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Der Israelit · 1893-10-26 · Heft 85 (26.10.1893) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 85 (26.10.1893)
Date
1893-10-26
Page
– (sequence 18)
Language
German
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1628 Ganz Hervorragendes leisteten die Schmiede und in kurzer Zeit hatten sie sich in der ganzen Umgebung einen großen Ruf als außerordentlich tüchtige Meister gemacht. Auch sie verrichteten allerhand Arbeiten für die Nachbarn und solche Aufträge kamen uns ganz gelegen, denn es waren in Mauricio mehr Schmiede und Schlosser vorhanden, als wir für den ausschließlichen Bedarf der Colonie beschäftigen konnten. Ebenso hatten sich die Schuster in geraumer Zeit ein großes Renommee in der ganzen Umgebung geschaffen. Selbst von Nueve de Jul io, dem Hauptort des Kreises, kamen Leute, um sich von den russischen Meistern Stiefel machen zu laffen, welche sich durch feste Arbeit und schone Form von den Stiefeln anderer Schuster in der Umgebung vortheilhaft abhoben. Für den Bedarf und für Rechnung der Colonie arbeiteten acht Meister in einer gemeinsamen Werkstätte, während ein großer Theil weiterer Meister, es waren sehr viele Schuster unter den Colonisten, entweder in ihren Zelten für Auswärtige arbeiteten, oder den Leisten gegen die Schaufel eintauschten, um bei den Gartenarbeiten Beschäftigung zu suchen. In derselben Werkstatt mit den Schustern waren einige Sattler beschäftigt. Alles für die Landwirthschaft und für das Vieh benöthigte Riemen und Sattelzeug wurde hier gearbeitet. Das hierzu nöthige Leder wurde ebenfalls von russischen Colonisten gegerbt. In der Nähe einer Lagune errichteten wir eine Gerberei, welche sich aber blos auf das Weißgerben beschränken mußte, weil Tanin oder Lohe in der weiten Umgegend nicht vorhanden war und deren Herbeischaffung aus Buenos-Aires sich zu hoch gestellt hätte. In dieser Gerberei wurde nur ein Theil der Häute, welche unsere Schlachtthierc lieferten, bearbeitet; der große Theil der Häute wurde getrocknet und wenn ein gewiffes Quantum d. h. ca. 500 bis 600 Stück beisammen war, von uns verkauft. (Fortsetzung folgt.) Zeitrrrrg-rrachrichterr und Correspoudeuzeu. Deutschland. Berlin. 20. Okt. Die Provinzialsynode nahm mit großer Majorität einen Antrag Platte an, bei der Revision des kirchlichen Zuchtgesetzes besonders darauf Bedacht zu nehmen, durch welche Maßnahmen der Ueberhandnahme christlich-jüdischer Mischehen wirksamer als bisher Einhalt geboten werden könne. (Auch wir würden solche Maßregeln mit Freuden begrüßen. Red.) Köln, 18. Oktober. In der Zeitschrift des Königlich Preußischen Statistischen Bureaus (32. Jahrgang, drittes Bierteljahrsheft) veröffentlicht Frhr. v. Fircks eine statistische Untersuchung über die Juden in Preußen. Darnach gehörten gemäß den Ergebniffen der Berufs- und Gewerbezählung vom 5. Juni 1882 von je tausend Juden 13 der Land- und Forstwirthschaft, der Gärtneret und dem Bergbau u. s. w., nur 7 dem Heere und der Marine an; 538 waren in Handelsgeschäften, hauptsächtlich im Maaren- und Productenhandel, 137 im Beherbergungs- und Schankgewerbe, in der Industrie der Nahrungs- und Genußmittel und in den Gewerben für Bekleidung und Reinigung beschäftigt; 129 waren Rentner, Pensionäre und Anstaltstnsassen; 37 waren in Cultusdienste, dem Unterrtchtswesen, als Aerzte, Schrifsteller, Musiker und öffentlichen Schaustellungen sowie im Buchdruck und Versicherungswesen thätig. Da diese Berufe sich auf dem Lande nicht leicht betreiben lassen, so bilden die Juden, die 12,4z vom Tausend der Gesammtbevölkerung des Preußischen Staates ausmachen, in der städtischen Bevölkerung 26.2z vom Tausend, in der ländlichen dagegen nur 3,45 vom Tausend. Ein großer Procentsatz von Juden befindet sich namentlich in folgenden Städten: Frankfurt a. M. mit 97 im Tausend, Posen 88, Benthen O.-S. 59, Breslau 53, Emden 51, Berlin 50 und Kempen 48 im Tausend. In Berlin hat sich seit zwanzig Jahren die Zahl der Juden verdoppelt (1871 36,<,*1, 1890 19,786 im Tausend), annährend auch in Kassel (1322: 2017), Dortmund (677 : 1306), Halle (464: 919), Wiesbaden (893: 1537). Die Gesammtzahl der Juden in Preußen betrug Ende 1890 372 059 (12,4z im Tausend). Im Jahre 1812 betrug die Zahl der Juden nur 29 538 Köpfe, also kaum 6 vom Tausend der Bevölkerung. -£• Vermischtes. < Aus Jaffa wird der „Neckar-Zeit." geschrieben.' Die Eisenbahn Jaffa-Jerusalem hat, wie vorauszusehen war, eine erstaunliche Bauthätigkeit ins Leben gerufen. In der Nahe der Bahnhöfe werden ganz fabelhafte Preise für die Baustellen bezahlt. Die Bahn, welche nun ein Jahr dem Betrieb übergeben ist, wird auch sehr stark frequentirt, denn selbst der Fellache setzt sich lieber ins bequeme Eisenbahnkoupe, als daß er sich dem Hauderer, dem Kameels-, Maulthier-- oder Eselsrücken anvertraur. Diese Art von Beförderungsmittel ist deshalb auf der Straße Jaffa-Jerusalem fast ganz außer Brauch gesetzt, wodurch freilich manchen Leuten eine ganz bedeutende, resp. die einzige Erwerbsquelle entzogen wurde. Jedoch findet mancher jetzt fein Brot dadurch, daß er bei den vielen Neubauten, welche in Jerusalem und Jaffa, namentlich in letzterer Stadt, in Angriff genommen sind, ein schönes Geld verdienen kann. Hier entstehen ganz neue Straßen, auch soll jetzt allen Ernstes mit dem Bau des Hafens begonnen werden, welcher durch die Eisenbahn zur absoluten Nothwendigkeit geworden ist. Fünf Kilometer von Jaffa entfernt, in nordöstlicher Richtung wird zur Zeit, auch eine Brücke über den Wadi Mifferarn erbaut, wodurch einem dringenden Bedürfnitz abgeholfen wird, indem der Wadi zur Winterzeit wegen hohen Wafferstand öfters unpassierbar ist. Der Verkehr mit Nablus resp. mit dem Hauran ist auf dieser Straße ein ganz bedeutender.

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