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Der Israelit · 1893-11-27 · Heft 94 (27.11.1893) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 94 (27.11.1893)
Date
1893-11-27
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1790 veS Wahlkreises Jnowraztaw-Schubitt-Strelno-Mogiluo seine Stellung zum Antisemitismus folgendermaßen: .,Wer mein amtliches und außeramtlicheS Verhalten kennt, der wird — ich berufe mich auf alle Bromberger, die mich kennen — wissen, daß ich ein entschiedener Gegner des Antisemitismus bin, der in unvernünftiger Weise die Begehrlichkeit der Masten reizt, der insofern wirklich die Vorfrucht der Sozialdemokratie ist. Ich halte den Antisemitismus für eine verderbliche Krankheit, durch deren Heilung unser Volk gesunden wird". Ulm. (Unlieb verspätet.) Am 20. Oktober starb dahier Herr Hermann Butte uw ieser im Alter von 59 Jahren. Durch strenge Redlichkeit, größte Gewissenhaftigkeit und biederes bescheidenes Wesen erwarb sich der Verstorbene Achtung und das Vertrauen aller derer, mit denen er während seiner Lebenszeit in nähere Berührung trat. Er bekleidete viele Jahre bis zu seinem Ende das Amt eines Ausschußmitgliedes der hiesigen Männer-Wohlthätigkeitsvereine mit Gewissenhaftigkeit und Treue. Einer angesehenen und frommen Familie auS Hürben entsprossen, blieb er dem Gesetze der Väter zugethan und trug auch sein lang andauerndes Leiden mit Geduld und Ergebenheit. Bei seiner Beerdigung, an der sich viele Nichtjuden betheiligten, hielt Herr Rabbiner Dr. Fried eine ebenso tröstende wie tiefergreifende Grabrede. Möchte der Allgütige der tiesbetrübten Familie zu ihrem schweren Verluste seinen Trost spenden. Wie aus Stricgan unterm 20. v. M. gemeldet wird, sind daselbst in der vorhergehenden Nacht auf dem dortigen jüdischen Friedhof eine größere Anzahl Grabdenkmäler von ruchloser Hand aus den Grabhügeln gerissen uud gewaltsam zertrümmert worden. Dieser Vandalismus ist innerhalb der letzten drei Jahre zum zweiten Male verübt worden. Die Friedhofsverwaltung hat für die Ermittellung des rohen Frevlers eine Belohnung von 50 Mk. ausgesetzt. Wien, 2t Nov. „Darf ich Sie um Feuer bitten, Herr Nachbar?" Mit diesen Worten sprach kürzlich der eben aus dem Theater heimkehrende Kaufmann Herr Arihur Hirschkron einen ihmj auf der Straße begegnenden Mann um Feuer für seine Cigarre an Der Angesprochene besah sich den Bittsteller eine Weile und schrie ihn dann mit den Worten an: „Der Teufel ist Ihr Herr Nachbar, nicht ich'. Pack' dich, Jud', ein Antisemit giebt Leuten deines Gelichters kein Feuer!" Herr Hirschkron blieb die entsprechende Antwort nicht schuldig und erhielt hierauf von dem Manne eine wuchtige Ohrfeige. Er ließ nun durch den eben hinzukommenden Rayonsposten das Nationale des Mannes aufnehmen, um gegen denselben — es war der Hausbesorger Joseph Kainzl - die Mage wegen wörtlicher und thätlicher Ehrenbeleidigung zu erheben. Hierüber fand heute vor dem Strafrichter des Bezirksgerichtes Simmering die Verhandlung statt. Der Angeklagte, der sich dahin verantwortete, er sei damals nicht ganz nüchtern gewesen, wurde vom Richter in Berücksichtigung dieses Milderungsumstandes zu einer Geldstrafe von 10 fl., eventuell 48 Stunden Arrests verurtheilt. Wien, 20. Nov.