Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 81 (12.10.1893)
- Date
- 1893-10-12
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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XXXIV. Jahrgang. Zweite Beilage ju JVs Bl des „JsraeUt“. Literarischer Bericht. Die jüdische Literatur seit Abschluß des Kanons. Eine prosaische und poetische Anthologie . . . herausgegcben von I. Winter, Rabbiner Dr., und Aug. Wünsche, Prof. Dr. theol. und phil., 1. Lieferung bis 13. Lieferung. Trier. Siegmund Mayer, 1891—1893. Der für die Populartsirung des jüdischen Schriftthums unermüdlich tkättge Gelehrte Prof. Dr. Wünsche verfolgt im Verein mit Rabbiner Dr. Winter in dem hier besprochenen literarischen Unternehmen eine Aufgabe, die die größte Anerkennung, vollste Beachtung und kräftigste Förderung verdient. In der Einleitung bemerken die Herausgeber, es sei die jüdische Literatur dun weiteren Kreise der Gebildeten nach wie vor ein „versiegeltes Buch", dessen Hülle man wohl bewundert, dessen Inhalt aber unerkannt und unbeachtet bleibt. Aber nicht das Wesen dieser Literatur trage die Schuld daran. Kein Gebiet des Wissens bleibe in der jüdischen Literatur unvertreten. „Poesie und Philosophie, Geschichte und Jurisprudenz, Grammatik und Exegese, Mathematik und die verschiedenen Zweige der Naturwissenschaft werden in den Bereich des Schaffens und Forschens gezogen." Die vorliegende Anthologie sucht nun in vorzüglicher Uebertragung dem Leser leichtverständliche Stücke aus den bedeutendsten Werken und den verschiedenartigsten Gebieten zuzuführen. „Möge dieselbe", lautet das Schlußwort der Einleitung, „in den weitesten Kreisen Liebe zu einer Literatur wecken, deren Kenntniß eben so sehr eine Bereicherung der allgemeinen Bildung, wie eine gerechtere Würdigung des Judenthums zu bewirken geeignet ist." „Das hellenistisch - targumistische Schriftthum" eröffnet die Anthologie. Stücke aus dem ersten Makkabäerbuch, ben Sira, Philo, Josephus und andere Schriften, dann aus den verschiedenen Targumim werden hier gegeben. Dieser Abtheilung, sowie allen folgenden gehen kurze orientirende Einleitungen voran. Leider treten darin häufig Anschauungen und Meinungen an den Tag, die den unseren diametral entgegengesetzt sind. Diese sind durchaus zu verwerfen und wir warnen davor, alle derartigen Auseinandersetzungen (z. B. über die Entwicklung der mündlichen Lehre u. dgl.) als baare Münze zu nehmen. Die folgende Abteilung, „Das thalmudisch-midraschische Schriftthum", enthält eine Auswahl aus den Sedarim der Mischna und der Tosephtha, ferner aus den Tractaten des Talmud Jeruschalmi und Babli. Dies ist der Inhalt der Lieferungen 1, 2, 4, 5, die dem ersten Bande angehören. Ebenfalls dem ersten Band angehörig ist Lieferung 11 (von den Herausgebern und Dr. I. Fürst) und Lkef. 13: „Die Midraschim". Hier bietet sich dem Leser eine Auswahl, aus Mechiltha, Stfra und Sifre, Tanchuma, Pesikta und Midrasch rabba. Den ersten Theil des zweiten Bandes (Ltefer. 3) bildet „Die Literatur der geonäischen Zeit (A. Kaminka) und der Karäer serste Periode) (I. Hamburger)". Hier tritt dem Laten außer den ihm wohlbekannten Saadia, Scherira und Hai, noch eine wettere Reihe hervorragender Gaonim entgegen. Es schließt daran das nur kleinen Kreisen bekannte Schriftgebtet der Karäer, das in Liefer. 6 zu Ende behandelt ist. „Die Massora", „die Sprachwissenschaft" und „die Bibelexegese" aus der vielbewährten Feder Prof. W. Bachers bildet den Rest der Lief. 6 und den Inhalt der Lief. 7 (II. Bd.). Da begegnen uns, um nur einige besonders hervorragende Namen zu nennen, Saadia. Menachem b. Saruk, Dunasch ibn Babrat, Chajjug und Ibn Ganach, dann Ibn Esra, die Ktrnchi's und viele andere bedeutende Männer, bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, deren sprachwissenschaftliche Thätigkett Bacher kurz und erschöpfend schildert, da und dort durch Musterstücke aus ihren Werken seine Darstellung illustrirend. Was Bacher aber über die Massora sagt, hat vielfach unseren Beifall nicht, es find das Ansichten, die zur jüdischen Tradition, die allein maßgebend für uns ist, oft in schroffem Widerspruch stehen. In Lief. 8 schließt „die Bibelexegese" ab und es wird dann hier und in Lief. 9 „die rabbinische Literatur" von Dr. A. Kaminka behandelt. Wir nennen hier nur die Namen Alfasi und Maimonides, bei welch letzterem der Verfasser besonders lange verweilt und aus dessen Schriften er, seiner immensen Bedeutung entsprechend, zahlreiche Musterstücke anführt. In den Lieferungen 10 und 12 (Band III) findet „die poetische Literatur" durch Prof. Dr. Sulzbach ihre Besprechung und Darstellung. Es wird hier zunächst die religiöse, dann die weltliche Poesie behandelt. Aus der Fülle der Dichter, die hier versammelt sind, über deren jeden das Wissenswerthe kurz voraufgeschickt ist, wollen wir nur die glänzenden Namen eines Kalir, Gabirol, Juda Halevt, Ibn Esra, Charisi und Chtsdai hervorheben. Eine reiche Auswahl ihrer Dichtungen, oft mit vollendeter Kunst ins Deutsche übertragen, wird dem Leser dargeboten. Außer den zahlreichen Uebertragungen Sulzbachs, die viel»