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Der Israelit · 1893-12-14 · Heft 99 (14.12.1893) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 99 (14.12.1893)
Date
1893-12-14
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXXIV. Jahrgang. Erste Beilage M 99 des „Israelit" Leitender Artikel. Das KkWMMM Nsbdt Salamo Kpitzn's. Wien, 11. Dezember. Der Telegraph ist mir bereits vorausaeeilt und hat Ihnen schon, wie ich aus der jüngsten Nummer des „Israelit" ersehe, die erschütternde Trauerkunde von dem plötzlichen Hinschetden eines Fürsten und Großen in Israel, des Rabbi Salamo Spitzer b"st, überbracht und in derselben Nummer haben Sie dem theuren Verblichenen einen würdigen und herzlichen Nachruf gewidmet. Mir, als Ihrem Korrespondenten, bleibt also nichts mehr übrig, als Ihnen über den gewaltigen Eindruck, den dieser Trauerfall hier in Wien, als er bekannt wurde, auf jeden Jehudi ohne Unterschied der Partei gemacht, und über die mbn in Wien und Preßburg, welcher ich beiwohnte, Mittheilung zu machen. Die Bestürzung und der Schrecken, der sich vergangene Woch", Dienstag, beim Bekanntwerden des Dahinscheidens Rabbi Salamo Spitzer's, des bekannten und durch seine Charakterfestigkeit berühmten Rabbiners der „Schtffschul", seiner Gemeindemitglieder, überhaupt aller strenggläubigen Jehudim der Residenz bemächtigte, war außerordentlich. Besonders in den an das Trauerhaus angrenzenden Gassen konnte man an den traurigen und bestürzten Gesichtern vieler jüdischen Passanten, welche das traurige Tagesereigniß besprachen, die Trauer erkennen. Die große Theilnahme, die alle jüdischen Kreise an dem unersetzlichen Verlust, den das orthodoxe Judenthum erlitten, bekundeten, kam am deutlichsten bei der am Mittwoch um '/29 Uhr stattgefundenen mb, der 3/4 Stunden vorher eine Trauerfeter im Hofe des Sterbehauses, im Kunstadt'schen Gafthausgarten voranging, zum Ausdruck. Dort hielten der Schwiegersohn des Verblichenen, Rabbiner I. B. K o h n und Oberrabbiner Kuttner aus Eisenstadt ergreifende onBDn. Rabbiner Kohn, vom Schmerze gänzlich übermannt, rührte die andächtig lauschende Trauerversammlung mit seinen abn \o o’Nsvn anai zu Thränen. Oberrabbiner Kuttner hielt einen groß angelegten, mit rethorischem Schwung vorgetragenen Aus Mangel an Raum wollen wir uns nur auf die Wiedergabe des gut gewählten Textes und seiner Auslegung beschränken. Er nahm sich den Vers (a*b 'n v'v'7! nai): imapi vrnat* Dy lrrpirv aari min» ba imoa \b wy mm in m mp ’byoa obffm und die daran sich knüpfende Talmudstelle in 3"' NDp N33 zum Thema, welche lautet: mrp ln'pin m lmm ib wy mai pai un mm' n mi ^ro mbn f)bN nw o'thv vjsb lmw r>rb^ p wy dnhn \jsb t*hrv rronj 'i 'b idh . ma aroff no nt D"p nom mvv by n"D Nachdem er den Trauernden den großen Verlust, den nicht nur die an dem alten Väterglauben hängenden Juden Wiens, nicht nur seine treue Gemeinde, sondern b-«il^ ba erlitten, geschildert, hob er mit Genugthuung die große Theilnahme hervor, die alle jüdischen Kreise Wiens, ohne Unterschied der Partei, um den Verlust des Dahingeschiedenen bekunden, in dem sie alle in so großer Zahl zur ,-nbri gekommen. Er dankte dem Vorstand der Schiffschulsynagoge dafür, daß er keine Kosten gescheut und den Beschluß gefaßt hat, ihn damit zu ehren, indem er die Leiche nach Pceßburg mp »byoa in wo die größten D'pnx und Geistes Heroen, wo der -iDiD Dnn und *did uro zur ewigen Ruhe gebettet, überführen lasse. Ansptelend auf die Stelle nn anap no m owp, meinte er, wenn es nach seinem Willen gegangen wäre, hätte man den Verblichenen in die Stätte seiner Wirksamkeit tragen müssen, UM ihn dort tddo zu sein. Wir bedauern, den Inhalt dieses großartigen ibdh nicht wiedergeben zu können und müssen wir wiederholen, daß er auf die Trauerversammlung von ergreifender Wirkung war. Anwesend waren als Vertreter der Cultusgemetnde die Herren Landesschulrath Dr. Gustav Kohn und Architekt Fleischer, als Vertreter der Nffnp tnan deren Viceprästdent Dr. Markus Spitzer. Oberrabbiner Dr. Güdemann konnte krankheitshalber nicht erscheinen und sendete, sowie auch Dr. Jellinek, Kondolenzschreiben mit dem Bemerken, daß sie für den verstorbenen Collegen in ihren Blättern Nachrufe halten werden. Vom Rabbinate waren zugegen die Rabbiner Fleißig und Pollak, ferner Rabbiner Dr. Schmied aus Fünfhaus und Dr. Gelbhaus vom IX. Bezirke. Bon ferneren Honorationen sahen wir Retchsrathsobgeordneten Dr. Bloch, Gemeindesekretär Dr. Lieber, die Vorsteher sämmtlicher Bethausvereine, darunter auch den Vorstand der tückischen Gemeinde sammt dem Chacham. Um 1/a9 Uhr wurde der p-w gehoben und in den einfachen Leichenwagen befördert. Von Tausenden von Menschen begleitet, setzte sich der Zug in Bewegung. Von der großen Schiffgasse bis zur Stefaniebrücke brannten zu Ehren des Verblichenen auf Anordnung des Magistrats die Straßenlaternen. Bis dahin und noch weiter gaben ihm die meisten das Geleite. Von da an begann der Wagen ein schnelleres Tempo zu nehmen, da der Verblichene über die Landstraße per Wagen

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