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Der Israelit · 1894-01-08 · Heft 3 (8.1.1894) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 3 (8.1.1894)
Date
1894-01-08
Page
– (sequence 12)
Language
German
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36 einem ordnungsmäßigen Paffe versehen, auSgeführt habe. So die Erzählung des Herrn Aglitzky, welcher auf den Rath seines Advokaten Oesterreich vorläufig verlassen hat. -£• Vermischtes. Berlin, Ende Dezember. In der Nacht zum letzten Freitag starb hier an Herzlähmung in Folge von Influenza der Geheime Sanitätsrath Dr. Samuel Gullmann, der Herausgeber der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift". Guttmann 1839 zu Ostrowo iu der Provinz Posen geboren, machte seine medizinischen Studien in Berlin. Nachdem er 1866 die ärztliche Staatsprüfung abgelegt hatte, ließ er sich hier als Arzt nieder. Obwohl Guttmann sich vorwiegend der ärztlichen Praxis widmete, so betheiligte er sich doch dauernd an wissenschaftlichen Arbeiten. Unter Anderm war er 1883 an der Bearbeitung des durch eine Umfrage des hiesigen Vereinfür innere Medizin gewonnenen Materials über die Lungenschwinsucht mit thätig. Allgemein bekannt in medizinischen Kreisen wurde Guttmann zuerst 1885, als er nach BörnerS Tode die Leitung der „Deutschen medizinischen Wochenschrift" übernahm. Gleichzeitig damit fiel ihm noch die Herausgabe zweier anderer von Börner ins Leben gerufener litterarischer Unternehmungen zu, des Reichs-Medizinalkalende S und des Jahrbuches für praktische Aerzte. AIS Herausgeber der „Wochenschrift" erwuchs Guttmann die neue Aufgabe, zu Erörterungen über medizinisches Un terrichtSwesen, öffentlicher Gesundheitspflege und medizinische TageSfragen verschiedener Art das Wort zu nehmen. Für die „Wochenschrift" schrieb Guttmann auch eine Reihe kleinerer medizinisch-biographischer Arbeiten. Gemeinsam mit Professor Leyden wurde Guttmann vom Verein für innere Medizin damit betraut, dessen umfangreiches Sammelwerk über die Influenza-Epidemie von 1890/91 herauszugeben. Besonders zu erwähnen sind noch Beiträge von Guttmann zu VillaretS „Handwörterbuch der Medizin" und BörnerS Bericht über die Berliner Hygieneausstellung. Unter GuttmannS RedaktioSleitung gelangte die „Deutsch-med. Wochenschrift" dadurch zu besonderer Bedeutung, daß Robert Koch ihr 1890 seine erste Veröffentlichung über das Tuberkulin W?, iw. hw. Folgerest der größere Theil der gesammten Tuberkulin Litteratur, die damals die medizinische Welt aller Länder bewegte, in den Spalten der ..Deutschen medizinischen Wochenschrift" erschien. Seither hat dieses Blatt an erster Stelle unter den medizinischen Wochenschriften in Deutschland der Verbreitung der Lehren der Kochschen Schule gedient. Den Titel als Geheimer Sanitätsrath erhielt Gnttmann ungewöhnlich früh, bereit- 1891, nachdem er 1884. zum Sanitätsrath ernannt worden war. Ratibor, 1. Januar. Ein Mann wurde gestern auf dem hiesigen Friedhofe zu Grabe getragen, der es verdient, auch in den Spalten Ihres Blattes ein Wort des Nachrufes zu erhalten. Sanitätsrath Dr. Rosenthal, der 63Jahre alt einem kurzen, aber schweren Leiden erlag. Der Verklärte war in allen Schichten der Bevölkerung angesehen und beliebt; er war der Arzt der vornehmsten Kreise und gleichzeitig ein treuer Sohn seines Bekenntnisses. Er fehlte nie am Festtage im GotteShause, er hing mit Leib und Seele am Bäterglauben, und seine letzten Gedanken galten den Tröstungen der Religion. Die Beisetzung fand unter ungeheurer Betheiligung statt. Tausende folgten dem Zuge, in erster Reihe die Landväter von Ratibor und Kohel, der konservative Landtagsabgeordnete von Ratibor, die Behörden, der Kriegerverein und andere Körperschaften. Die Brust des Verewigten, der als Stabsarzt die Feldzüge milgemacht, schmückten Orden und Ehrenzeichen. Rabbiner Dr. Blumenthalhielt die ergreifende Grabrede und rühmte ihn als Arzt und Mensch, besonders aber als treuer Jehudi. Der General-Gouverneur von Kief, Graf Jgnatief, kam vor kurzem durch unsere Stadt. Der Erzpriester des russischen Doms benutzte die Gelegenheit, um zu ihm von dem großen Elend zu sprechen, welches unter unserer jüdischen Bevölkerung herrscht. In Begleitung des Erzpriesters und einiger Beamten besuchte den Graf einige mit Juden angehäufte Hütten. Er war sehr ergriffen von ihrem Elend; er übergab ihnen Unterstützungen von 3 und 5 Rubel und übergab beim Abschied dem Erzbischof 100 Rubel für die jüdischen Armen mit der Bitte, daß der barmherzige Geistli he sich um das Schicksal der Unglücklichen kümmern möge. Die jüdische Gemeinde hat vom Grafen die Erlaubniß erhallen, einen Theil der disponiblen Gelder der Koschertaxe zur Beseitigung des Elends zu verwenden. In London ist kürzlich der vom Guildhall-Meeting her bekannte Sir Andrew Clark verschieden. Dazumal stand er aufs Wärmste für die v-rfolgten russischen Juden ein und sprach jene edlen Worte: „Wer Anspruch darauf macht, Mensch zu heißen, wi>d mit Abscheu und Schrecken die Verfolgungen der armen Juden in Rußland betrachten." Er war es auch, welcher sich vor einigen Jahren bei Gladstone für die Juden verwendete, denen er überhaupt immer die größten Sympathien entgegen!»'achte. Da er selbst ein Mann mit ausgesprochen religiösem Gefühl war und die Religion als ein Band, nicht aber als ein Trennungsmittel betrachtete, empfand er große Achtung, wie er oft betonte, vor dem „Volke der Bibel". Sir Andrew Clark war ein bedeutender Arzt, ein strebsamer, wiffenschaftlich gebildeter, fleißiger Mensch. Er arbeitete 16 Stunden im Tage, und während er von Haus zu Hans fuhr, führte er immer irgend ein philosophisches Werk mit sich, das er im Wagen las. Die Armen und Kranken jeder Confession in London verlieren viel an ihm; er war ihnen ein berathender Arzt, ein hilfreicher Freund- Seine Geschicklicheit und Tüchtigkeit wurde nur noch durch seine Güte übertroffen. Mitten bei der Arbeit, in seinem Ordinationszimmer traf ihn ein Schlaganfall, dem er sofort erlag. iläflit fc h . 03r$n b%i .'Hy npn 'rip dki ♦ D1?? f TK EgelSbach. E. Agulnick. Auflösung des Freis-AätHseks in Hlr. 97 v. I.: 3 Personen zünden 108 Lichter (Zahlenwerth f. 5 Personen 180 (Zw. D’I’V). Unter den Einsendern von richtigen Lösungen wurde geloost und erhielt der Gewinner, Herr Juda Frischwasser in Zbaraz (Galizien) ein Werk aus unserem Berlage gratis zugesandt. Briefkasten der Redaktion. Herrn P. M. H. W. in H. Zur Erklärung Ihrer

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