Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1893-11-16 · Heft 91 (16.11.1893) · page 24

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 91 (16.11.1893)
Date
1893-11-16
Page
– (sequence 24)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2448315-2448400--37474-2485539
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1742 Wortes und nie allein steht. Ps. 69, 7 'itPZT'-btf?pp I ’2 finden sich beide, und können wir hier so recht den Unterschied zwischen beiden wahrnehmen. Das auf wy stehende Tonzeichen ist da es innig mit m verbunden ist, welches das wbw hat, wodurch ein kleiner Abschluss des Gedankens erfolgt. Aber durch das Wort ■pp wird er erst vollständig, und daher finden wir hier das stärkere to. 4) hat die Form des Nö'np und unterscheidet sich von dem trennenden n'D'ü1? dadurch, dass es nie einen N'vnZv nach sich hat. 5) ruio und 6) ’Vy (der obere, weil seine Stelle über dem Worte ist, während der nira „der ruhende“, also unter dem Worte befindliche, bedeutet). Diese beiden werden auch nVyöte “>dw und hdo!?ö bezeichnet. 7) iöv p m% hier genant, und steht fast immer nur vor einem ’"iy. Ps. 5, 11 finden wir sie beide auf demselben Worte cirnisyDö, wo dasselbe das jdd vertritt. 8) Nmü, auch N’^’nd genannt, unterscheidet sich von dem eben so geformten 'nn, dass es immer an derjenigen Stelle sich befindet, die ihm der allgemeinen Regel nach zukommt, während das *m immer vor dem ersten Buchstaben stehen muss. 9) njDp rbvhv, welches nach einer von Heidenheim angeführten Massora-Notiz überhaupt nur achtmal in den mdd n"DN vorkommt, sechsmal in den Psalmen und zweimal in den Proverbien. IX Saugweise der Tonzeichen. Unzweifelhaft ist es, dass die Worte, resp. die Silben, mit einem bestimmten Ton, einem gewissen Rhythmus ausgesprochen wurden. Wie derselbe aber war, ist uns wie so manches andere in der Litteratur der heiligen Schrift verloren gegangen. Mendelsohn in seinem nwa zum Exodus verbreitet sich weitläufig über dies Thema, als Einleitung zu Kap. 20, zur dm nTsr, dem ersten Gesang,0) den wir in der heiligen Schrift finden Er hebt hier den Vorzug dieser Form der Dichtung, die in ungezwungenen Sätzen, nur dem Gefühl entsprungen, sich bewegt,6 7) gegen die Formen, welche Griechen und Römer in ihren Poesien uns vorführen, hervor. Während bei letzteren hauptsächlich auf Wohlklang, durch 6) Die erste poetische Stelle überhaupt, die im Pentateuch verkommt, ist die Anrede des Lemech an seine Frauen Gen. -4, 23 und 24. 7) Siehe darüber ausführlich im ’-“r II, 70, 72 und 73 und die Erklärungdes rni.T dazu. die streng durchgeführte Silbengleichheit der Strohpen erzeugt, Rücksicht genommen wird, geben sich die Gesänge der heiligen Schrift als das, was sie wirklich sein sollen, als Herzens- Ergüsse, die nicht sowohl auf das Ohr, als vielmehr auf Herz und Gemüt wirken wollen. Hervorgegangen und getragen von einer innigen, tief empfundenen Gottesfurcht, von einer Begeisterung beim Anschauen der göttlichen Wunder, die sich hier zuerst in solch ungeahnter Grossartigkeit dem Menschenauge offenbarten, ertönte dieser herrliche Jubelgesang, mit dem Worte mw beginnend, von den Lippen Moscheh’s und des gesamten Volkes. Ganz gewiss liegt in den Tonzeichen des Gesanges eine Verstärkung der verschiedenen Gefühle, von denen das Volk bewegt ward. Zuerst im allgemeinen das Anstaunen der dem Menschen unbegreiflichen Grösse Gottes; dann die Schilderung des grossen welterschütternden Strafgerichtes, das an den Egyptern vollzogen ward, und die daraus entspringende Anerkennung seiner Herrschaft über die Natur, die nur Er als ihr Schöpfer so ausüben kann. Und als Resultat aus all diesem bricht sich unwiderstehlich die Anbetung seiner Allmacht Bahn, was schliesslich zum Ziel und Zweck der Schöpfung und Weltgeschichte führt und in den Schlussworten gipfelt: „Der Herr wird immer und ewig regieren!“ Dasselbe lässt sich von den Psalmen behaupten, bei welchen die Ueberschriften mit den verschiedenen Namen und Bezeichnungen die Zuhörer dieser später von den Leviten im Heiligtum vorgetragenen Gesänge belehrten, in welcher Weise sie recitiert werden sollten. Ader auch die Prosa ward mit einer gewissen Betonung gesprochen, wie wir dies gleich im ersten Kapitel als die Ansicht des nto anführten. Als Beispiel wollen wir hier nur 2 fast gleiche Verse aus Gen. Kap. 27 erwähnen. Vers 21 heisst es: wy 'p nr nn**n; V. 24 aber i^y '32 HT nritt- Von allen Grammatikern wird erklärt, dass hier bei dem zweiten Satze das n, welches die Form der Frage ausdrückt, zu ergänzen sei, es müsste auch hier als nn«n aufgefasst werden. Wir glauben, dass es hier nicht fehlt, sondern in ganz bestimmter Absicht ausgelassen ist. Ausserdem bedarf auch das Wörtchen n? der Erklärung. (Schluss folgt.) Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Ioh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Aclien-GeseNschaft in Mainz.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.