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Der Israelit · 1893-11-09 · Heft 89 (9.11.1893) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 89 (9.11.1893)
Date
1893-11-09
Page
– (sequence 18)
Language
German
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1700 7."»- ' V . mit Recht einige Laien, die in ganz unaufgeforderter Weise ihre Mitthätigkeit aufdrängten, zum Beth- Din hinzunehmen. Dr. Adler war mit Recht der Meinung, daß das Beth-Din zusammen mit dem im hiesigen Fleischmarkt beschäftigten Personal kompetent genug sei, „die gründliche Erforschung und Untersuchung" vorzunehmen. Die citirte Aussage des ersten Controlleurs, daß, seitdem der Waffereimer gebrochen sei, habe er kein Gefäß, um das Fleisch zu wässern, ist wohl zu lächerlich, um einer ernsten Widerlegung zu bedürfen. Was das nv^n 2bn betrifft, so ist es den hiesigen Metzgern nie erlaubt gewesen, selbiges an jüdische Kunden zu verkaufen; der von dem Board of Schechita angestellte idw in jedem Fleischerladen, in dem Hinterfleisch verkauft wird, hat streng darauf zu achten, daß kein Nierenfett oder iteo ungeporscht an jüdische Kunden verabreicht wird. Daß einige Fleischer gern die Institution der dhdw abgeschafft wissen möchten und deßwegen dieselben zu discreditiren suchen, indem sie deren gewiffenhaste Thätigkeit in Frage stellen, ist wohl erklärlich, aber daraufhin das nntco unserer Schechita bezweifeln zu wollen, erscheint uns übereilt. Der Artikel bringt ferner einen Auszug aus dem „Jewish Chronicle" dahingehend, daß auf einer Zusammenkunft der Fleischer im Office des Herrn Dr. Adler entschieden worden ist, „daß es mit dem Verkauf von Nierenfett an jüdischen Kunden in der bisherigen Weise weiter verbleibe." Darauf gestatten Sie mir Ihnen zu erwiedern: „Am 22. Mai 1891, acht Tage nachdem der genannte Auszug erschienen war, lesen wir folgendes: „Wir sind ersucht vom Herrn Van Thal, dem Unrersuchungsbeamten des Board ot Schechita zu konstatiren, daß die Notiz, die in unserer vorigen Auflage erschienen war, anscheinend ein Bericht über eine Privatzusammenkuft der jüdischen Metzger bei dem Beth-Din, in allen Einzelheiten aufUnwahrheit beruhe. Die Zusammenkunft hat stattgefunden, um über einige Beschwerden, die gemacht worden sind, daßa*>n an jüdische Kunden verkauft worden sei. zu verhandeln und Maßregeln zu treffen, wie ähnliches in Zukunft zu verhindern sei, und haben die jüdischen Metzger auch allen Vorschlägen zur Verbesserung zugestimmt." Ich komme nun an die Behauptung Ihres Herrn Correspondenten wegen der Schlachtmeffer. Unsere a’tanw sind verpflichtet sich gegenseit'g die Messer zu zeigen. Außerdem gibt es einen speziell dafür angestellten Beamten, den D’ürw wo Rev. N. Lipman. Auch Rev. Dr. Adler, Rev. D. Spiers und Rev. S. Cohen besuchen das Schlachthaus öfter und lassen sich die Messer vorzeigen. Auch das Wässern des Fleisches ist in Ordnung. Jeden Frühmorgen begeben sich Herr Ban Thal, der Beamter des Board, Rev. N. Lipman, der a'Biw rnn und mehrere v'iOw an Ort und Stelle,um nachzusehen, daß das auf dem Markte befindliche Fleisch pi 's hv richtig gewässert wird; außerdem sind zwei Schomrim dazu bestellt, sämmtliche Fleischläden zu besuchen, um dort das Wässern zu verrichten. Die frömmsten Rabbiner, sowohl aus Deutschland als Rußland haben unsere Schechita vorzüglich gepriesen. Das vorzügliche Beth-Din ist ungemein wachsam über den religiösen Lebenswandel der unter seiner Aufsicht stehenden Fleischer. Die Angabe wegen angeblichen rot? bihn und Fleischverkauf am sind bestimmte Verleumdungen. Sollte ein solcher Fall vor das p-. rvn kommen, so würde den Metzgern ihre Erlaubniß sofort ohne Gnade entzogen werden. Vermischtes. Cassel, 4. Rov. Das „Casseler Tageblatt" schreibt: Heute beging die hiesige Roßhaarspinnerei V. Oppenheim ihr sechszigjahriges Geschäfts-Jubiläum. Zu diesem Zwecke waren die Geschäftslocalitäten auf das Schönste mit Guirlanden. Blumen w. decorirt. Seitens eines eigens hierzu erwählten Arbeiterausschusses wurde eine Ansprache an die Inhaber der Firma gehalten, die in dem Wunsche ferneren Gedeihens und Wohlergehens der Jubilarfirma gipfelte. Die Festlichkeit wurde noch durch das Erscheinen der betagten Mutter der jetzigen Inhaber erhöht, welche die ihr so zahlreich gewidmeten Huldigungen dankbar gerührt entgegen nahm. Anläßlich dieses Jubiläums wurde seitens der Firma Abends eine solenne Festlichkeit veranstaltet, die von Anfang bis zu Ende einen sehr gemächlichen Verlauf nahm und, wie die ganze Feier, beredtes Zeugniß von dem guten Einvernehmen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ablegle. Wir wünschen der Jubiläums-Firma weiteres Wachsen, Blühen und Gedeihen. Horn (Riederösterreich). Am Donnerstag den 2<;. Oktober fand aus dem hiesigen israel. Friedhose die Enthüllung des Denksteins des im vorigen Jahre verstorbenen Rabbiner I. L. Rosner statt. Aus diesem Anlasse hatte sich eine stattliche Anzahl Freunde und Verehrer des Verblichenen an seinem Grabe versammelt, um in würdiger Weise das Andenken des bedeutenden Talmudgelehrten zu ehren. Anknüpfend an den Ausspruch unserer Weisen: „daß von den Bundestafeln, die Moses am Fuße des Sinai zerbrach, nur der Stein zerschmettert wurde, nicht aber die Buchstaben der zehn Worte" hielt Herr Rabbiner Dr. Schächter die tief empfundene Gedenkrede. Sodann würdigte der Privatgelehrte, Herr Leopold Mandl-Röhrenbach, in gediegenen Worten die hohen Verdienste des treuen, bescheidenen, im Privatleben anspruchslosen und gesegneten Priesters. B odrog - Kcreßtrrr (Ungarn.) Die hiesige erledigte Rabbinerstelle, welche seit Jahrhunderte durch miN: vertreten war, ist am 14. v. M. einstimmig und unter größter Begeisterung durch Herrn Oberrabbiner Moses Schlesinger besetzt worden. Der neu gewählte Oberrabbiner wohnt schon seit 12 Jahren in unserer Mitte und ist als großer Talmudist und bedeutender Kanzelredner bekannt. W. I. I.

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