Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 83 (19.10.1893)
- Date
- 1893-10-19
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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1580 anwende. Die von Herrn Hoffmann ihm jetzt zugegangene Beantwortung beabsichtigt Hofrath Dembo in seinem demnächst erscheinenden Werke über Schlachtmethoden zu veröffentlichen. Wir entnehmen aus dieser Antwort folgende Einzelheiten. Zunächst ist es die möglichst humane Behandlung des Schlachtthieres und die Sicherheit beim Tödten des Thteres, die Herr Hoffmann hervorhebt. Er bezeichnet den Schächtschnitt als die unstreitig sicherste und schnellste Todesart und führt aus: „Schon daß man dazu nur ein ganz gutes scharfes Messer nimmt, welches keine Schwellung der Schlagadern zuläßt und in wenig Sekunden die Blutentleerung zur Folge hat, bestätigt die schnelle und schmerzlose Todesart. Je schärfer das Instrument, desto schmerzloser jeder Schnitt. Bedingung ist allerdings, daß man sofort nach dem Schächtschnitt mit einem schmalen Messer das „Genick" abschneidet und das Gehirn abticht. Die dann theilweise noch erfolgenden Zuckungen tragen zur vollständigen Blutentleerung bei. Das Betäuben der Thiere ist mit viel mehr Gefahr verbunden — dabet kommen sehr oft, wenn nicht von ganz sachkundiger Hand ausgeführt, Quälereien der Thiere vor. Vom ökonomischen Standpunkte aus wäre das Betäuben rationeller und vortheilhafter, denn jedes durch Betäubung geschlachtete Thier ergiebt ein höheres Schlachtgewicht. Die Blutentleerungen beim geschlagenen Vieh stocken, die Blutung beim Stechen vollzieht sich viel langsamer, auch ergiebt sich beim geschlagenen Stück Vieh weniger Blut als beim Geschächteten, aber dieser geringe Verlust von einigen Pfunden Fleisch bei einem geschnittenen Thier wird vielfach ausgewogen, durch folgende hygienische Gründe: Jedes betäubte und gestochene Thier muß bei und nach der Schlachtung gewaschen werden, ganz besonders in den Brusthöhlen muß es mit Wasser gereinigt werden. Bekanntlich aber ist Wasser Gift für Fleisch, ganz besonders in den heißen Sommermonaten, wo in Folge dessen viel Fletsch verdirbt. Wo Wasser zur Reinigung des Blutes angewendet werden mußte, ist die Farbe des Fleisches stets dunkler und bleibt weicher als beim geschächteten Thier, dessen Fleisch stets hellfarbig, blutrein, fest wird. Das geschächtete Thier ist in der Brusthöhle rein, es braucht weder außen noch innen Wasser angcwendet zu werden. Das Fleisch vom geschächteten Thiere ist in zwei Stunden so fest Wie vom Betäubten in zehn Stunden, letzteres erreicht die Festigkeit vom Geschächteten niemals." — Großschlächtermeister Hoffmann, der die Schächtmethode seit 15 Jahren anwendet, hat die Erfahrung gemacht, daß sich Fleisch vom geschächteten Thiere weit länger konservirt als vom geschlagenen. Vermischtes. < Berlin, s. Oktober. Zu Handelsrichtern beim hiesigen Landgericht I sind nach Ablauf ihrer Dienstzeit wiederum ernannt die Herren Bernhard Croner, Hermann Jacoby, Sigmund Samuel und Robert Hirsch; zu stellvertretenden Handelsrichtern die Herren Heimann Auerbach. George