^ Für öffentliche humanitäre Zwecke hat Moritz Freiherr v. Königswarter in seinen letztwilligen Anordnungen den Betrag von 250,000 fl. gewidmet, welcher nach bestimmten Weisungen des Verblichenen zur Vertheilung gelangen soll. ICin altes — uud fügen wir hinzu — ein gutes Buch ist in einem neuen Gewände erschienen. Wir begrüßen dasselbe als einen lieben, theuren Freund und heißen es herzlichst willkommen. Es ist dies die Raschi-Uebersetzung zu den fünf Büchern Moses von Herrn Julius Dessauer in Budapest. Der gelehrte Verfasser, ein rastlos strebender Mann mit bewunderungswürdigem Fleiße, hat sich bereits zu wiederholten Malen um die jüdische Literatur dadurch große Verdienste erworben, daß er sich die ungeheuere Mühe gab, deren Schätze Jedermann zugänglich zu machen. Dessaner hat nun durch seine Raschi- Ueberscvung der deutschen Judenheit einen großen Dienst erwiesen, denn nun kann dieselbe aus dem stattlichen Bande von 555 Seiten die kostbaren Perlen des unsterblichen Raschi sich zu eigen machen. Von der Nützlichkeit uud Vortrefflichkeit dieses BucheS zeugt der Umstand, daß dessen in der Universitäts- Buchdruckerei in Ofen erschienene erste deutsche Auflage von 5000 Exemplaren total vergriffen wurde, ein Fall, wie er bei Geistesprodukten jüdischer Provenienz höchst bedauerlicherweise nur selten zu registriren ist. Die vorliegende neue Ausgabe ist vollständig umgearbeitet, bedeutend vermehrt und verbessert worden und hoffen wir, daß dieselbe nun auch ihren Weg macken wird. Der mäßige Preis des Buches (4 fl. — 8 Mark) und dessen reicher Inhalt, werden demselben gewiß bald Eingang in die jüdischen Familien verschaffen und wünschten wir, daß das treffliche Buch in keinem jüdischen Hause fehle. Briefkasten der Redaction. B M. in W. Wenden Sie sich an Herrn Rabbiner M. Weiskopf ,Mj, Paris, 9. rue d’Albony, der Ihnen gewiß gern die gewünschte Auskunft ertheilen wird. Mnzeigen. Für den folgenden Th eil ist die Redaetion nicht verantwortlich. fjZin streng religiöses Mädchen aus or deutlicher Familie, am liebsten, welches schon anderweitig diente und sich aller: häuslichen Arbeiten unterzieht, wird für eine kleine Haushaltung gesucht. Familiäre Behandlung zugesichert. Offerten unter Nr. 7332 befördert die Exped. d. Bt. Bur umsichtigen u. gewissenhaften Leitung des Haushaltes eines Wittwers und zur Erziehung der Kinder sucht geb. Jüdin mit Ia. Referenzen Stellung. Gefl. Offerten unter J. 4916 an Rudolf Masse, Leipzig, erbeten. (7330 W in junger Mann, der seine Lehrzeit in einem der größten Mauusactur-Eugros-Geschäfte Berlins beendet hat uud gegenwärtig für ein Manusactur-Detailgcschät Berlins Privatkuudfchaft besucht, sucht per 1. Januar 1894 ander wertig Stellung. Gefl. Offerten unter „Manufactur" 7337 befördert die Exped. d. Bl. Dr. JoSl’sche Handelsand Realschule mit Pensionat in Pfungstadt bei Narrnstadt. Krltgtöse Erflrhnng «nd griindttrh- AUSbii-UNg. (3335 Vorzügliche Referenzen. Mäßige Preise. Näheres durch Dr. Barnaß, Direktor. KlWth-MWM nach neuestem System, die die Mazzoth gleich zum Backen fertig liefern, sind zu haben, bei 6597) D. Blumeuthal, Rhina (Kr. Hünfeld.) Gleichzeitig offerire zu nDD ineine unter Aufsicht Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners Dr. Eahn, Fulda angefertigten _D. O. und höhere Töchter- 47UI|UIUIU schule v. Fr. Schaner, Mainz. In dieser Anstalt finden junge Mädchen zu jeder Zeit Aufnahme. Wegen Prospecte und weiterer Auskunft wende man sich gefl. an obige Adresse. (2312

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