüdischen Gelehrten wohlbekannter Rabbiner aus der Lehrer-Versammlung in Hannover einige Kraftstellcn aus demselben vorgelesen, welche die Entrüstung aller Anwesenden hervorriefen. Dennoch schwieg man. Nun, „ich glaube; und so will ich reden und es laut rufen." Herr Blumenfeld sagt in seinem Vorwort: „Die für unsere Schulen ungeeigneten Lesestücke wurden ausgeschieden und durch passende ersetzt." Ist für jüdische Schulen das Gedicht „die Geduld" v. Spitta (Nr. 172. S. 171) etwa geeignet? Ich kann die Schönheit dieses Poems recht gut nachempfinden, und doch sollte es in einem Lesebuch für jüd. Schulen keinen Platz gefunden haben. Die Zeile: „Er hilft das Kreuz dir tragen" ruft doch spezifisch christliche Vorstellungen wach. Man könnte sie vielleicht umschreiben, aber dadurch würde das Gedicht an Werth und Wirkung verlieren. Soll in jüdischen Schulen das Gedicht: „Sonntag" (S. 19) von Hoffmann v. Fallersleben gelesen werden? Auch das herrliche Gedicht von Geibel: „Ostermorgen" (S. 20) weckt wegen seines Schlußsatzes: „der Odem Gottes sprengt die Grüfte — — wacht auf, der Ostertag ist da," Erinnerungen an Erzählungen des Neuen Testaments. S. 223 ist zu lesen: „ihm zur Seite steht ein hohes, altes Kruzifix von Holz, frische Blumen schmücken die Füße des Heilands; ein Betstuhl steht darunter". Nach der Ansicht des Herrn Bl., der diese Sätze als ungeeignet nicht ausgeschieden hat, müssen jüdische Kinder das nothwendig wissen. S. 222. „Diese Kirche, wie auch die Basilika zum hei!. Bonisacius, die Ludwigskirche mit einem großen Altargemäldc, (das jüngste Gericht darstellend) und die Aller Helligenkirche" 2C. S. 317. „Die Eiche, .... sie hat vielleicht noch die alten heidnischen Sachsen, deineStammväter, unter Ihrem Schatten lagern sehen, . . .u „ .... so war auch unfern Alterordern dieser Königsbanm dem mächtigen Donnergott Thor geheiligt." „Die alten Deutschen, obwohl sie Heiden waren, hatten doch ein nicht minder seines Gefühl für das Leben und Weben der unsichtbar sin der Natur waltenden Gotteskraft als wir, ihre christlichen Nachkommen." „In dem heiligen Dunkel der deutschen Eichenwälder saßen einst die P r i est e r i n n c n u n s e r e r V ä t e r."

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