Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 97 (7.12.1893)
- Date
- 1893-12-07
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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w nicht zn bereuen haben werden, indem ihnen, was Kolonisation anbelangt, von demselben manche Vortheile eingeräumt worden sind, die von seinen Vorgängern wohl nie genehmigt worden wären. Ein anderer Theil der Kolonisten hat allerdings zam Wanderstabe gegriffen und Hess sich durch keine Versprechungen mehr beschwichtigen. Der scheidende Director Kogan hat den Willen gezeigt, die Fehler seiner Vorgänger, so weit er konnte, gut zu machen, und es war ihm zum Theil gelungen, wieder Ordnung in die verschrobenen Verhältnisse der verschiedenen Kolonien zu bringen, aber die Oberleitung in London scheint wieder das Bedürfnis« gefühlt zu haben, einen neuen Director nach Argentinien zu schicken; wahrscheinlich wähnt sie, etwaige ihr zur Kenntnis« gelangte Uebelstände durch das einfache Mittel eines Directoren-Wechsels schon völlig geordnet zu haben. Es ist dies aber eine falsche Theorie, indem dem häufigen Directionswechsel auch immer ein entsprechender Wechsel des Beamtenpersonals folgt, und jeder neue Director stets seine Landsleute vorzieht, ob dieselben nun Ackerbauer seien oder nicht. Ob die Kolonisten dabei gewinnen oder verlieren, das ist für die an’s Ruder Kommenden gleichgiltig, so lange nur der eigene Ehrgeiz befriedigt wird. Unser Gewährsmann will damit gerade nicht andeuten, dass die Lage der Kolonisten schon eine halbwegs geordnete genannt werden darf; dazu bedarf es noch gar Vieles, und um deren Zukunft hinreichend zu sichern, ist es mit hohlklingenden Phrasen allein, womit man die Kolonisten zu besänftigen sucht, nicht gethan, da dieselben schon jahrelang auf den richtigen Messias warten, der sich ihnen aber bis heute noch nicht gezeigt hat. Kein Kolonist des Baron Hirsch weiss bis zur Stunde, wie, oder in welchem Verhältnisse er zur Empressa Kolonizadora steht, was eigentlich sein ihm angewiesenes Land kostet, und — die Hauptsache von Allem — warum man denn bis heute noch nicht seinen Namen im Grundbuch eingetragen hat; wenn er wirklich Kolonist ist, so sollte er doch auch die Rechte eines Kolonisten beanspruchen dürfen. Für die neu aukommenden Herren Directoren wird der Kardinalpunkt der sein, die Schützlinge des Baron Hirsch als Kolonisten zu behandeln, und endlich einmal die Frage zu lösen, ob dieselben Käufer, Pächter oder Knechte der „Jewish Kolonisation Asso ciation“ sind, denn es wird sich bei der kommenden Ernte entscheiden, ob der erntet, der gesäet hat. Dem scheidenden Director MaximoKagan mag es zur Genugtuung gereichen, dass man ihm die Anerkennung zollt, dass er stets sein Bestes gethan, um manche Uebelstände zu beseitigen. Hat er doch die Hälfte der Beamten, als ihm überflüssig erscheinende, entlassen, was für die Gesellschaft eine Ersparnis« von ca. 50% bedeutet, und stets Notiz von Beschwerden, die in der Presse öffentlich gerügt wurden, genommen. Der Grundbesitz des Baron Hirsch beläuft sich auf ca. 18 2,000 Hectaren und verteilt sich auf folgende Plätze: Mauricio . . . . . 24,653 Hectaren, Moisesville . . . . 10,163 Clara . . . 33,744 San Antonio . . . . 14,144 J. d e M a y o . . . . . 7,869 San Vicente . . . . 9,117 Zebal1os . . . . . . 9,237 San Jos6 .... . . 9,950 Spangenberg. . . . 4,946 Quiroga undGonza lez 1,459 V. Espindola . . . . 1,316 San Jorge . . . . . 5,670 Was könnte bei einem Landbesitz von 132,000 Hectaren, vernünftig geleitet, nicht geleistet werden! Hoffen wir, die neue Direction werde in den Fusstapfen ihres Vorgängers weiter schreiten! (Argentinisches Wochenblatt.) Briefkasten. M. P. in K. Die 5 M. für J. R. kann ich nicht veröffentlichen, ich werde dieselben aber gelegentlich besorgen. Beachten Sie gütigst die angestrichene Bemerkung in der Ihnen am 12. Ootober d. J. zugesandten Drucksache! W. P. in II. Die von Ihnen uneingeschrieben gesandten 1.50 M. in Briefmarken habe ich nicht erhalten, und wahrscheinlich wäre das Gleiche mit den später gesandten 3 M. der Fall gewesen, wenn Sie nicht meine „Bitte!“ in Nr. 491 meiner „Spenden-Verzeichnisse“ beachtet hätten. In Zukunft also senden Sie gefälligst den kleinsten Werthbetrag selbst nur durch Postanweisung oder in einem „eingeschriebenen“ Briefe! ß. F. in M, Ich habe Ihre beiden Sendungen ganz nach Ihrer werthen Angabe verwendet. Das Jahresgedächtniss wird in der betreffenden man für alle in ihr als ewige Mitglieder Eingekauften ohne jede besondere Erinnerung gewissenhaft abgehalten. 8. F. in R. Ich gratulire Ihnen herzlich zu Ihrer bevorstehenden Uebersiedelung nach B., an welches meine schönsten Lebenserinnerungen sich knüpfen, und theile ich mit Ihnen die freudige Hoffnung, dass Sie mir von dort aus öfter grössere Beträge für die in den »Spenden-Verzeichnissen“ vertretenen Zwecke zukommen zu lassen Gelegenheit haben werden. Recht freundlichen Gruss! Alliance Israelite Universelle. Um baldgefällige Einsendung der pro 1893 fälligen Beiträge bittet höflichst alle bei ihm eingeschriebenen Mitglieder und Local-Comitfs. Druck der Joh. Wirth’schen Hofbuchdruckerei, Actien-Gesellachaft, Mainz.