Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 94 (27.11.1893)
- Date
- 1893-11-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXIV. Jahrgang. M 04 Der Israelit. Wn Eentrak-Hrgan für das orthodoxe Iudentyum. Begründet von Dr, Lehmann in Mainz. Montag, de« 27. November 5654 (1893). Leitender Artikel. Z>er Hrost der Trostlosigkeit. (Zu Paraschath Wajescheb.) Mainz, 26. November. Eine tief charakteristische Eigentbümlichkeit unserer Weisen besteht in ihrer Art und Wüse, wie si" es verstehen, überall den trübsten, düstersten Schattenseiten des Lebens lichte, trostvolle Momente abzugewinnen. Das ist das D'oan bv pix, das Licht der Weisen, das um so Heller strahlt, je tiefer die Dunkelheit ist. die es umgiebt. Aus der unerschöpflichen Fülle von Belegen für diese ihre Lebensanschauung greife - wir aus unserem Wochenabschnitt die Bemerkung veraus, die sie an die Trauer Jakobs knüpfen, der er sich untröstlich über den Verlust seines Joseph hingiebt. m by Va«n’*i nnoa p» qbh vnSw apjr jnp’i oronrfc jwri vroa Si na bz D\an tvo' .vax "p'i rbtw Sn ’ja hx *n« o ->OX'1 „Es zerriß Jakob seine Kleider, legte ein Trauergewand um seine Lenden und trauerte um seinen Sohn viele Tage. Es erhoben sich alle seine Söhne und alle seine Töchter ihn zu trösten, er aber verweigerte sich trösten zu lassen. Er sprach: Ich werde zu meinem Sohne trauernd in's Grab steigen und es weinte um ihn sein Vater." (I B. M. C. 34 V. 34. 35.) Hierzu bemerkt Raschi: maoi »rin by voinjn Spa mx ]\x :crannP j**d>i .’nn by vbi apn p namcrc? mu mui nan byv now „Niemand nimmt den Trosteszuspruch um Jemand an, der in Wirklichkeit noch lebt und nur vermeintlich todt ist. Das Verhängniß, daß der Todte durch Vergessenheit dem Herzen entrückt wird, erstreckt sich nur auf wirklich Verstorbene, aber nicht auf einen thatsächlich noch Lebenden." Wenn somit im Gegensatz zu dem natürlichen Lauf der Dinge,^ Jakob sich nicht Trost zusprechen läßt, über seinen vermeintlich verstorbenen Sohn so liegt in dieser Trostlosigkeit ein ungemein beseligender Trost. Selbst in dem wilden Seelen- Schmerz, der tief im Busen wühlt, liegt etwas Süßes, Erhabendes, Verklärendes, das ihn scharf von körperlichem Schmerz Unterschrift. Wenn Jemand unter körperlichen Schmerzen leidet und es böte Jemand dem Leidenden ein Mittel, das im Augenblick alle Schmerzen beseitigt, er würde gierig mit Händen darnach greifen und es anwenden. Wem aber ein seelisches Weh am Herzen nagt, wem der Verlust eines theueren durch den Tod Entrissenen das ganze Seelenleben schmerzlich bewegt, der würde trotz seines Jammers entrüstet einen Trunk abweisen, der etwa die Kraft hätte alles Leid vergessen zu machen. Das ist das Süße des geistigen Schmerzes. Wenn dies bei gewöhnlichen Menschen schon der Fall ist, so stehen edler angelegte Charaktere, wie ihn Vater Jakob repcäsentirte, noch eine Stufe höher. Sie weisen nicht nur ein Mittel zurück, welches ihren Schmerz ganz vergessen machen würde, sie sträuben sich gegen alle Troftoersuche, welche ihn nur zu mildern geeignet wären, daß er lange Zeit — D'an o'o’ — den Schmerz über den Verlust seines todtgeglaubten Kindes nicht verwinden kann, damit zeigt Vater Jakob was ihm sein Kind war und dieses Bewußtsein möchte er nicht beeinträchtigt wissen. Nur das was abgestorben ist, verfällt der Vergessenheit. Daß er seinen Joseph nicht vergessen kann, ist Vater Jakob der tröstliche Beweis, daß sein Kind ihm nicht abgestorben ist, wenn er es auch nicht mehr unter den Lebenden weiß. Unsere Ueberlieferung ist reich an Parallelen, zwischen dem Lebensgeschick Josephs und dem der Gesammtheit Israels. So heißt es im Midrasch Tanchuma: “iöm pppa jtvn* V"1 WN* na Sa y”n PL mz'& dn \n ai^a noisj PL21 cSn cnS'1 prrai ü’oiPn d'd^nd urux mm aow rpra o’D^ina . Ktw njia xa xa nox