Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 101 (21.12.1893)
- Date
- 1893-12-21
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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m - für dasId» Ä>rthodoLe «MuderrltzumÄ gq N-a~ rOAA OSES <5>. mm MWSEBBESGX 21. Dez. 1893.] lNr. 13. Inhalt: Die Tonzeichen in der Bibel- Von Dr. S. P. Nathan (Hamburg). — Literarische Notiz. — Aus Stadt und Land: Stolp. Prag. — Neu eingegangene Bücher. E> Die Honzeichen in der Mßet. Von Dr. S. P. Nathan (Hamburg). — (Schluß au8 Nr. 91.) Ls wird uns erzählt, dass Isak Verdacht schöpfte, ob der vor ihm Stehende auch wirklich sein Sohn Esau wäre, und er sagte daher zu ihm: „Tritt doch näher, und ich will dich betasten, o b du auch wirklich (ht) mein Sohn Esau bist oder nicht. “ Hier darf das n der Frage nicht fehlen, denn in demselben ist der Zweifel des Vaters enthalten. Nachdem er durch das äussere Betasten seinen Zweifel fast geschwunden fühlte und nur durch die Stimme noch etwas unklar über die Person war, da sprach er zu Jakob gewandt, gleichsam zu seiner eignen Beruhigung: „Du bist also bestimmt mein Sohn Esau!“ Er forderte Jakob auf, die von ihm aufgestellte Behauptung zu bestätigen. Deshalb steht auch früher dn dabei, hier aber nicht, weil kein eigentlicher Zweifel mehr besteht. Im gesprochenen hebräischen Satz muss dies, wie es bei jedem Zwiegespräch ist, auch in dem Tone der Unterhaltung gelegen haben, dessen sichtbare Dolmetscher die Tonzeichen sind. Und der Unterschied der Tonzeichen in den beiden Versen bürgt uns für die Richtigkeit unsrer Erklärung. In V. 21, wo der Zweifel vorherrscht, hat nt das T3n, während in V. 24, wo die bestimmte Behauptung aufgestellt wird, m mit dem stärker trennenden xneü betont ist. Ebenso hat im V. 21 das Wort wy das Nnöü, weil die Frage noch nicht zu Ende ist, im V. 24 aber das den Satz vollständig abschliessende weil die von Isak aufgestellte Behauptung vollendet ist. Was nun unsren heutzutage gebräuchlichen Gesang der hebräischen Verse betrifft, gewöhnlich Trop, von dem lateinischen tropus, Gesangweise, genannt, so kommen hier nur diejenigen Stücke der heiligen Schrift in Befracht, welche bei dem öffentlichen Gottesdienst vorgetragen werden. Auch hier herrscht nicht Einstimmigkeit, denn der deutsche und polnische Ritus weicht darin von dem spanischen, italienischen und orientalischen bedeutend ab. Wir nehmen hier nur Rücksicht auf ersteren, da dieser uns deutschen Juden näher liegt. Wir unterscheiden eine fünffache Betonung, die aber trotzdem in den Grundzügen völlig gleich ist und sich nur nach dem Inhalt des Vorgetragenen und der Zeit gemäss, in welcher der Vortrag stattfindet, verändert. Wir legen zu Grunde die Vorlesung der fünf Bücher der Tora, wie sie an den Sabbaten, Fest- und Wochentagen in den Synagogen gebräuchlich ist. Es ist dies die ruhige Vortragsweise, wie wir sie uns etwa im Gespräch mit einander oder bei einem historischen Vortrag vorstellen. Nur bei Lobgesängen oder bei Schriftstellen, deren Inhalt einen besonderen Segen enthält, erhebt der Vortragende seine Stimme etwas, wie er sie im Gegenteil bei den in Lev. und Deut, vorkommenden Strafandrohungen sinken lässt. Die zweite Tonart ist die des Vortrages der Prohpeten, wie er in den Haftora gebräuchlich ist. Diese werden, da der grösste Teil derselben einen poetischen Inhalt hat, mit erhobener Stimme und schwungvoller vorgetragen, als es bei der Vorlesung der Tora geschieht. Die dritte Tonart findet bei der Vorlesung