Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 81 (12.10.1893)
- Date
- 1893-10-12
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2448315-2448390--37226-2485281- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1524 japhetische Kultur zur Veredlung der Menschheit beigetragen hat und noch betträgt. Aber der Sinn für alles Schöne und Edle ist erst -er Vorbote der Empfänglichkeit und Hingebung für das Wahre, wie es in Sem und den Semiten seine Vertreter gefunden. Diese semitische Wahrheit steht dann dem japhctischen Sinn für das Schöne, Angenehme, Sinnliche oft abweisend gegenüber. Während der griechische Kultus des Schönen nur allzuoft in unsittliche Lüsternheit und ausschweifende Sinnlichkeit ausartet, war die Bekämpfung dieser sittlichen Entartung gerade das Charakteristische Sems und seiner Pflege des Rechts, rin bw in rvan ntt; (Talmud Aboda sara fol. 36 b) Dieser treue, reine Sinn für geschlechtliche Lauterkeit ist G. s. Dank ein Grundzug des semitischen Stammes geblieben, wie er in der Judenheit zum Ausdruck kommt. Und wenn diese Sittenstrenge von ihrer ursprünglichen Lauterkeit auch heute manches eingebüßt hat, so kann sie sich doch ruhig mit derjenigen chrer Verleumder messen. Semitisch ist diese Lockerung der Sittlichkeit nicht und wird es auch nie werden. Selbst unter dem hundertjährigen egyptischen Druck haben die Semiten ihre sittliche Ueberlegenheit nicht etngebüßt. iön btotp^ nny ir 'vav D’DatP Py otptp Ute yjoi nun onxoa inddj by ryo v n^totpn ntw p njti aototp nmyn by nteru 22^2 n nVn crm nm Nbsp b>v inatp ymrfc )bx i~\b3 ’nint« L-?iyj p 1-62 p3 bdibdi airan noDisi S\ya b* ]ni 'in niapan i^n Dinn yyv ^iy: Dnain .niDrwn 'hx ^iya p niNitpjn iVn „Dorthin zogen die Stämme, als Stämme Gottes ein Zeugniß für Israel (Psalm 122. 4.) Der Heilige, gesegnet sei er, spricht: Mein Name legt Zeugniß für Israel ab, daß es sich nicht in Egypten durch Unkeuschheit verunlauterte. Woher wissen wir, daß sie über jeden Verdacht der Unsittlichkeit erhaben waren? Denn es ist gesagt: Es ging heraus der Sohn eines israelitischen Weibes (aber nicht eines israelitischen Vaters) — III. B. M. 24. 10. — um damit Israels Lob zu verkünden, daß dies nur die einzige unter ihnen war, welche die Schrift deßhalb öffentlich nennt. Dies wird auch durch die Ueberlieferung bestätigt: „Ein abgeschlossener Garten ist meine schwesterliche Braut, eine abgeschloffene Höhe, ein geschlossener Quell." (Hohes Lied. IV. 12.) Ein abgeschlossener Garten, das sind die Männer, das sind die verheiratheten Frauen, eine abgeschlossene Höhe, das sind die Frauen, das sind die Verlobten." (Mechilta zu Ps. 122.) Sinnig findet die Weisheit unserer Weisen Noach und seine Söhne in den ersten Sätzen des Psalmbuchs charakterisirt: Dtp .1? lnya p' ne -»pn 'di nj nr tp\**n dipn ne' m rv^y ntpy’ ntPN ^21 Dn ni >6 in^yi DBtPDU a'jjtPi ioip’ i<b yy rudert in n; D^yann p .^laon m m „Glücklich derMann, der nicht auf den Plan der Schlechten eingeht, das ist Noach, der seine Frucht zur rechten Zeit geben wird, das ist Sem, dessen Blatt wird nicht welken, das ist Cham, und alles was er unternimmt, führt er glücklich zu Ende, das ist Japhet. Nicht so die Schlechten, das ist das Geschlecht der Sprachverwirrung deßhalb werden die Schlechten nicht auf stehen zum Gericht, d. i. das Geschlecht der Fluth." (Midrasch Jalkut zu Ps. I.) Hier wird als die eigentliche Frucht am Lebensbaume dieses zweiten Vaters der Gesammtmenschheit, S e m bezeichnet. Noach hatte, wie im Midrasch zur Stelle bemerkt wird, drei verschiedene Geschlechter gesehen. Das Geschlecht Enosch's, das Geschlecht der Fluth, das Geschlecht der Sprachverwirrung. In solchen verschiedenen, der göttlichen Wahrheit so feindlich gegenüberstehenden Zeitströmungen, war das unbeirrte Festhalten an dem als wahr einmal erkannten, eine schwere Lebensaufgabe. Noch schwieriger war es die Heranwachsenden Kinder in diesem Sinne zu erziehen. Nicht die Entartung eines Cham, das treue Festhalten eines Sem und Japhet an dem väterlichen Beispiel war unter solchen Verhältnissen das auffallende. Sem, der den Namen Gottes zur Ehre bringen will, in einer Generation die „Dtp tti> ntpya wir wollen uns einen Namen machen" auf ihre Fahne geschrieben hatte! Für einen Mann von der Gesinnung Sems fehlte unter solchen Verhältnissen jede Aussicht eines fruchtbaren Wirkens. Daß er doch seine Frucht bringen wird, wenn erst einmal Zeit und Stunde dafür gekommen, das wird uns hier gesagt. Daß er sie bereits gebracht, dafür zeugt die Geschichte der Menschheit. Daß das edelste Reis, welches dem semitischen Stammbaum entsprossen, daß Jakob die Wurzel für alle Blumen und Blüthen bildet, die Israel in den Schooß der Menschheit gestreut, und daß von seinem Fruchtertrag einst die ganze Menschenwelt voll sein wird, das ist uns durch prophetische Verheißung als über allen Zweifel erhaben, verkündet. .nw3n 'w rmboi mei y»s» 2py» tPitcr o’N2n Selbst die welken Blätter am Baume der Menschheit, selbst Cham und seine Nachkommen, werden der fruchtbaren Kraft, die der Geist Sems ausftrahlt, ihren Bestand verdanken. So gewiß am Baume jede Faser, jedes Blatt nicht nur seine