Joachimsthal, Salomon Masse, Adolf Philippsthal und Julius Rosenheim. Neu ernannt sind zu stellvertretenden Handelsrichtern die Fabrikanten Dr. j«r. Alfred Menger und Albert Hoffstaedt. Geldern. Wegen verleumderischer Beleidigung ist der bekannte Antisemitenführer Dr. König aus Witten von dem hiesigen Schöffengericht verurtheilt worden. In mehreren Versammlungen hatte derselbe den Handelsmann Meier Stern als einen Wucherer der schlimmsten Art geschildert. Einem Kossäthen sollte er für ein Darlehen von 150 Mark nach acht Monaten 2000 Mark abgenommen haben, nachdem Stern den Schuldschein gefälscht gehabt. In der am 29. September stattgehabten Schöffengerichtsverhandlung wurde die ganze Geschichte als vollständig erfunden aufgedeckt. Die Publikation des Urtheils ist auf heute vertagt worden und erfolgte nunmehr dahin, daß über Dr. König wegen verleumderischer Beleidigung eine Geldstrafe von sechzig Mark verhängt wurde. Leicefter. Herr Ald ermann Hart ist zum Major der Stadt bestimmt. Er hat diese Stelle schon dreimal eingenommen. Konstarrti«opel. Der Sultan hat dem vom General- Gouverneur in Smyrna prästdirten Unterstützungscomite 10000 Fr. überschickt, welche unter der nothleidenden jüdischen Bevölkerung vertheilt werden sollen. Richtige Lösungen des Preis-Räthsels in Nr. 7« & 77 sandten ein: Lehrer Friedinann in Dettensen, Lehrer David RawinSki in Neckarsteinach, Jsaac Rosenthal in Wrorrke. Lehrer L. Marx in Hciyingen, Lehrer S. Sulzbacher in Simmern. Lehrer Leop. Oppenheimer in Rodheim v. d. Höhe, S. Königshöfer in Frankfurt a. M., Jacob Ziegler in Königsberg, Cantor L. Muschel in Rybnik, S. M. Bachrach in Elmshorn, Philipp Bergel in Güstrow, Marx Kaufmann in Lichtenau, Gustav Lömper in Frankfurt a. M., Julius Wallach in Zwesten, Sigm. Joseph in Eberstadt, Moritz Rabinowitz in Posen, Frau Julie Verlchenfeld in Rogasen, Lehrer H. Rosenblatt in Schitdberg, Kultus- Beamter L. A. Kiksmaun in Myslowitz, Lehrer Oberndorfer in Archshofen, N. Wachs in Heilbronn, Lehrer Eppstein in Unterdeusstetten, Silla Wolf in Donaueschingen, Lehrer M. Godlewsky in Gerolzhofen, M. Weigersheimer in Heßdorf, Maier Rau in Trappstadt, I. Sender in Jugenheim, A. Schapiro in Günzenhausen, Jacob Sänger in Bmtenwiesen, Nathan Kollin in Prag, M. Buchsbaum in Preßburg, D. Breuer in Baden b. Wien, Wilhelm Deutsch in Gaya in Mähren, Alexander Sal. Schreiber in Sereth (Bukowina), David Boos in Tysmienica, Ignatz Frankl in Preßburg, M. L. Kohn in Wiesen, Ehrlich in Körmend. Simon Held in Galszecs, Rabb. Josef Schlesinger in Rauka, A. Patz in Sarvar, M. Benedikt in Ungvar, Jsak Hirsch in Kolomea, Gustav Schlessinger in Mainz, Jacob Seligmann in Hamburg, Frau A. Elsberg in Hamm i. Wests., Caiuor S. Coblenz in Kyritz, Anton Jungreisz u. Sreffan Kohn in Trsza-Füred, Lehrer Georg Hopp in Usch, Theodor Rosenberg irr Schwabach, Daniel Dreyfuß in Uffheim, Moritz Deutsch in Hanusfalva, Leopold Engelberg in Bustyahaza, Sally Lehmann in Darmstadt, Stern in Jeremias;, Samuel Reinitz in Tisza-Füred und Goldstein Salomon in Nagy-Varad, Cantor A. Walz in Hamm i. W. und Lina Falk in Oberdorf.