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Der Israelit · 1893-12-21 · Heft 101 (21.12.1893) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 101 (21.12.1893)
Date
1893-12-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXIV. Jahrgang. M 101. Der Israelit. rr» Kentrat-Hrgan für das orthodore Zudenthum. Begründet von Vr Lehmmm t» Moimr. Douuerstag, den 21. Dezember 5654 (1808), Da mit dem I.Jan. 1894 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten WII^W Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1893 eingetragen unter Nr. 8804. Die nächste Nummer (eine Doppel - Nummer) erscheint Donnerstag, den 28. Dezember. Leitender Artikel. Unsere Iastlage. Mainz, 19. Dezember. I. . . ~ .... . Auf das heitere Lichtfest folgt alljährlich wie auf das Licht der Schatten, der Fasttag des zehnten Teweth und gar in einem jüdischen Schaltjahre, wie es das gegenwärtige ist, eine ganze Reihe von Fasttagen, die nach den Anfangsbuchstaben der sieben in diesen Wochen verlesenen Parschijoth von mo® bis ms«? den Namen rm führen. Unter alle Anordnungen und Veranstaltungen des jüdischen Pflichtlebens gibt es vielleicht keine zweite, welcher der ganze Zug unserer Zeit so abhold ist, als eben die Fasttage. Das zeigt so recht der grelle Abstand zwischen der allgemeinen Beachtung, deren sich das Chanukkafest erfreut und der Mißachtung, welche dem darauf folgenden Fasttag des zehnten Monats entgegen gebracht wird. Die' Worte des Hohen Liedes: D’Ud to imne tyi „An unseren Eingängen alle Köstlichkeit" (C. VII, V. 14.) werden im Midrasch mit der merkwürdigen Bemerkung begleitet, 7121m 12 .11 „das ist das Chanukkalicht." Dieser Bemerkung liegt offenbar die Bestim« mung zu Grunde, das Chanukkaltcht an die Thüre zu stellen; es ist soweit eine Köstlichkeit, die unsere Eingänge ziert. Aber mit demselben Recht hätten dann diese Worte auch auf die Mesusa Anwendung, warum gerade das Chanukkalicht? Sieht man aber, wie viele von denjenigen, welche das biblische Gebot der Mesusa vernachlässigen, das rabbinische Gebot des Chanukkalichtes jedoch in Ehren halten, so liegt die Erklärung nahe. Auf der jüngsten Augsburger Synode, dem Schwanengesang des offiziellen, deutschen Reformjudenthums, in welcher dasselbe sein Leben aushauchte, schloffen die Verhandlungen, welche wortwörtlich by) 'n by in'vv gerichtet waren, mit dem Antrag Mittel und Wege zu einer erhöhten Feder des Chanukkafestes zu suchen! Man gehr daher wohl nicht fehl, wenn man die Mizwa des Chanukkalichts als eine solche bezeichnet, welche bet den Neuen und Alten in Achtung steht. Die erwähnte Stelle tat Hohen Lied schließt mit den Worten: »n»« hh dm»1 oj D^ann 7b. „Neue und Alte, mein Freund, habe ich dir bewahrt." Das kann fich nicht auf Mizwas Mesusa, das kann sich auf keine andere Mizwa beziehen, als eben auf das Chanukkalicht. Daß aber speziell die gewissenhafte Beobachtung der Fasttage tief im Kurs gesunken ist, liegt in dem ganzen Zug unserer Zeit, der erwerben und genießen will, und der daher das Genußverbot, wie es der Festtag vorschreibt, ihrem ganzen Wesen nach zuwider ist. Dazu kommt, daß die Gedanken und Wahrheiten, die jeder Fasttag neu beleben und festigen will, den Kindern unserer Zeit vielfach fremd geworden sind, und ihnen täglich fremder zu werden drohen. Dem gegenüber scheint es mehr als je geboten, gerade dieser Institution so lange wieder und wieder das Wort zu reden, bis sie die volle, gebührende Würdigung und gewissenhafte Beobachtung wieder erlangt hat, die ihr heute so vielfach versagt wird. Sind wir doch unter allen Völkern das ein-

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