Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1893-10-19 · Heft 83 (19.10.1893) · page 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 83 (19.10.1893)
Date
1893-10-19
Page
– (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2448315-2448392--37287-2485344
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

XXXIV. Jahrgang. Zweite Beilage M M 83 örs „Israelit“. Leitender Artikel. Kin Wotij schrei aus London. (Schluß.) „Deßhalb eben ist es, daß wir unserem Schmerz öffentlichen Ausdruck geben, denn die Rabbiner, die gegen uns eine so harte Sprache führten, haben uns in der That schwer geschädigt. Der Verein Machasike Haddas ist in Wirklichkeit in großer Gefahr. Wir stehen in den Schlachtreihen wie Kämpfer, die verzweifelt alle Kraft einsetzen, denn der Kampf bedroht uns von allen Seiten vorwärts und rückwärts, wenn wir auch noch unseren vollen Muth haben.-Aber wir thun dies euch allen kund, denn wenn ihr uns nicht bald zur Hilfe eilet, so weiß Gott wie die Sache enden wird. Deßhalb raffen wir mit der Veröffentlichung dieser Schrift und ihrer Zusendung an die Großen Israels unsere letzten Kräfte zusammen. „Mögen nun auch die Rabbiner, die uns entgegen getreten sind, das Wort sprechen: „Die Worte, die wir gesprochen haben, haben sich uns als Jrrthum erwiesen, wie wir dies auch bei unseren heiligen Tanaim finden, daß sie nicht auf einer einmal ausgesprochenen Ansicht verharrten. (Edijos. I. 4.) Vielleicht läßt die Wahrheit auch auf unsere Lage einen Strahl fallen, dann wird die Gerechtigkeit unserer Sache in ihrem Lichtglanze dastehen und es ist uns bald geholfen. Finden wir aber auf Erden kein Recht, so bleibt uns nichts anderes übrig als unsere Sache Gott anheim zu stellen; was ihm gut dünkt möge er thun. „Das aber mögen alle beherzigen, daß mit dem Ruin unserer Chewra Machasike Haddas ein schwerer Schaden für unser Gesetz und die gesammte Judenheit in diesem Lande verknüpft ist. „Es steht euch nicht an hier müßig zuzuschauen, sondern es wäre eine Zusammenkunft einiger auserlesener Rabbknen zu veranstalten, um zu erwägen, was hier für die Ehre Gottes und seine heilige Thora zu thun sei. Ihr solltet von euch aus einen oder zwei Mann hierherschicken, gerechte, gottesfürchtige Männer, wie z. V. den Herrn Verfasser des d't, ysn *tbd oder andere ihm gleichgesinnte Männer. Diese sollen selbst Einsicht nehmen und über die Redlichkeit unserer Worte entscheiden. Diese werden dann mit der ganzen Macht ihres Wortes bezeugen und erklären, daß ihnen noch nicht die Hälfte von allem gesagt worden ist. Wir wollen uns, soweit es unsere Verhältnisse gestatten, selber an den Reisekosten betheiligen. „Unsere hiesigen einflußreichen Brüder sind in ihrer großen Mehrzahl Wahrheit liebende Männer. Sie find über jeden Verdacht ungerechter Willkür erhaben. „Laßt euch von uns folgendes mittheilen: Als Lord Rothschild von dem großen Zwiespalt hörte, den Herr Dr. Adler veranlaßt hatte, als das neue Schlachthaus eröffnet wurde und Herr Dr. Adler Leute bezahlte, die in den Straßen ausriefen, unser Fleisch sei .iviv, damals stellte Lord Rothschild Dr. Adler über dieses sein Gebahren mit den Worten zu Rede: „Leben wir hier nicht in einem freien Lande, wo jedermann das Recht hat sich nach seinem Gesetze und seinen Ansichten etnzurichten?" Das Gute, das uns dieser Edle durch dieses sein Auftreten erwiesen hat, wird uns ewig in dankbarem Andenken bleiben." -Die Broschüre führt dann aus, in welche precäreLage die Chewras Machasike Haddas durch die geschilderten Umstände gerathen und wie nach menschlicher Berechnung ihre segensreiche Wirksamkeit untergraben und discreditirt sei, falls ihr nicht moralische und materielle Hilfe von Seiten edler Gesinnungsgenossen wird. Wir haben diesem Nothschrei nichts hinzuzufügen. Wir hoffen, daß dieser Schrei ein Echo finden und vor allem diejenigen bestimmen wird sich gegen diese Anklage zu vertheidigen, welche diese Zustände nach dieser Anklage geschaffen, beschönigt und unterstützt haben. Schweigen die Angegriffenen dazu, so haben sie mit diesem Schweigen die Berechtigung der Klage anerkannt und es wird dann doppelte und dreifache Pflicht sein, so oft und so eindringlich darauf zurückzukommen, bis den Verfechtern der jüdischen Wahrheit in London volle Genugthuung geworden ist. Zeitungsnachrichten und Correfpoudenze«. Deutschland. Berlin. Dte „Allgem. Fleischer-Ztg." schreibt: Zur Erforschung der verschiedenen Schlachtmethoden weilte jüngst Herr Hofrath Dr. med. Dembo aus Petersburg in Berlin. Bet Besichtigung des städtischen Central-Schlachthofes bemerkte er, daß in der vom Engros-Schlächtermeister Carl Fr. Hoffmann benutzten Schlachtkammer das Vieh geschächtet wird. Da rituelle Gründe für Herrn Hoffmann nicht vorliegen, hat Hofrath Dr. Dembo brieflich an Herrn Hoffmann dte Anfrage gestellt, ob ihn humane, ökonomische oder hygienische Gründe zur Bevo^ugung der Schächtmethode veranlassen, ferner seit wann und mit welchem Erfolge er diese Methode

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.