Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 3 (8.1.1894)
- Date
- 1894-01-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXV. Jahrgang. tfo g Der Israelit Et» Genlrat-Hrgan für das orlhodore IudenLHum. Begründet »o« Dr. Lehma«» t» Mat«A. Montag, den -8. Januar 5654 (1894). Leitender Artikel. Was unseren Unstern aöwendet. (Zu Paraschat X2-) Mainz, 7. Januar. Unser Wochenabschnitt erzählt uns, wie unter der Wucht der Schläge, welche Egypten heimsuchten, die Diener Pharaos ihrem Herrn den Rath ertheilten, die Männer ziehen und ihrem Gotte dienen zu lassen. „Man brachte darauf Moscheh und Aharon vor Pharao und dieser sprach zu ihnen: Geht, dienet euerem Gott, wer sind denn diejenigen, die gehen? Moscheh sprach. Mit unseren Jungen und mit unseren Alten wollen wir gehen, mit unseren Söhnen und mit unseren Töchtern, mit unseren Schafen und unseren Rindern wollen wir gehen, denn wir haben ein Gottesfest. Er aber sprach zu ihnen: so möge Gott mit euch sein, wie ich euch ziehen lasse und eure Kinder, seht doch, daß euch Böses bevorsteht. Nicht so; geht doch ihr Männer und dienet Gott, denn das ist es, was ihr verlangt, und man trieb sie vom Angesichte Pharaos." (II. B. M., Cap. 10, V. 8-11.) Zu den Worten O3'w -ru nxi >3 ixi, „sehet, Böses steht euch bevor, gibt Nascht folgende Erklärung des Midrasch: \jx nun njDD or6 idx njn idbw t?1 nnx dd'ü xvn -nnoa cDnxip^ nViy 2313 imx bv rorjjöxxa Dmb rrapn tppai $>jy3 ^>xn»’ lxtsnttoi runm m p*D nx’yin ny "ta ->vr<b d-iso nox1 no^ ir^sna iöx •Ti Dnj’l TC D3\JD i:u DJ?") '3 1X2 DTb X’H II Dm» y^irv bnw mb oin nx *]em n y -i n by vnv o3’^yö tmxD nsnn nx »m^i orn -idxjsp irm . nanoa oa^y jwi ux m oay onow „Es gibt einen Stern, welcher den Namen — ny-> — „der Böse" führt. Es sagte ihnen nämlich Pharao, ich sehe durch meine Sternkunde, daß jener Stern euch in der Wüste entgegenzieht, besten Signatur Blut und Mord bedeutet. Als Israel mit dem Kalbe sündigte und der Heilige, gepriesen sei Er, sie tödten wollte, sprach Moscheh in seinem Gebete: warum sollen die Egypter sprechen, zum „Bösen" hat er sie herausgeführt? Das ist's, was Pharao hier sagte: Das Böse steht euch bevor. Sofort aber ließ sich Gott zu einer Aenderung seines Entschlusses bewegen und wandelte das Blut in dasjenige der Beschneidung um, welche Josua an ihnen vollzog. Das ist es, was gesagt wird: Heute habe ich die Schmach Egyptens von euch abgenommen, das bezieht sich eben auf das, was sie euch sagten: wir sehen Blut über euch in der Wüste." Pharao war ein großer Asti olog, er behauptete, wie alle egyptischen Weisen, das Schicksal von Menschen und Völkern aus den Sternen zu lesen. Aber um den Unstern zu prophezeien, der einem Volke wie Israel auf seinem Zug in die Wüste blutigroth entgegenzieht, dazu bedurfte es keines Blicks nach den Sternen am Firmament. „In deiner Brust sind deines Schicksals Sterne". Hier brauchte Pharao nur zu suchen, um das Verhüngniß in seiner ganzen Schwere zu finden, das eines Volkes wartet, welches einen CuUurstaat. wie es Egypten war, mit den Schrecken der Wüste vertauschen will. Ohne alle Sternkunde mußte e>ne richtige Würdigung der thatsächlichen Verhältnisse jedem Unbefangenen sagen, daß ein solcher Zug eines ganzen Volkes in die Wildniß der Wüste mit Männern, Frauen und Kindern ein Erd mit Schrecken nehmen müsse. Die Wüste ist eine schlecht gewählte Oertlichkeit, um ein Fest zu feiern. Wenn, die Bittsteller aber trotzoem auf ihrem Verlangen beharren, so setzt Pharao doch nur voraus, daß es ausschließlich die Männer sind, die sich der Gefahr eines Zuges in die Wüste aussetzen wollen und die ihr auch naturgemäß am ersten gewachsen sind. Diese Bedenken hätten die Wanderlustigen von selbst haben müffen, aber sie theilten sie so wenig, daß der Wortführer Israels die Jungen und die