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Der Israelit · 1893-12-07 · Heft 97 (7.12.1893) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 97 (7.12.1893)
Date
1893-12-07
Page
– (sequence 17)
Language
German
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-!MWWffWWWWWWWM XXXIV. Jahrgang. Zweite Seiiage M M 97 des „Israelis. Literarischer Bericht. Drei Reden gehalten am Neujahrsfeste und Versöhnungstage 5654, in der Synagoge zu Lübeck und auf vielseitigen Wunsch dem Druck übergeben von Rabbiner Dr. Carlebach. Gehaltene Reden durch den Druck veröffentlicht stoßen oft auf ein ungehaltenes Lesepnbltkum. Was dem Hörer warm und frisch geboten, wird dem Leser als etwas kaltes, abgestandenes kredenzt, wenigstens kommt es den meisten Lesern so vor. Das trifft bei den vorliegenden drei Reden nicht zu. Man merkt es jedem Worte an, daß es aus einem übervollen Herzen quillt, es heimelt uns daher auf dem Druckpapier selbst noch warm an. Cicero sagt einmal, daß er die Wärme der mündlichen Sprache seiner gehaltenen Reden bei der schriftlichen Aufzeichnung durch Reichthum und Eleganz der Schriftsprache zu ersetzen suchte. Ob dieser Kunstgriff den gewünschten Erfolg wirklich hat, oder nicht eher das Gegentheil bezweckt, soll hier nicht erörtert werden. Bei den vorliegenden Reden ist er nicht angewandt. Die Sprache ist von schlichter, edler, herzengewinnender Einfachheit, dagegen reich an Gedanken und sinnigen Erklärungen. Sie verschmähen jeden Prunk der Sprache, sie sprechen injn btt v'tt iar ivta und sind gerade dadurch so wirkungsvoll. Von drei verschiedenen Lesern hörten wir von jedem eine andere der drei Reden als die schönste rühmen; ein Beweis, daß sie alle an innerem Werth gleich gediegen sind. * * * Dp5T 3b TDD pbru njffn m^>n b?b n'ywn cnni D'wyn >2 ppn v,y rpw p^>n nn crp^n nb .jiyajyrtoo p"pn 'pmittp'v'L apjr -,-a Der Verfasser, Herr Pistikowski, Lehrerin Trachenberg,hat in seinen Sabbat-Vorträgen das Gebet und verwandte Thematen zum Gegenstand der Behandlung gemacht und sich auf den Wunsch seiner Bekannten bestimmen lassen, dieselben in Buchform zu veröffentlichen. — Ist schon die Idee unser Gebetbuch in dieser Weise der Allgemeinheit zugänglich zu machen, lebhaft zu begrüßen, so verdient die schöne, zweckentsprechende Form der Abhandlungen des uns vorliegenden ersten Theils, sowie die leichte, fließende Handhabung der heiligen Sprache besondere Anerkennung. Diese Vorzüge empfehlen das Schriftchen als sogen. nsD -oyv und wird besonders von jüngeren Lehrern mit gutem Erfolg als Grundlage für abzuhaltende Sabbat- Vorträge benützt werden können. Bescheidener Weise schickt der Verfasser voraus, daß er nur Gedanken unserer großen Altvorderen zusammengetragen und daß daher eine Kritik feiner Schrift nur der äußeren Anordnung und Gliederung des mitgethetlten Inhalts, nicht aber diesem selbst gelten könne. Er habe die Geistessaat der Großen Israels nur zu Garben zusammengetragen und hie und da ein eigenes Hälmchen hinzugefügt. Diese Vorbemerkung entspricht der Wirklichkeit insofern, als auch z. B. die Biene nur Blüthenstaub zusammenträgt. Aber in dem sie ihn sammelt, verwandelt sie denselben in Honig, so daß es füglich nicht fremder Blüthenstaub, sondern eigener Honig ist, den sie producirt. Zeitungsnachrichten und Correspoudenzeu. Deutschland. Darmftadt. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog hat dem Rentner Otto Wolfskehl, Vicepräsident der II. Kammer der Landstände das Ritterkreuz I. Klaffe des Verdienstordens Philipp des Großmüthigen verliehen. Pose», den 30. Nov. Zur ruff. Judenverfolgung ist zu registriren, daß dieser Tage an alle Apothekenbesitzer in Petersburg der Befehl ergangen ist, daß sie nicht mehr als 3 Prozent Juden unter ihr Personal aufnehmen dürfen. Da nun in ganz Petersburg sich kaum eine Apotheke finden wird, deren Personal aus mehr als 33 Gliedern besteht, so können foglich von jetzt ab gar keine Juden mehr in Petersburg in den Apotheken angestellt werden. — Die aus Libau erfolgende Auswanderung russischer Juden wird jetzt unter bedeutend günstigeren Bedingungen sich fortsetzen können, da das bekannte Komit« des Herrn Baron Hirsch auch dort den unbemittelten Auswanderern Unterstützung zu ertheilen begonnen hat. Die Leute erhalten außer gänzlich freier Reise auch noch baares Geld ausgehändigt und werden an ihrem Bestimmungsort von einem UnterstützungskomitS in Empfang genommen, das die Verpflichtung hat, weiterhin für das Wohl der Emigranten zu sorgen. Augenblicklich sind 300 — 400 Juden, größtenrheils aus Libau, reisefertig. München, im November. Am 3. November eröffnete Geheimrath von Ziemssen die medizinische Klinik mit einem allgemeinen Vortrag, in dessen Verlauf er über die Stellung der Aerzte bei den Juden sprach. Er führte inhaltlich Stellen aus dem Talmud an, die beweisen, daß die Juden den

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