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Der Israelit · 1893-12-28 · Heft 102-103 (28.12.1893) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 102-103 (28.12.1893)
Date
1893-12-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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xxxrr. s-chrgan«. M 102 & 108 Der Israelit. Ei» Kenlrat-Hrgan für das orlhodore Iudentyum. Begründet von Or4 Lehma»» t» Mai»A. Donnerstag, den äs. Dezember 5654 (1895). Da mit dem I.Jan. 1894 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1893 eingetragen unter Nr. 8564. Die nächste Nummer (wiederum eine Doppeluummer) erscheint Mittwoch, den 8. Januar 1894. nsere verehrten Leser finden heute die erste Lieferung von Der kleine Jan. 4- Eine historische Erzählung von Dr. M. Lehman« in Buchform unserem Blatte beigegeben. Im Feuilleton beginnen wir mit der hochspannenden Erzählung Im Wahne des Glücks und machen wir darauf aufmerksam, daß wir den voraussichtlich vielfach eintreffenden Nachlieferungswünschen nur in beschränktem Maße entsprechen können. Neöaction des.Israelit". Leitender Artikel. Unsere Aasttage. Mainz, 27. Dezember. II. Welche einigende, verbrüdernde Kraft unsere Fasttage an allen denjenigen bewähren, die sich ihrem Regime unterstellen, das beweist ein flüchtiger Blick auf diese Institution und die Art und Weise, wie sie ihren Einfluß äußert. Es liegt dies schon in ihrer äußeren Eigenart, die sie und diejenigen, welche sich ihr unterziehen, scharf von allen anderen Veranstaltungen unterscheidet und sie auch äußerlich als zusammengehörig erkennen läßt. Festliche Veranstaltungen, geschichtliche Erinnerungstage führen sonst diejenigen, welche sie feierlich begehen möchten, an Banketten und wohlbesetzten Tafeln zusammen. Es gehört nicht viel Aufopferung und Hingebung dazu, zu einer solchen Tafelrunde zu zählen. Es braucht Jemand nur wenig bei der Sache selbst zu sein, um hier mit zu pokuliren und zu bankettiren. Die äußere Theilnahme an der solenneu Feier bietet daher wenig Garantie dafür, daß auch Geist und Herz der Theilnehmer bei der Sache ist, deren Gedächtniß der zur Schau getragene Prunk gilt. Diejenigen aber, welche die ernsten Momente ihres Volkslebens fastend zusammenführt, die fühlen sich als zusammengehörig, wenn sie sich auch sonst persönlich fern und fremd gegenüber stehen. Wenn sich am gemeinsamen Fasttage draußen im Leben zwei fremde Menschen treffen, die, während alles zur bestimmten Stunde an den gedeckten Tisch eilt, sich von Speise und Trank zurückziehen, so reichen sie sich die Hand, sie wissen, daß sie jüdische Menschen sind, daß ein und dasselbe Weh sie durchzuckt, eiue und dieselbe Hoffnung sie erfüllt, sie sind Brüder an Geist und Gesinnung. Am gemeinsamen Fasttag erkennen sie sich als Glieder der großen über das weite Erdenrund versprengten jüdischen Volksfamilte. Der Erwerb, der Genuß des Lebens, der sonst die Menschen aus ihrer Jagd nach Besitz auseinander reißt und aus zusammengehörigen Brüdern feindliche Rivalen macht, das alles tritt für diesen Augenblick zurück. Der Ernst des Lebens selbst erfährt durch die Richtung, die der Fasttag unserem Sinnen und Denken gibt, eine Verklärung, die er sonst nirgends findet. Er weckt ein Weh in

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