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Der Israelit · 1893-12-18 · Heft 100 (18.12.1893) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 100 (18.12.1893)
Date
1893-12-18
Page
– (sequence 21)
Language
German
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Das Land Gilead. (I. Fortsetzung.*) Die Schätze K e r a k s liegen gänzlich brach, doch stehen sie denen anderer Länder keineswegs nach, während das Klima des Plateau, worauf die Stadt steht, in einer Höhe von nahezu 400 Fuss über dem Meeresspiegel es zu europäischen Einrichtungen befähigen würde. Das Land, das ich in erster Reihe zur Ansiedelung Vorschlägen würde, wäre der ganze Distrikt von Be 1 ka, vom Amon im Süden bis zum Jabbok im Norden, ostwärts bis zur Hadsch-Strasse, oder allenfalls bis an die Grenze des gelobten Landes, und, wenn nothwendig, auch der Theil von Ajlun im Norden des Jabbok, der am wünschenswertesten erscheinen möchte, was ein Gebiet von 1 bis l1/* Millionen Morgen Landes ausmachen könnte. Die Westgrenze wäre der Jordan und das westliche Ufer des todten Meeres, um so diesen einfachen Wasserbogen in das Gebiet einzuziehen. Da ich verhindert war, meinen Ausflug südlich bis zum Arnon auszudehnen, will ich mich auf die Zeugenschaft des Canon Tristram berufen, zum Beweise, dass ich, indem ich die Ebene Moab sowohl als das LandGilead zur Ansiedelung empfehle, guten Grund habe, beim Aufzählen ihrer Vorzüge zu verweilen. In der That wäre die allgemeine Ansicht Jener zu Salt, die damit vertraut sind, hinreichender Beweis, kämen nicht auch andere hinzu, dass wegen der Viehzucht und des Ackerbaues der Stamm Beuben die günstigsten Plätze in Palästina besetzte. Sein ganzes Gebiet war eine ausgedehnte angeschwemmte Ablagerung der fruchtbarsten Art, woraus die Hügel und Rücken wuchsen, auf denen die alten Städte standen, und die bis auf den heutigen Tag reichlich mit Cisternen und Brunnen versehen sind, die in alten Zeiten dort gegraben wurden. „Wäre das Land ohne diese Felsauswüchse gewesen“, sagt Canon Tristram (Land of Moab p. 197.) „die das Cisternengraben und die Errichtung von Wasserbehältern so unendlich erleichterten, ist es gar nicht möglich, dass es eine so zahlreiche sesshafte Bevölkerung hätte ertragen können. Daneben ist sonst nichts notwendig, als eine geregelte Regierung und das Ausbessern der alten Cisternen und Kanäle, um eine so dichte Bevölkerung wie dazumal in den Stand zu setzen, diese angeschwemmten Ebenen wieder einzunehmen. Was speciell die Reservoire betrifft, verweise ich den Leser nur auf Canon Tristram’s Buch, indem ich nur die Thatsache hervorhebe, dass er zu Um Rasas deren drei grosse fand, eines von 90X54 Fuss und sehr tief, zwei Wasser enthaltende, und alle in mehr oder weniger gutem Zustande; zu M’Seitbah eines von 90X42 Fuss mit einer Menge Wasser auf dem Grunde, 30 Fuss unter dem Meeresspiegel. Den Anblick derselben beschreibend, sagt er: — „Nicht ein Fleckchen wüsten oder öden Landes war in diesem Panorama zu sehen, und die Kameele, Schafe und Ziegen waren wie Punkte auf dem weiten Raume.“ Zu Ziza fand er „einen ungeheueren Wasserbehälter von solider Bauart in der Grösse von 420X330 Fuss mit Wasser 17 Fuss 6 Zoll vom Rande, und sehr gut erhalten“. Zu Medeba ist ein anderer wohlerhaltener Wasserbehälter, 360 Fuss im Quadrat. Ferner sagt er: „Ueberall giebt es welche künstliche Vorrichtungen zum Auffangen des Regenwassers.“ Den Boden von ganz Moab. beschreibt er als „wunderbar reich, ein hübscher, roter, sandiger Lehm, der jahraus jahrein, ohne gedüngt zu werden, Weizen trägt, ein Boden, in den man ohne Mühe auf zwei Fuss Tiefe einen Stock stecken kann“. Ich könnte noch eine Menge Stellen über Obiges anführen, doch wird dieses genügen, um zu zeigen, dass dieses schöne Land nur auf die vernünftige Anwendung von Kapital und Arbeit wartet, um in seinen vorigen Zustand zurückversetzt zu werden. Der Unterschied zwischen der Ueppigkeit der Vegetation im östlichen und westlichen Palästina tritt am schärfsten am todten Meere selbst hervor. Nichts kann öder und weniger einladend sein, als die rauhen, wasserlosen Berge auf seinem westlichen Ufer, während es am entgegengesetzten von einer fast tropischen Vegetation wimmelt. Hier giebt es Palmen in Menge und Dickichte von Terebinthen, wilde Mandel- und Feigenbäume, Pappeln, Weiden, Hagedorn und Oleander, die die jähen Hügelabhänge bedecken und so malerische Stromthäler zieren, wie jene sind, wo die Quellen des Callirrhoe und die Brunnen Moses’ liegen. Besonders im Frühling stehen diese Thäler, mit einer halbtropischen Flora geschmückt, in ihrer vollen Pracht. Es unterliegt keinem Zweifel, dass die heilsamen Eigenschaften der heissen Quellen von Callirrhoe und das romantische Bild, wovon 8. Nr. 496.

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